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Katzennetz oder Katzenklappe?

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Die Deutschen lassen das Deutschsein nicht

Aufgrund einer dicken bösen Katze hatten die eigenen beiden Schmusekatzen immer wieder panische Angst und der Dosenöffner ein paar Narben. Das dicke Tier springt an den Arm, kratzt mit den Hinterkrallen die Hand auf und beißt in den Arm, so tief es geht. Diese Agrokatze sprang einst bereits auf dem Kitten herum, aber selbst als Katze kann sich die schmusige Zoe nicht wehren. Auch Dgani sah nur die Flucht als Möglichkeit. Somit war es der Dosenöffner, der das kämpfen lernen musste. Der Schrubber allein beeindruckte Dickes Böses Katzentier nicht wirklich, man musste noch einen Wasserwerfer dazu in die Hand nehmen, um sich dem Kampf wirklich stellen zu können.

Warum nicht ein Katzennetz über den Balkon ziehen? Es muss nur ein Holzrahmengestell mit imprägnierten Dachleisten aufgestellt werden, welches mit dem Katzennetz überspannt wird. Man muss also nicht in das Mauerwerk dübeln, und das ganze Gebilde stand für unter 100 Euro fertig da. Soweit so gut, wäre da nicht der Deutsche, der so typisch Deutsch ist, dass selbst die gebürtigen Deutschen ihn hassen. Deutschland ist nicht nicht Grundlos eines der Länder mit der geringsten Geburtenrate. Gibt es aus den Geburtsjahren um 1965 ca. 1,3 Millionen Bürger (pro Jahr) im Land, so sind es bei dem Geburtsjahr 2010 nur noch rund 650.000.

Damit sollte sich das Problem des Deutschseins bald erledigt haben, bislang muss das Katzennetz jedoch weg. Die Deutschen lassen das Deutschsein nicht und das macht einem das Leben in Deutschland leider wirklich zunichte. Die Deutschen haben auf die Deutschen auch nicht mehr wirklich Lust und schalten für die „Gespräche" direkt Anwälte dazwischen. Dabei lag es nicht am deutschen Eigentümer sondern doch an der deutschen Hausverwaltung. Aber das sollte für in Deutschland lebende Erdenbürger keine Neuheit sein, dass Scheiße in der Geschenkverpackung mit rosa Schleife drum herum immer noch Scheiße ist.

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Katzennetz durch Chipklappe ersetzen?

Jetzt stellt sich also das alte Problem wieder ein, mit Kampfhandlungen gegen Dickes Böses Katzentier die eigenen Hauskatzen in ihrem natürlichem Lebensraum verteidigen zu müssen. Schrubber und Wasserwerfer stehen parat, aber die Katzen wollen auch bei Nacht raus. Warum nicht einfach die Katzenklappe aus der Tür gegen eine Chipklappe ersetzen? Unkundig befragt der Dosenöffner Google und erfährt, dass es eigentlich keine Chipklappe gibt, die zu 100% unterbindet, dass Feindkatzen mit in die Wohnung kommen. Wenn diese zu dicht der Schmusekatze hinterher sind, fällt die Klappe nicht weit genug zurück, damit die Verriegelung greift. Weiterhin wird mit dem Chip der Riegel immer für einige Sekunden geöffnet. Bei vielen Modellen kann die Klappe demnach sogar zurück schnellen, der Riegel ist noch nicht wieder ausgefahren und die Feindkatze rockt die Wohnung!

Es wurde gestöbert und wirklich brauchbare Katzenklappen sind Mangelware. Aus purer Verzweiflung wurde sogar beim Support der „SureFlap dual Microchip" angerufen, weil das Datenblatt nicht alles beantwortet. Wenn denn die Katze sich vor die Klappe setzt, löst sie dann den Riegel, damit die Feindkatze rein kann? „Nein, das wird nicht passieren." Gekauft, eingebaut und leider dann erst geprüft, dafür aber richtig geflucht. Wenn die Chipkatze gegen die „SureFlap dual Microchip" drückt, wird diese Aktiviert. Das macht sie natürlich auch dann, wenn auf der anderen Seite die Feindkatze sitzt, die angefaucht aber nicht rein gelassen werden darf. Diese Chipklappe entriegelt immer zu beiden Seiten und lässt sich nicht modifizieren. Damit ist sie absolut ungeeignet für den Verteidigungskampf, wenn man zwischen 12 und 12 Uhr schlafen möchte. Die „SureFlap dual Microchip" wird ausdrücklich nicht zur Feindkatzenabwehr empfohlen.

