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Ist Auftausalz erlaubt oder nicht?

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Salz kann Pflanzen und das Grundwasser gefährden

Nicht nur in Regionen mit geballter Massenviehaltung weist das Grundwasser gewisse Mängel auf. Kunstdünger kann ebenfalls in das Grundwasser gelangen und dessen Trinkwasserqualität mindern. Das gleiche gilt für Auftausalz, welches zudem der Vegetation schaden kann.

Wenn in einem strengen Winter die Wege ständig mit Auftausalz enteist werden, schwemmt dieses Salzwasser nicht nur in die Kanalisation, es kann den Pflanzen zu den Wegesrändern und in den angrenzenden Gewässern viel zu viel werden. Es gibt durchaus Pflanzen, die viele Nährsalze vertragen. Es gibt auch viele Schwachzehrer, wie den Wollziest als beliebten Bodendecker, der schnell eingehen wird. Aber auch die sogenannten Starkzehrer kriegen irgendwann zu viel und gehen ein. Wenn es sich dann auch noch um Bäume oder andere, vielleicht auch geschützte Gewächse handelt, die man nicht einfach austauschen kann, ist der Schaden groß.

Deswegen ist in vielen Gemeinden die Verwendung von Auftausalz strikt untersagt oder es gelten nur wenige Ausnahmen. Viele Bürger wissen das allerdings nicht. Robinwood gibt eine Info PDF heraus und beantwortet Anfragen zum Auftausalz unter wald@robinwood.de. Man kann alternativ auch einfach im Bürgeramt der Gemeinde anfragen, welche Auflagen für den eigenen Wohnort gelten. Die Natur sollte es uns allerdings wert sein, dass einfach auf das Auftausalz verzichtet wird.

Alternativen zum Auftausalz

Neben dem Auftausalz gibt es auch andere Möglichkeiten zum Streuen, die allesamt als Körner unter den Schuhen in die Eisdecke rein gedrückt werden und Halt geben. Hier eine unvollständige Liste:

- Lavagranulat
- Holzasche
- Split aus Kies oder Blähton
- Sand
- Granulat aus Pflanzenmaterial

Scharfkantiges Streugut bleibt unter weichen Schuhsohlen hängen, man sollte vor die Hauseingänge entsprechende Fußmatten legen und diese benutzen. Empfindliche Böden wären mit Pech ansonsten schnell zerkratzt. Bei Blähton, Holzasche, Sand oder Granulaten aus Pflanzenmaterialien wäre diese Gefahr nicht in dem Maß gegeben.

Wenn ein Weg ständig genutzt wird, schieben die vielen Füße das Streugut zu den Rändern. Hier kann es einfach wieder gesammelt und erneut verwendet werden. Ansonsten holt es sich die Straßenkehrmaschine oder es sinkt zu den Wegesrändern ein, ohne Schaden anzurichten.

Wissenswertes zum Streuen

Wenn es schneit, wird zuerst geräumt und dann gestreut. Ist der Schnee schon fest getreten, dann wird die Schneeschaufel wenig helfen. Man sollte eine Baustellenschaufel griffbereit haben, mit der man sich einmal zum Boden durch arbeitet und dann einfach unter die Schneeschicht greift. Wenn es nicht mehr runter geht oder wenn es schnell gehen muss, dann wird eben oben drüber gestreut. Ein Streuwagen, der sich für das verwendete Streugut eignet, kann alles sehr beschleunigen und auch Streugut sparen. Man kann es auch aus einem Eimer heraus mit einer kleinen Schaufel streuen.

Man selber ist als Eigentümer oder Mieter zum Räumen der angrenzenden öffentlichen Wege vom Grundstück oder der öffentlichen Zugänge auf dem Grundstück verpflichtet. Sollte jemand stürzen und zu Schaden kommen, wird möglicherweise gegen den für den Räumdienst Zuständigen ermittelt. Es wird sogar erwartet, alle paar Stunden zu räumen, sollte es gerade wirklich stark schneien oder überfrieren. Das gilt natürlich nur für die Gehwege. Wer eine Zufahrt hat, muss nicht 5 Meter sondern nur 50 cm breit räumen.

Der ultimative Tipp besteht darin, das Streugut vor dem ersten Schnee oder Frost zu erstehen. Sobald alle in die Läden gehen, ist das Streugut schnell abverkauft. Die Händler wissen nicht, wie kalt der Winter wird und scheuen das unternehmerische Risiko, sich das Warenlager mit Streugut bis zum nächsten kalten Winter zu blockieren.

http://i.huffpost.com/gen/3928974/images/s-HOME-AND-SNOW-AND-SHOVEL-small.jpg