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Zweifelhafter Kommerz mit Rauschmitteln

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
MARIHUANA REGULATION
Heath Korvola via Getty Images
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Geld ist ein Machtmittel und Macht korrumpiert. F├╝r noch mehr Macht oder dem Machterhalt fliegen in kritischen Momenten alle Ideale ├╝ber Bord. Wie ist es, wenn mit Cannabis Geld verdient wird? In Mexiko gehen derzeit die Marihuanaums├Ątze zur├╝ck. Dort schie├čt man sich nach Wild West Manier noch immer den Weg frei.

Die Menschen, die das machen, sind nicht b├Âswillig auf die Welt gekommen. Diejenigen, die dem Tabak etwas Rebellisches geben, damit junge Menschen mit dem Rauchen anfangen, sind auch nicht b├Âse auf die Welt gekommen. Dieses Rebellische gaben sie gerne auch den Frauen f├╝r ihre Emanzipationsbewegung mit auf dem Weg, es handelt sich um Marketing.

Konsumierende Idealbilder

Die Zeiten, als Tabak noch toll war, liegen in den westlichen L├Ąndern hinter uns. Aber das sollte doch gen├╝gen, um vor der Cannabislegalisierung (Oder auch vor dessen einstigem Verbot nach der Alkoholrelegalisierung?) mal genauer ├╝ber alles nachzudenken: Brauchen wir leuchtende Reklametafeln, konsumierende Idealbilder, Fernseh- und Radiospots? Brauchen wir 1000 Wegweiser zur n├Ąchsten Abgabestelle?

Viele aus der Kernszene wollen genau das nicht und sind zum Teil sogar f├╝r Grauzonenregelungen. Aber in diesen Grauzonenregelungen kann es nat├╝rlich keine Qualit├Ątskontrollen geben und die n├Ąchste Regierung kann es sich ganz leicht anders ├╝berlegen. Wenn mit dem Marihuana jedoch gutes Geld verdient wird, dann kann man als Unternehmer auch ÔÇ×Lobbyverb├Ąnde" f├╝ttern. Oder wie ist es mit Pharma, Alkohol, Tabak und co.? Von einer Wahl zur n├Ąchsten kann man deren Business nicht wieder kippen.

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Ohne ÔÇ×Marktwirtschaft" geht es nicht

Der Konsument soll sich informieren k├Ânnen, er soll Auswahl haben. H├Ąndlern, die ungen├╝gende Qualit├Ąt und Service bieten, soll der Kunde ausweichen k├Ânnen. Daf├╝r braucht er jedoch keine blinkenden Leuchtschriften oder Werbeslogans mit der ÔÇ×Sch├Âne-heile-Konsumentenwelt"-Strategie. Es braucht lediglich erreichbare Anlaufstellen mit gen├╝gender Auswahl und Produktinformation.

Wer es will, findet seinen Weg und wer nicht m├Âchte, braucht es nicht t├Ąglich zehn Mal vor die Nase gehalten zu bekommen. (Das bedeutet jedoch nicht, dass die Verkaufs- und Konsumr├Ąume von innen oder in den abgeschirmten Au├čenbereichen grau und fad sein sollen.)

Dennoch soll man mit dem Marihuana gen├╝gend Geld verdienen k├Ânnen, um davon ohne Not leben zu k├Ânnen. Dann kommt man auch nicht automatisch auf ÔÇ×umsatzf├Ârdernde" Ideen. Wie bei den Zuckerr├╝ben oder Milchk├╝hen k├Ânnte es Kontingente f├╝r die Produktion geben, um eine ├ťbers├Ąttigung vom Markt zu umgehen. Auch die Steuern oder der durch Auflagen aufgeb├╝rdete Aufwand d├╝rfen nicht so hoch sein, dass der Schwarzmarkt einen unterbietet.