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Brauchbare Feinkatzenabwehr - Chipklappe gefunden

Die PetPorte SmartFlap war die einzige andere Chipklappe, die nach einer Googleprüfung bedingt in Frage kommt. Das kleine Vordach kommt zur Außenseite, hier wird der Chip gelesen und die Katzenklappe wird für eine eingestellte Zeiteinheit geöffnet. Raus können die Katzen immer, solange sie nicht mit 5 Sekunden auf die rechte Taste verriegelt (und später genauso entriegelt) wird. Das würde bedeuten, dass in der Normaleinstellung die eindringenden Feindkatzen im Rückzugsgefecht nicht festsitzen würde und man mit Schrubber und Wasserwerfer gute Chancen hätte, unblutig aus dem Gefecht zu gehen. Dickes Böses Katzentier pisst nicht nur die Bude voll und reißt den Teppich von den Stufen: Sie zerreißt auch die Hosen und lässt den Dosenöffner bluten!

Die PetPorte SmartFlap

Die PetPorte SmartFlap ist nicht einmal besonders teuer. Bevor man richtig beginnt, wird der Empfänger auf die Vorderseite gebaut, um die Katzen zu scannen. Diese müssen natürlich bereits mit einem Chip versehen sein. Wenn es der richtige Chip ist, werden die Katzen erkannt und die Katzenklappe wird entriegeln, wenn die Katzen unter dem Empfänger her laufen und diese Chipklappe passend eingestellt wird. Wenn alles klappt, kann der Empfänger abgebaut werden, er kommt später auf die Rückseite. Die PetPorte SmartFlap kann durch Glas, durch die Tür oder durch die Wand gesetzt werden. Man sollte die Beschreibung beachten und handwerklich begabt sein, um das gute Stück anzubringen.

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Damit die Feindkatzen bei der Verfolgung möglichst nicht mit rein kommen, sollte die Verriegelungszeit möglichst knapp bemessen werden. Wenn man den Empfänger aber nicht direkt an die Chipklappe setzt, sondern bei einer dicken Wand in 30 cm Entfernung, dann sitzt die langsame Katze im Tunnel und muss erst ganz zurück und wieder neu starten. Das verstehen Katzen nicht so schnell, aber nach einigen Wochen gehen sie zurück, bis sie das Klacken der Entriegelung hören und wissen, dass sie nun wieder vor können. Bei Verfolgungsjagden sitzt die Schmusekatze jedoch fest und kotet und pisst sich ein. Ein weiteres Problem könnte das Kabel vom Empfänger zur eigentlichen Katzenklappe werden, welches recht dünn ist. Die Katzen könnten es schnell mal durchbeißen oder raus reißen. Behoben ist das Problem, wenn man das dünne Kabel durch einen Halbzoll- Wasserschlauch recht starr über die Tunnelverlängerung der Katzenklappe zu dieser hin legt.

Aber man kann einfach in der Innenwand das Loch oben größer ausnehmen, um den Empfänger nicht außen vor die Wand zu setzen sondern in diese einzulassen. Wäre die Wand zu dünn für den vorstehenden Empfänger, dann kittet man hinterher die Ritzen von Außen wieder zu. Im Übrigen ist es gut, wenn zur Innen- und Außenseite eine Katzenklappe ist, die den Wind abhält, damit bei Kälte weniger Wärme verloren geht. Es kann eine ganz normale Katzenklappe von Außen vorgebaut werden.

Die Katzen müssen generell die Öffnung der Chipklappe gut erreichen können. Man sollte mit dieser ca. 10 cm über dem Boden abschließen oder ein Podest davor setzen. Auch ohne Chip ist eine Katzenklappe der Hit, um im Winter Heizkosten zu sparen oder nicht ständig die Katzen rein und rauslassen zu müssen.

