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Eigener Hühnerstall für Eier ohne Fipronil-Skandal

18/11/2017 14:16 CET | Aktualisiert 19/11/2017 21:35 CET

Hühner im eigenen Garten

Der Fipronil-Skandal gibt einem zu denken: „Was genau esse ich da überhaupt und was tute ich damit der Umwelt, den Tieren oder einfach der ganzen Welt an?" Am besten hört man gleich wieder auf, darüber nachzudenken und macht lieber was, um da wenigstens zu einem kleinen Stück nicht mehr mit zu machen. Wenn fast in der ganzen EU und in weiteren Ländern Eier wegen dem Fipronil-Skandal oder sonstigen Skandalen vernichtet werden müssen, dann können doch einfach eigene Hühner gehalten werden. Dieses wurde bereits im Artikel „Wegen dem Fipronil-Skandal eigene Hühner halten" geschildert. Hier geht es nun damit weiter, wie denn ein Hühnerstall aussehen muss, damit sich die Hühner auch wohl fühlen.

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Bildquelle: Hühnerklappe am Hühnerstall ©Huehner-Hof.com

Vorweg sei erklärt, dass es ganz auf die Hühnerrasse ankommt, wie denn ein Hühnerstall im Detail aussehen soll. Zwerghühner brauchen immerhin nicht so große Klappen in den Freilauf wie Großrassen, die mal eben fünfmal so schwer sein können. Hühner, die nicht oder fast nicht flattern können, sollen eine niedrig angebrachte Sitzstange haben. Bei einigen Rassen kann selbst im großen Hühnerstall nur ein erwachsener Hahn untergebracht werden. Pro Hahn sollen es ca. vier Hennen sein. Diese brauchen ein paar Nester oder Brutboxen, um die Eier zu legen, die man dann stehlen kann. Der Hühnerstall soll vor Nässe und Zugluft schützen, kann für empfindliche Rassen isoliert werden und man soll leicht alle zwei Tage das Wasser wechseln oder die Eier holen können. Die Streu soll ebenfalls leicht zu wechseln sein und möglichst wenig stauben. Das hilft genau wie ein Sandbad, um Parasiten und Krankheiten fern zu halten. Der Hühnerstall muss aber auch Marder und Füchse fernhalten, er muss also am Abend sicher verschließbar sein, wenn es solche Gefahren gibt.

Die Grundlagen

Es ist durchaus möglich, bis zu acht Zwerghühner oder vier mittelschwere Hühner oder zwei bis drei schwere Hühner auf einen m² Stallfläche zu halten, wenn diese zugleich auch einen Auslauf haben. Bei einigen Rassen ist dieser ein Muss und soll möglichst groß sein, andere können auch komplett im Stall gehalten werden, wenn dieser entsprechend größer ist. Das Fazit lautet also: Hühner brauchen Platz, um sich wohl zu fühlen. Diesen Platz müssen sie zum Teil oder ganz im Hühnerstall vorfinden. Sie brachen generell einen Unterschlupf, wo sie sich vor Schlechtwetter zurückziehen oder übernachten können. Dieser muss vor Nässe und Zugluft schützen und soll für einige Rassen auch isoliert werden.

Hühner brauchen neben den Legenestern, der Sitzstange, der Wassertränke oder ein paar Stellen zum rumliegen unbedingt auch Flächen, wo sie scharren können. Damit es weniger Parasiten gibt, wäre ein staubarmes Einstreu wie Strohhäcksel, Sägespäne oder auch grober Sand geeignet. Wenn es beim Flattern jedoch schon Staub aufwirbelt, wäre das sehr schlecht. Sand beim Sandbaden und nicht Staub schützt vor Parasiten.

Die Hühner scharren, um Futter zu finden. Es kann ihnen also etwas Getreide in das Streu geworfen werden, damit sie fleißig scharren können. Die Bewegung wirkt dem Verfetten entgegen, wodurch die Legeleistung oder die Lebenserwartung leiden würden. Weiterhin ist es wichtig, dass viel Tageslicht in den Hühnerstall einfallen kann sowie es Möglichkeiten für die gezielte Lüftung geben soll.

