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Kochen mit potentem Hanf

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Grundlagenwissen zur Aufnahme von Cannabinoiden

Die Cannabinoide der Cannabispflanzen lassen sich durch das inhalieren nach einem verdampfen oder verbrennen aufnehmen und werden schnell wirken. Werden sie in Fetten gelöst, können sie auch über den Verdauungstrakt aufgenommen werden, sonst werden sie hingegen zum absoluten Großteil wieder ausgeschieden. Cannabinoide in Tinkturen können auch unter der Zuge eine Minute lang gehalten werden, um ohne ein Rauchen oder Verdauen aufgenommen zu werden. Hautsalben werden an den Hautstellen wirken, auf denen sie aufgetragen werden. Dieses sind die Möglichkeiten, um Cannabinoide aufzunehmen.

Das Kiffen oder neuerdings Vaporizieren haben sich durchsetzen können, da ein schneller Konsum mit kurzer Rauschwirkung möglich wird. Das Tetrahydrocannabinol wird nach dem Inhalieren für ca. 4 Stunden berauschend wirken, dann aber klingt es praktisch komplett ab. Man kann am Abend einen kiffen und ist am nächsten Tag wieder nüchtern. Wer sein Marihuana mit Fetten zu Speisen verarbeitet und diese isst, muss mindestens 30 oder bis zu 120 Minuten auf eine Wirkung warten, die bei einer Überdosis mehrere Tage anhalten kann. Eine normale Wirkdauer wären hier acht Stunden. Die Cannabinoide brauchen ihre Zeit, bis sie vom Darm aufgenommen werden. Bei einer Überdosis scheint der Darm jedoch langsamer zu arbeiten und das „Erlebnis" dauert demnach länger.

Noch etwas komplizierter wird es, wenn ein Teil vom Wirkstoff als dessen nicht wirksame Vorstufe vorliegt, die erst durch ein Decarboxylieren in die wirksame Stufe umgewandelt wird. Beispiel: THC-A sollte 40 bis 120 Minuten auf 80 bis 140° Celsius erwärmt werden, um zum wirksamen THC zu werden. Beim Kiffen oder Vaporisieren ist das weniger wichtig als beim Kochen. Hier darf man aber auch nicht weit über 140° Celsius hinaus, sonst verflüchtigen sich bereits die Cannabinoide im Ofen.

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Wenn Patienten nicht kiffen wollen

Viele Patienten müssen sozusagen durchgehend einen gewissen Pegel mit Cannabinoiden aufrecht erhalten, um sich wohl zu fühlen oder um ausreichend medizinisch versorgt zu sein. Sie möchten jedoch nicht rauchen. Dann bietet es sich an, das Cannabis mit Fetten zu Speisen zu verarbeiten. Wer die Zutaten gut vermengt, kann nach einem ersten Kosten seiner Speisen sehr gut dosieren. Wer Erfahrungswerte mit bringt, kann auch raffinierte Speisen für die direkte Einnahme zubereiten und wird dennoch nicht zu viel davon auf einmal verzehren. Deswegen hat der Clusterkopf- Schmerzpatient Rüdiger Klos-Neumann nach erhaltener Ausnahmegenehmigung nach §3 Abs. 2 BtMG das Kochen mit Cannabinoiden erlernt. Wer bereits das Kochen als Leidenschaft betrachtet und diese Ausnahmegenehmigung in der Tasche hat, zählt schnell 1 und 1 zusammen.

Rüdiger hat den Kochlöffel fest im Griff und möchte nun anderen Patienten mit Ausnahmegenehmigung nach §3 Abs. 2 BtMG das potente Kochen bei bringen. Mit der Hilfe anderer Patienten hat er Canna Gusto ins Leben gerufen. Es ist die Kochshow von Patienten für Patienten und hier wird potent gekocht.

Warum Canna Gusto schauen?

Viele können bereits sehr gut kochen und fragen sich: „Was will der mir noch beibringen?" All diejenigen sollten sich noch einmal den ersten Abschnitt im Artikel durch lesen: Wenn Cannabinoide nicht auf die richtige Weise verzehrt werden, wird sich keinerlei Wirkung einstellen. Dass Rüdiger tolle Sachen kocht, ist nur zur Abrundung der ganzen Kochshow. Hier geht es darum, dass man mit der richtigen Dosierung kocht und die Cannabinoide auch in der Blutlaufbahn ankommen werden.

Wer sein Cannabis nicht richtig in die Speisen einbringt, könnte es auch gegen Oregano ersetzen. Deswegen lohnt sich Canna Gusto. Rüdiger kocht im Übrigen auf den richtigen Veranstaltungen live. Hier wären ein eigenes Patienten Kochevent Ende August 2016 oder das Hammf e.V. Sommerfest Ende September 2016 zu erwähnen.