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Geburtenkontrolle - Sind Menschen dümmer als Schnecken?

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Der Mensch sich seiner bewusst und Tieren überlegen?

Wer sich einmal die Entwicklung der Weltbevölkerung über die Jahrhunderte hinweg ansieht, der findet um ca. 400 vor Christi einen flachen Sprung auf vielleicht 150 Millionen Menschen weltweit, diese Zahl bleibt bis ca. 900 nach Christi stabil und steigt auf bis ca. 200 Millionen Menschen. Auch dann braucht es noch bis zum Jahr 1700, in dem eine Weltbevölkerung von ca. 500 Millionen Menschen erreicht wurde. Jetzt geht es jedoch rasant weiter und verdreifacht sich innerhalb von 200 Jahren oder verelffacht sich innerhalb von 300 Jahren. Zu diesen Zeiten fanden die Kolonialisierung und anschließend die Globalisierung oder ab ca. 1870 das Erdölzeitalter statt. Ein Segen für die Menschheit, weil teilen Spaß macht und wir nun mit mehr Menschen teilen können?

Das mit dem Teilen klappt dank der Globalisierung unserer westlichen Wertekultur immer weniger wohingegen das in vielen Naturvölkern oder einstigen Kulturen keinerlei Problem darstellte. Aber wo man nur wenig hat, setzt man halt weniger Kinder in die Welt, damit es für alle reicht? Und wo die Menschen sich fett fressen können, reicht es für viele und alle gründen große Familien? Ungefähr so würden es Schnecken im Aquarium machen, deren Population man sehr gut durch eine Futterverknappung in den Griff kriegen kann. Menschen sind natürlich weiter als Wirbellose entwickelt und denken gar nicht dran. Dort, wo man viel hat, behält man alles für sich alleine und setzt gewiss keine Erben in die Welt. Dort, wo man schon hungert, hungern bald noch mehr. Sind Menschen dümmer als Schnecken?

Faktoren, die auf die Geburtenzahlen von Zivilisationsmenschen greifen könnten

Der zivilisierte und bewusst denkende Mensch setzt nicht unkontrolliert Erben in die Welt, die er zuerst einmal 18 Jahre ernähren muss. Es wird nicht grundlos von Familienplanung gesprochen. Erst Schule, dann Ausbildung und ein paar Jahre arbeiten. Hat man sich eine Existenz aufgebaut, kann man über Nachwuchs nachdenken, solange dieser nicht die eigene Karriere, die finanziellen Möglichkeiten oder den eigenen Lebensstil gefährdet.

- Mütter mit kleinen Kindern fallen in der Karriereleiter meist direkt senkrecht zu Boden und können höchstens noch die einfacheren und unqualifizierteren Arbeiten verrichten.

- Wer knapp bei Kasse ist, wird es sich grundlegend überlegen, ob er noch ein paar weitere Kostenfaktoren durchbringen kann. Es geht dabei nicht nur um ein paar Möbel, Kleidungsstücke und Lebensmittel sondern auch um eine größere Wohnung, ein größeres Auto und andere steigende Kostenfaktoren.

- Wer für seine Arbeit und/oder Privatleben viel Zeit benötigt, wird diese durch den Nachwuchs wahrscheinlich nicht mehr haben. Für viele ist das ein springender Punkt.

Ein weiterer relevanter Punkt ist bei vielen, dass sie zum passenden Zeitpunkt einfach nicht den passenden Partner finden, mit dem sie zur Familiengründung bereit wären. Es stellt sich deswegen die Frage, wie viele von uns die Folgen gewisser „Unfälle" sind und wie viele davon auf den Alkoholfaktor zurück gehen, da wir gewiss nicht alle geplant waren. Aber immer mehr Menschen entscheiden sich für die Karriereleiter und nicht das Familienglück, auch damit sie im Alter besser abgesichert sind. Heutige Spielekonsolen- Kinder werden einen höchstens ins Heim schieben oder vorab noch grundlegend auf irgendetwas verklagen.

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Wie ist es beim verarmten Drittwelt- Landvolk?

Ohne ein Rentensystem sehen viele ihre Altersabsicherung in ihren Kindern. Man muss natürlich ein wenig Glück haben, dass diese einen auch versorgen können aber vielfach stellt sich erst einmal das Problem, dass viele Eltern ihre Kinder kaum versorgen können. Das scheint jedoch kein Grund zu sein, nicht noch mehr in die Welt zu setzen. Wie in den reicheren Ländern gibt es natürlich auch hier das Motto: „Nach dem Spaß stehen lassen." Es bilden sich jedoch viele kinderreiche Familien, ohne dass man erst einmal die materiellen Grundlagen schaffen müsste, wie man in den reicheren Regionen oft voraussetzt.

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Ist das nicht unlogisch?

In den reichen Ländern sind die Bürger zu arm, um Kinder in die Welt zu setzen. In den ärmeren Regionen sind sie so arm, dass sie Kinder in die Welt setzen müssen? Es scheint wirklich so zu sein, dass sobald die Finanzkraft zu mehr als ein paar Lebensmitteln reicht, kein Geld mehr für den Nachwuchs da ist. Weiterhin muss dieses ganze Geld erst einmal verdient werden. Wer damit viel Arbeit und Stress hat, der möchte seine Arbeitsfrüchte auch genießen. Als direkte Folge hat man noch mehr Stress, da man neben dem Geld verdienen nun auch nach das Geld ausgeben muss. Und natürlich möchte man in unserer Elbogengesellschaft einen guten persönlichen Schnitt für sich machen und wird zudem mit Idealbildern geimpft. Man nimmt für die Familienplanung oder für die schnelle Nummer nicht Kartoffeln vom Land, es müssen schon die perfekten Partner sein. Am besten nicht nur makellos sondern auch jungfräulich und reich?

Bei all der Hektik und dem ganzen Egowahn, in dem gerade im Punkt der Liebe Männer als Frauenfeinde betrachtet werden, hat man keine Zeit, keine Lust und nicht mal die Möglichkeit, viele Kinder in die Welt zu setzen. Was allein würde das an Miete und Lebenskosten bedeuten?

Genau diese Situationen scheinen in Städten zu entstehen und je größer diese werden, desto geringer dürften die Geburtenraten ausfallen. Die Menschen können sich bei ihrem Lebenswandel mit knapper Finanzkraft einfach keine Familie mehr leisten wohingegen verarmte Menschen in ärmlichen sowie ländlichen Regionen einander beim Hungern zuschauen und eifrig Kinder in die Welt setzen. Sollte man Leistungsdruck, Stress und Hektik mit gemachter Arbeit und gemachtem Konsumwahn über sie bringen, sie auf wenig Fläche zusammen pferchen und schauen, ob sie dank einer verstümmelten Rentenvorsorge nicht nur das Kinderkriegen sondern auch ihr Sexualleben dran geben? Es könnte klappen. Wer in einer lebensfeindlichen Welt keine wirkliche Lebensfreude empfindet, ist meist nicht am Familienleben interessiert, welches immerhin neben der Freude für die ersten Jahre eine erhebliche zusätzliche Belastung darstellen. .

Da haben es die Schnecken im Aquarium durchaus leichter und stellen sich intelligenter an. Auch wenn Schnecken nicht intelligent sind, so scheinen sie damit doch intelligenter als Menschen zu sein.