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Gutes Hühnerfutter, gute Hühnereier und kein Fiprinol-Skandal

18/11/2017 14:25 CET | Aktualisiert 19/11/2017 21:33 CET

Unbedenkliche Eier von eigenen Hühnern

Gift in Lebensmitteln ist nicht erst seit dem Fiprinol-Skandal ein Begriff. Dieser Fiprinol-Skandal umspannt fast die ganze EU und weitere Länder, vielfach wurden Eier deswegen vernichtet. Es sind nicht allein solche Gifte, es ist auch eine industrialisierte Lebensmittelproduktion, bei der Fleisch, Eier, Gemüse, Obst oder auch Milch und andere Grundnahrungsmittel noch den Brennwert, nicht aber ihre Qualität mitbringen. Die Pharmaindustrie lässt uns natürlich nicht sterben, dafür verdient sie zu gut an uns. Es stellt sich die Frage, ob billig essen nicht auf Dauer zu Lasten der Lebensqualität und Krankenkassen geht.

Mit den ersten beiden Teilen „Wegen dem Fipronil-Skandal eigene Hühner halten" und „Eigener Hühnerstall für Eier ohne Fipronil-Skandal" wurde bereits angeregt, eigene Hühner zu halten, um eigene Eier und vielleicht auch mal ein paar eigene Suppenhühner zu produzieren. Ohne das richtige Futter wird natürlich nicht viel bei rumkommen, so ist es nun mal in der Tierhaltung. Aber mit dem richtigen Futter werden einem die Eier wieder schmecken und nicht mit Giftstoffen belasten.

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Bildquelle: Naturnahes Hühnerfutter mit Blüten, Kräutern und Karotten ©Huehner-Hof.com

Es gibt ganz unterschiedliche Hühnerrassen. Küken sowie Rassen, die während der Mauser sehr viel Federn bilden oder auch Legehühner brauchen mehr Eiweiß. Legehühner brauchen zugleich Kalk zur Bildung der Eierschalen. Schwere Fleischhühner brauchen viel Energie, wenn sie schnell heranwachsen sollen. Wenn das Futter knapp oder nicht gehaltvoll ist, wachsen die Hühner im besten Fall langsamer oder legen weniger Eier. Im schlechtesten nehmen bereits die Küken einen Entwicklungsschaden sowie sich auch bei adulten Hühnern Defizite einstellen. Wer die Hühner hingegen überfüttert, der kann ihnen bei vielen Rassen beim Verfetten zusehen. Damit leiden die Legeleistung samt der Gesundheit. Es gibt sogar einige schwere Rassen, die vor Schreck tot umfallen können. Wer diese auch noch bis zur Verfettung füttert, kann sie mit einem Knall direkt alle einsammeln.

Kükenstarter, Legemehl oder Alleinfutter?

Küken müssen schnell wachsen und müssen ihr ganzes Federkleid sowie das Knochengerüst hervor bilden. Bei einseitiger Fütterung oder knapper Fütterung wird das nicht gehen, es kann zu „Entwicklungslöchern" kommen, die nicht allein Zeit ziehen, sondern das Huhn bleibend in seinen Leistungsmerkmalen schädigen können. Beim Kükenstarter stellt sich die Frage, ob man seine Küken gegen Kokzidien geimpft hat. Dann soll der Kükenstarter in keinem Fall mit Kokzidiostatika versetzt sein. Dieses würde die Küken etwas gegen die Erkrankung impfen, gegen die Impfung jedoch entgegenwirken. Ohne eine Impfung kann es also durchaus verwendet werden, um eine praktisch automatisch eintretende Erkrankung zu schwächen. Mit der Infektion bilden die Tiere Abwehrstoffe, es ist also nicht zwingend eine Impfung oder Futter mit Kokzidiostatika notwendig. Die Küken freuen sich natürlich, wenn sie besser mit der Infektion fertig werden, es liegt aber auch im Blickwinkel des Halters, ob er solch ein Futter wünscht.

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Bildquelle: Küken fressen Kükenstarter ©Huehner-Haltung.de

Im Legefutter ist dem Namen nach bereits alles enthalten, was Hennen brauchen, um am laufenden Band Eier zu legen. Wenn diese nicht im Winter legen, kann man zum Alleinfutter übergehen, welches auch für Hähne geeignet wäre. Werden Hennen und Hähne zusammengehalten, erhalten Hähne natürlich aus Bequemlichkeit das gleiche Futter, selbst wenn es Legefutter ist.