Der Schwarzmarkt

Den Schwarzmarkt sollte man eher ├╝ber den ├╝blichen Weg angreifen: Wer kein Unternehmen anmeldet und Waren handelt, macht sich angreifbar. Wer den Jugendschutz missachtet, kann ebenfalls geahndet werden. Es kann wie beim Tabak zus├Ątzliche Regelungen geben, dass man ohne Lizenz nur eine begrenzte Anzahl von Pflanzen anbauen darf. Allerdings w├Ąre eine begrenzte Anbaufl├Ąche besser, da Pflanzen ganz unterschiedlich gro├č sein k├Ânnen. Man sollte aber Outdoor und Indoor von einander trennen.

Das sind jedoch keine Verbote sondern Regulierungen. Diese wirken viel besser als Verbote oder die v├Âllige Freigabe, wie es paradoxer Weise beim Schwarzmarkt ist.

Und eben diese Regulierungen muss es nicht nur f├╝r Lebensmittelbetriebe, Textilhersteller oder Elektronikproduzenten sondern auch f├╝r Rauschmittel geben. In vielen Bereichen gibt es entweder zu viele oder zu wenige Regulierungen.

Und genau deswegen sollte man auch beim Marihuana nicht ├╝bertreiben, aber auch nicht dubiosen Gesch├Ąftemachern den Markt ├╝berlassen. Oder wie ist es mit den ganzen Zusatzstoffen beim Tabak, damit dieser besser schmeckt und sich beim Rauchen tiefer inhalieren l├Ąsst? Ist das ab einem gewissen Grad nicht eine unerw├╝nschte Konsumf├Ârderung?

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Wie soll die Cannabislegalisierung aussehen?

Die Cannabislegalisierung sollte gar nicht zu sehen sein. In der Schweiz scheiterte 2008 der Volksentscheid, da man bereits vorab ├╝berall kiffende Menschen in der ├ľffentlichkeit sah und es in einigen Ecken mehr Duftsackli-L├Ąden als B├Ąckereien gab.

Wenn sich dann auch noch kiffende Jugendliche beobachten lassen, die noch gar nicht kiffen sollten oder die Kiffer auf dem Weg zur Arbeit im Zug schon um 8 Uhr vormittags einen Joint rauchen, kann das vielen Leuten aufs Gem├╝t schlagen mit diesem ganzen ÔÇ×Rauschgiftkonsum". Warum sollte man nicht einfach auf die nach au├čen sichtbare Werbung verzichten und daf├╝r auf gut erreichbare Information setzen? Information, die einem jedoch nicht hinterherl├Ąuft?

Warum sollte man nicht einfach das Marihuanarauchen in der ├ľffentlichkeit verbieten? Die Konsumenten k├Ânnen mit einem dezenten Vaporizer dennoch konsumieren, aber es sieht schicker aus und ist ges├╝nder.

Regulierungen

Wer kiffen m├Âchte, der soll halt dorthin gehen, wo man kiffen kann. Der Verk├Ąufer soll einem nicht bis ins Wohnzimmer hinterher rennen, um seine Rauchmittel an den Mann oder die Frau zu bringen. Weiterhin sollte es umsetzbare Auflagen geben, die den Eigenanbau nicht unterbinden aber f├╝r die Gesch├Ąftsleute Qualit├Ątskontrollen voraussetzen.

Au├čerdem sollte unbedingt auf den Jugendschutz, die Substanztrennung bei den Verkaufsstellen und die Information und Pr├Ąvention geachtet werden. Dabei soll nicht in jeder Verkaufsstelle ein Sozialarbeiter sitzen, sondern der Weg zu diesem sollte zu den Grundinfos der Abgabestellen dazu geh├Âren. ÔÇ×Beipackzettel" w├Ąren ebenfalls solche Grundinformationen f├╝r den Vertrieb von Marihuana.

Und mit all den Regulierungen und der Gefahrenaufkl├Ąrung sollte man es nicht ├╝bertreiben. Ansonsten ist der Aufwand so hoch, dass man dem Schwarzmarkt keine Konkurrenz wird oder die Kunden gehen doch zu diesem Schwarzmarkt, um sich nicht bei jedem Marihuanakauf die Gesundheitsleviten lesen lassen zu m├╝ssen.

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