Hühner sind zum einen das Leben in der Gruppe gewohnt und wollen das auch, zum anderen wollen sie aber auch mal ruhig liegen oder so viel Fläche haben, dass nicht direkt ein Federpicken einsetzt. Weiterhin kann man nicht jede Rasse mit jeder anderen gemischt halten, da es Hühnerrassen gibt, die friedlicher und aggressiver im Umgang untereinander sind.

Wer nicht in einem bestehenden Nutzgebäude einen Teil für die Hühner abgrenzen möchte und noch einen Hühnerstall errichten muss, der soll vorher die Bebauungspläne für sein Siedlungsgebiet einsehen oder Genehmigungen vom Vermieter einholen, um es von Anfang an richtig zu machen.

Details beim Hühnerstall

Hühnerhalter, die nicht weiterhin den Fipronil Skandal auf dem Tisch haben möchten, die aber immer wieder mal in Eile sind, sollen den Hühnerstall gut planen. Es gibt immer einen Bereich, wo die Tiere leben und einen, wo man alles unterstellt. Diese Bereiche können durchaus in verschiedenen Gebäuden liegen. Arbeitsgeräte, Einstreu oder auch das Hühnerfutter und weitere Dinge für die Hühnerhaltung sollen natürlich nicht dort gelagert werden, wo die Hühner scharren und auch mal ihr Häufchen setzen. Man kann also damit rechnen, dass pro m² Hühnerstall auch mindestens ein m² für Gänge und Stauraum im Stall notwendig sind. Wer nicht nur die Hühner halten, sondern auch Küken aufziehen möchte, oder aggressive Hähne mit ein paar Hühnern voneinander getrennt halten will, der muss also mehrere Stallbereiche und mehrere Auslaufbereiche einrichten. Bei vielen Rassen ist es sehr wichtig, die Glucke mit den Küken oder zumindest diese von der Hühnerschar zu trennen, da sie auch anderes Futter brauchen oder bei Regen nicht raus dürfen.

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Bildquelle: Huhn am Wasser im Freilauf ©Huehner-Hof.com

Es ist deswegen sehr wichtig, dass man sich nicht alles in den Weg stellt. Die Tränke, der Futtertrog oder die gelegten Eier sollen schnell erreicht und auch rausgenommen werden können. Feuchtes Grünfutter würde man in den Auslauf werfen, nicht in den eigentlichen Stall, der trocken bleiben soll. Das Sandbad oder ähnliche Einrichtungen, die es vielleicht auch im Stall gibt, sollen so liegen, dass sie nicht so schnell verschmutzen. Sie sollen also zum Rand oder oberhalb der eigentlichen Stallfläche liegen. Es gibt durchaus Fertig-Ställe, die unter der eigentlichen Stallfläche die Fläche zum Scharren haben und man die einzelnen Bereiche von außen erreicht. Dennoch braucht es eine Stelle, um alles andere unterstellen zu können sowie die Hühner für solche „Kompaktlösungen" nicht zu groß oder zahlreich sein sollen.

Nahe zum Hühnerstall soll es eine Fläche für die alte Einstreu geben, welches man möglichst erst kompostiert und dann als Dünger verwendet. Es ist bei einer Handvoll Hühner natürlich deutlich weniger, als wenn direkt 50 Hühner gehalten werden. Wer ein paar Sack altes Streu nicht im eigenen Garten gebrauchen kann, der kann immer noch alles zum Recyclinghof oder zu Freunden mit größerem Garten bringen. So kommt es auch immer ganz auf die eigene Situation an, wie viel Hühnerfutter gebraucht wird, oder wie hochwertig dieses sein muss. Das wird im Folgeartikel „Gutes Hühnerfutter, gute Hühnereier und kein Fiprinol-Skandal" ausgeführt.

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