Der Kükenstarter soll für wenigstens sechs bis acht Wochen gegeben werden und kann ab der vierten Woche etwas mit Futter für Junghennen gemischt werden, um dessen Anteil Schritt um Schritt zu erhöhen. Ein Mastfutter wäre hingegen nur bei aussortierten Junghennen und Junghähnen zu verwenden, wenn diese wirklich auf den Tisch sollen. Ansonsten ist es nicht allein für Hühner besser, wenn sie beim Heranwachsen etwas mehr Zeit haben, damit sich auch das Knochengerüst besser aufbaut. Sie sollen jedoch nicht hungernd heranwachsen.

Für einige Hühnerrassen mit sehr speziellem Nährstoffbedarf wäre eine spezielle Futtermischung zu verwenden. Für Barthühner soll in keinem Fall staubendes Hühnerfutter genommen werden.

Pellets, Mehl oder Körner?

Bei der Herstellung von Pellets wird alles zu Mehl verarbeitet und wieder zusammengepresst. Jedes Pellet hat alle Nährstoffe, kein Huhn kann sich die Sahnestücke herauspicken. Das ginge bei Körnermischungen sogar sehr gut. Bei grobem Mehl brauchen die Tiere länger zum Fressen. Wenn sie für die Fütterung im Stall nicht viel Zeit haben, wären also Pellets oder Körner die bessere Wahl.

In die Streu oder in den Freilauf soll eine Handvoll Körner gestreut werden, damit die Hühner scharren und sich damit auch bewegen, das beugt dem Verfetten entgegen. Wenn möglich, dann soll es sich nicht um eine einzige Getreidesorte, sondern um einen Mix handeln, da jede Getreidesorte wieder ihre Eigenschaften hat. Maiskörner sollen schon gebrochen werden, damit sie auch von kleinen Rassen gut gepickt werden können.

Werden die Küken zusammen mit den Glucken aufgezogen, sollen sie Futter in der Struktur erhalten, welches die Glucken kriegen. Erhalten diese keine Pellets, die Küken jedoch ausschließlich, erklärt die Glucke den Küken möglicherweise nicht, dass es ihr Futter ist und diese nehmen Schaden.

Muss es Fertigfutter sein?

Hühner wollen nicht nur trockene Körner, sie wollen im Freilauf auch ein paar Würmer und sie fressen gerne Kräuter und auch Früchte. Es handelt sich um Allesfresser. Wenn in der eigenen Küche Reste von Obst und Gemüse überbleiben, die man rein technisch selber noch essen könnte und die nicht gewürzt sind, dann kann man sie in den Freilauf der Hühner werfen. Auch Reis oder ein paar andere ungewürzte Lebensmittelreste könnten in diesen geworfen werden. Man kann alternativ alles auf den Kompost werfen. Wenn die Hühner diesen erreichen können, haben sie auf diesem direkt noch ein paar Würmer dabei.

Wenn die Hühner sich ihr Futter zu einem guten Teil selber suchen können, kann die Futtermenge bei der zusätzlichen Fütterung reduziert werden, sowie man weniger auf die Ausgewogenheit vom Futter achten muss. Küken sollen jedoch noch nicht viel Fläche zum rumlaufen haben sowie sie getrennt von der Hühnerschar zusammen oder ohne die Glucke aufgezogen werden. Hier wäre wieder der Kükenstarter sehr wichtig.

Wenn die herangewachsenen Hühner ebenfalls kaum Futter im Freilauf finden und fast ausschließlich auf die Fütterung angewiesen sind, dann ist es viel wichtiger, dass gelegentlich passende Grünabfälle in das Gehege geworfen werden und ein hochwertiges Futter passend zur Lebensphase und Lebenssituation der Hühner gegeben wird. Legehennen sollen z.B. in der Legephase immer etwas Legefutter erhalten sowie während der Mauser auf mehr Eiweiß zu achten ist. Selbsterklärend ist, dass das Futter so gelagert wird, dass es nicht verdirbt und bei einem Verderben entsorgt wird.

Wer all das beachtet, der soll mal die Eier der eigenen Hühner und ein paar „normale" Eier in den Topf werfen und nach dem Kochen je eines verspeisen: Welches sieht besser aus und schmeckt besser? Das, wo die Hühner das bessere Futter hatten und damit auch die glücklicheren waren.

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