Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Robert Brungert Headshot

Haltung von Zwerghühnern im kleinen Garten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Den Tieren etwas bieten

Dem Namen nach sind Zwerghühner kleiner, als die gewöhnlichen Hühnerrassen, womit sie auch mit weniger Platz gehalten werden können. Von Natur aus lieben Hühner es, wenn sie einen sicheren Unterschlupf für die Nacht haben und über Tag rum laufen, scharren, im Sand baden und picken können. Hühner bevorzugen Insekten und Körner, sie fressen allerdings auch grüne Pflanzenteile und einfach alles, was sie finden. Dabei scharren sie die ganze Zeit. Wer ein Gehege einrichtet und vielen Hühnern Auslauf gewährt, der findet in diesem Gehege schon bald kein Grün sondern muss füttern. Neben Körnern vertilgen die Hühner auch gerne die Reste vom frischen Salat, Kartoffelschalen oder andere bekömmliche Pflanzenteile.

Im Hühnervolk soll es immer nur einen Hahn geben sowie die Hennen eine „Hackordnung" haben. Bei wenig Raum wird es den rangniedrigsten Tieren schlecht ergehen, da sie nicht ausweichen können. Besser ist es, ein paar weniger Hühner zu halten, denen es besser geht.

Der Unterschlupf

Hühner sitzen gerne auf einer Stange und schlafen auch auf dieser. Eine Holzstange wie Besenstiele werden die Füße im Winter nicht auskühlen. Weiterhin ist etwas Stroh am Boden nicht verkehrt. Für das Brüten wären Brutboxen gut. Wer ein Fake-Ei hinein legt, der kann immer die Eier klauen. Solange das Huhn denkt, dass ein Ei dort liegt, aber erst bei zehn mit dem Brüten beginnt, wird es weitere Eier dazu legen.

Der Unterschlupf soll im Gartenhaus oder Unterstand möglichst abgetrennt werden. Auf dem Boden Stroh, ein paar Besenstiele oder auch Leinen durch den Raum hängen und pro Henne am besten eine Brutbox anbieten. Diese können natürlich selber aus Sperrholz gezimmert werden, am besten mit Deckel. Es können jedoch auch nach vorne offene Obstkisten aus Holz mit einem Deckel versehen werden. Ohne Brutkisten bauen die Hennen ihre Nester an anderen Orten. Brutkisten sind praktischer.

Weiterhin soll natürlich eine Wasser- und Futterstelle eingerichtet werden. Das kann jedoch auch draußen sein, um drinnen Platz zu sparen. Die Wasserstelle darf im Winter natürlich nicht zu frieren. Es soll im Winter auch nicht zu kalt im Unterschlupf werden. Es muss jedoch nicht geheizt werden, etwas dämmen kann jedoch nicht schaden.

Der Außenbereich

Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Hühner einfach rum laufen lassen oder einen Auslauf bauen. Gerade dann, wenn die Hühner nicht mehr fliehen können, ist es wichtig, dass keine Marder oder Füchse in der Gegend sind oder sich ansonsten keinen Zutritt verschaffen könnten. Das Gehege soll also auch Schutz bieten. Es muss sogar nach oben mit einem Netz oder ähnlichem Gebilde geschützt werden. Hühnerartige können nicht fliegen aber doch flattern. Damit sie nicht doch raus flattern, muss es nach oben dicht sein. Es muss jedoch auch dicht sein, damit keine Greifvögel runter schnellen können.

Ob die Hühner frei herum laufen oder im Gehege sind: Sie sollen neben der Wasser- und Futterstelle auch eine Stelle mit Sand haben. Hühner baden im Sand, um ihre Parasiten zu bekämpfen. Weiterhin wollen Hühner schnell Deckung finden und auch mal im Schatten sitzen.

Wer einen kleinen Garten für Zwerghühner einrichtet, der sollte wissen, dass diese sich nicht an Gartengrenzen halten werden. Sie werden vielleicht auf der Straße überfahren oder der Nachbar ist schnell wütend, wenn das Federvieh seinen Garten begutachtet. Wer nicht abgelegen und geschützt lebt, sollte also ein Gehege einrichten. Das Ständerwerk soll so hoch sein, dass man im Gehege laufen kann. Für Zwerghühner sollen es wenigstens 10, besser über 20 m² sein. Auf 10 m² sollen es eher drei als vier Zwerghühner werden. Im Innenbereich passen auch noch mehr Zwerghühner auf nur einen m². Man stellt und hängt die Brutkisten samt Leinen einfach höher und hat unten Platz für Stroh.

2017-03-19-1489931651-7789211-zwerghuehner32.jpg

Spaß mit den Zwerghühnern

Hühnerartige sind vielleicht nicht intelligent wie Delphine oder Schimpansen, es kann ihnen jedoch dennoch ein Verhalten antrainiert werden. Hühner lieben Insekten und Kleintiere. Diese finden sich immer unter Brettern und Steinen. Wer diese überall im Garten auslegt, kann mit den Zwerghühnern regelmäßig eine Runde laufen, um die Bretter und Steine zu wenden. Die Hühner werden schnell dahinter kommen und mit laufen, wenn man sie für die ersten Runden mit ein paar Körnern lockt.

Wer sie zugleich in den dunklen Morgen- oder Abendstunden noch einmal durch den Garten lockt, dem fressen sie glatt die Schnecken weg. Hühner scharren zwar so lange, bis alles Grün weg ist. Sie können aber auch eingesetzt werden, um das Getier ein wenig weg zu picken. Dabei werden dann vor allem die Hühner ihren Spaß haben und später diejenigen, die die Eier essen.

Nach den Rundgängen kriegt man seine Zwerghühner recht schnell wieder in das Gehege, wenn ihnen noch ein paar Leckereien hinein geworfen werden. Wenn ein Hühnervolk das Spiel einmal kennt, können auch neue Hühner dazu gesetzt werden. Diese werden einfach mit laufen und kennen das Spiel dann selber.

Selbst bei Zwerghühnern gibt es große Unterschiede in der Art oder Zuchtlinie. Wer seinen Garten mit einigen Zwerghühnern teilen möchte, kann hier ein paar Grundlagen finden.

http://i.huffpost.com/gen/4582712/images/s-CHICKEN-MOSQUITO-small.jpg