Es sollte dabei klar sein, dass man für diese Schritte befugt sein muss, das Loch in die Wand zu stemmen und es wieder versiegelt, wenn man die Katzenklappe vor einem Umzug ausbaut. Das würde aber auch für den Einbau in die Türen oder Fenster gelten, dass man alles irgendwann rückbaut.

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Wenn der Empfänger direkt hinter der Chipklappe sitzt, dann kann mit einer sehr kurzen Zeit gearbeitet werden. Alternativ wäre es auch ok, wenn diese Katzenklappe nicht jedes Mal den ganzen Zeitintervall abwartet, sondern laufend neu scannt, solange die Katze unter dem Empfänger sitzt. Da dieses auch die einzige Chipklappe mit Netzstecker ist, muss der Akku nicht geschont werden, der im Übrigen nur eingeschränkten Funktionsumfang bietet und somit keine Empfehlung ist.

Auf unerklärliche Weise schloss diese Chipklappe nicht mehr richtig, wenn eine der beiden Schmusekatzen rein kam und zwei Mal war Dickes Böses Miststück in der Wohnung. Es wurde erst ein Reinigen probiert, welches keine Lösung war. Die Vermutung lag nahe, dass man einfach flache Magneten ganz unten in die geöffnete Chipklappe legt und die Verkleidung wieder aufsetzt. In der transparenten Klappe ist etwas Metall und die Magneten ziehen es auf Position. Mit 99 Cents für die flachen Baumarktmagneten funktioniert alles wieder einwandfrei. Dickes Böses Miststück war nach rund drei Quartalen nur diese beiden Male durch die Chip Klappe rein gekommen.

Problem mit der PetPorte SmartFlap gelöst?

Leider löst all das nicht das Problem mit den Deutschen, die das Deutschsein nicht lassen. Diese sind erfinderisch und denken sich schnell den nächsten Mist aus, um die nächste Runde einzuleiten. Aber so können die Schmusekatzen wenigstens rein und raus. Solange Dickes Böses Katzentier nicht direkt im Windschatten mit rein huscht, bleibt es draußen. Nur dann, wenn man weg fährt, geht das leider nicht, da Dickes Böses Katzentier ab und an mal doch in die Bude kommen wird und man mit Schrubber und Wasserwerfer die Schmusekatzen beschützen müsste.

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Schmusekatzen trösten

Schmusekatzen im Schock wollen nicht immer nur schmusen. Man muss ihre PTBS unbedingt behandeln, damit sie auch weiterhin als Hauskatzen in ihrem angestammten Lebensraum nicht innerlich zugrunde gehen. Das Bosch PFP 5230 Heizkissen auf Stufe 1 oder 2 hat Schlimmeres bereits verhindert. Es wurde eigens ein Intervallrelais vorgeschaltet, damit es nicht nach 30 Minuten aus geht. Hierauf verbringen die Katzen ihren Winter. Im Sommer hingegen möchten die Katzen sich in der Natur bedröhnen. Sie fahren voll auf Katzenminze, Katzengamander und Baldrian ab, den man unbedingt überall anpflanzen sollte.

Die anderen Drogen sollte man hingegen lieber selber nehmen und in keinem Fall den Katzen geben. Immerhin muss das eigene PTBS ebenfalls behandelt werden, Schmusekatzen allein reichen nicht!

Der Nachteil am Baldrian, dem Katzengamander und der Katzenminze wäre natürlich, dass auch Dickes Böses Katzentier häufiger vorbei kommen wird. Aber es gibt Abwehrdornen, mit denen ihr der Weg vermint wird. Möglicherweise klappt es sogar, dass die Hauskatzen am Haus bleiben, wenn man nur genug Abwehrdornen aufbaut.

Ps: Klappt leider nicht, die laufen einfach über die doofen Abwehrdornen drüber, zugedröhnt auf Katzenminze, Katzengamander und Baldrian, wie sie nun mal sind.

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