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Mit Haschisch lachen wir

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Wir braucht es vielleicht, aber nicht körperlich

Hasch macht lasch? Das kommt zum einen auf das Haschisch und die konsumierte Menge an und zum anderen auf den Konsumenten. Viele werden durch Hasch wirklich lasch und das ist teils der springende Punkt. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und viele Kiffer werden nur ausgeschlossen, da sie sich für das falsche Genussmittel entschieden haben. Andere fliegen wegen ihrem übermäßigen Konsum raus, mit denen bei einigen halt starke Defizite einsetzen.

Zurück zur Leistungsgesellschaft. Wer den ganzen Tag gearbeitet hat, muss es häufig am nächsten Tag genauso. Nach der Arbeit legt sich aber kaum einer ins Bett sondern hat noch so einiges an notwendigem Programm und will etwas Freizeit machen. Sozialkontakte pflegen ist im Übrigen auch ein notwendiges Programm. Das bedeutet, dass viele innerhalb unserer Leistungsgesellschaft kaum noch Zeit finden, um einmal richtig auszuschlafen. Sie haben häufig das Problem, völlig überdreht zu sein und nicht einfach schlafen zu können. Sie haben 16 Stunden Programm hinter sich und müssen in exakt 8 Stunden wieder los, können jedoch nicht einfach entspannen und schlafen.

Viele trinken zwei Liter Bier oder eine Flasche Wein, das kann jedoch eine böse Falle sein. Andere schlucken Schlaftabletten und brauchen schnell auch Aufputschmittel. Das ist ebenfalls eine böse Falle. Beides greift die Organe an und auf Dauer fehlt die wirkliche Erholung. Andere rauchen Haschisch und riskieren ihre Existenz. Für den Besitz können sie vor dem Richter landen, der es ins Führungszeugnis schreiben lässt. Andere verlieren den existenziel notwendigen Führerschein und sind ebenfalls ihren Job, damit vielleicht ihr Eigenheim und somit häufig auch die Familie los. Und dann macht Hasch richtig lasch, wenn man keinen Job, kein Leben und keine Perspektive mehr hat und einem die Decke schon morgens auf den Kopf knallt.

Historisch

In den historischen Anbaugebieten hatte man immer viele Samen in den Marihuanablüten, die häufig nicht sehr potent waren. Also siebte man aus den getrockneten Blüten an kalten Tagen die Harze und machte daraus Haschisch. Oder man nutzte die Blüten für die Zubereitung von Speisen. Vor der Entdeckung der neuen Welt war das Rauchen eine untypische Konsumform, man räucherte. Aber mit der Entdeckung der neuen Welt wurde das Haschisch rauchen üblich und dieses wurde vor allem aus Indien rund um die Welt geliefert. Man rechnete in Tonnen.

Trotzdessen rauchte man Haschisch meist ohne Tabak, da dieser kaum verfügbar oder sehr teuer war. Deswegen hatte man ganz andere Rauchgeräte und Rauchtechniken. Aus gutem Haschisch wurden dünne Würste gedreht und ihre Spitzen verdampft und verbrannt, um den feinen Rauch einzuatmen. Oder die Köpfe der Rauchgeräte waren sehr klein.

Vielfach wurde Haschisch weiterhin wie zuvor zu Speisen verarbeitet. Die Purpfeifen für Haschisch gibt es noch heute. Man sollte natürlich ein gutes Haschisch haben, es gibt saubere aber lasche Qualitätsstufen, die sollte man wirklich zum Backen nehmen und nicht rauchen.

Bis zur gescheiterten Alkoholprohibition wäre kaum einer auf den Gedanken gekommen, Haschisch zu verbieten. Demnach erklärt Johann Hari in seinem Buch „Chasing the Scream: The First and Last Days of the War on Drugs", dass Harry Anslinger zu Zeiten der Alkoholprohibition dieses Haschisch, welches wegen seinem Wirken oder Mitwirken praktisch weltweit verfolgt wurde, für nicht sonderlich gefährlich hielt, bis eben diese Alkoholprohibition beendet wurde und sein Job wankte.

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Haschisch ist weniger bedenklich

Nicht einmal Kaffee, Tee oder Aspirin sind „unbedenklich", warum sollte das für Haschisch notwendig sein, um es legal erwerben und konsumieren zu dürfen? Vor dem Verbot und nach dem Verbot war und wird es wieder möglich sein, Haschisch legal zu erwerben und zu konsumieren. Es ist dabei weniger bedenklich als Alkohol oder viele Schlafmittel. Damit ist es natürlich nicht unbedenklich aber wozu sollte es das auch sein? Die einen vertragen weniger Alkohol oder werden aggressiv oder trinken nach einer Zeit jeden Tag. Selbst wenn man mit Haschisch jeden Tag kiffen würde, wäre man abgesehen der Stigmatisierung und Verbote kaum aggressiv und hätte am nächsten Tag keinen dicken Kopf, bräuchte aber vielleicht erst mal einen starken Kaffee. Die Organe würden jedoch nicht leiden und auch in 30 Jahren hätte man sich seine körperliche Leistungsfähigkeit nicht kaputt gemacht.

Für einige ist Haschisch natürlich bedenklich, da sie es übertreiben oder es psychisch nicht so gut vertragen. Wie beim Alkohol übertreiben die meisten nur einige Jahre und bei psychischen Problemen lassen viele auch von alleine vom Kiffen wieder ab. Oder sie verstärken diese psychischen Probleme gar nicht sondern lindern diese durch Haschisch. Vor den ganzen Verboten ist die Menschheit immerhin auch nicht wahnsinnig geworden oder ausgestorben. Keiner hatte Angst vor kiffenden Indern.

Mit diesen ganzen Verboten wird es leider immer schlimmer, da wegen ihnen auch ganz andere Drogen auf den Markt geschwemmt, die Menschen durch die Verfolgung kaputt gemacht werden und ohne Perspektive ganz automatisch abstürzen. Warum nicht einfach dorthin auswandern, wo man bereits kiffen kann? Mit Haschisch lachen wir, mit Alkohol weint die Leber und bei totaler Abstinenz der Geist.