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Druckerpatronen Mafia austricksen

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Druckerpatronen teurer als der Drucker?

Es werden inzwischen gewiss auch die letzten verstanden haben, dass uns Tintenstrahldrucker aus gutem Grund fast geschenkt werden - verdient wird an den Druckerpatronen. Diese Vermutung liegt zumindest nahe, wenn der Satz XXL Patronen mal eben 50 oder noch mehr Euro kostet und eben nicht für 600 Blatt bei 5% reicht. Natürlich kann auf Refil- Produkte oder auf kompatible Druckerpatronen ausgewichen werden. Hier gibt es viele Angebote und viele sind ihr Geld wirklich nicht wert. Es kann auch einfach ein Shop aufgesucht werden, in dem die Druckerpatrone nachgefüllt wird. Der springende Punkt ist jedoch, dass man los gehen muss, bevor die Patrone leer ist. Wenn diese erst einmal Luft zieht, ist sie schnell dahin.

Vorweg: Es gibt einmal Drucker, in denen die Druckköpfe schon drinnen sind. Diese werden meist mit vier Patronen, also schwarz, blau, rot und gelb bestückt. Wer hier eine Billigtinte zum Nachfüllen verwendet oder mit dieser sehr viel auf einmal druckt, der kann eventuell direkt den nächsten Druckerkopf bestellen. Diese sind so teuer, dass man besser direkt den nächsten Drucker kauft. Das Fazit lautet, dass man bei der Verwendung von Billigtinte oder dann, wenn sogar selber nach gefüllt wird, einen Drucker verwendet, dessen Druckkopf in den Tintenpatronen steckt. Diese werden meist mit zwei Druckerpatronen bestückt und laufen auch allein mit der schwarzen Druckerpatrone. Wofür soll man denn eine Farbpatrone anbrechen, wenn doch auch alles auf schwarz - weiß eingestellt werden kann?

Der nächste Punkt ist zudem, dass man niemals den Drucker vom Stromnetz nehmen soll, weil man Wochenlang nicht druckt und Strom sparen möchte. Die meisten Drucker bewegen einmal am Tag den Druckkopf und drucken minimal, damit die Düsen nicht fest trocknen.

Druckerpatronen nach füllen - der wichtigste Schritt

Es ist in ca. 15 Jahren der dritte Drucker und jeder Drucker ist anders. Beim ersten wurde der Druckkopf geschrottet, da mit Billigtinte zu viel auf einmal gedruckt wurde. Der zweite erhält keine Treiber Updates, die Walze ist so alt, dass sie kein Papier mehr zieht und das Gerät ist auf Linux vom Amateur nicht verwendbar. Abgesehen der Walze und der Software war dieser Drucker der Hit, da es reichte, die Patrone nach zu füllen, wenn der Druck etwas blasser wurde. Beim dritten Markendrucker reicht das nun nicht mehr, womit erst einmal wieder gelernt werden musste. Eventuell liegt es auch daran, dass die falsche Nachfülltinte verwendet wurde. Fakt bleibt jedoch, dass keine Druckerpatrone mit integriertem Druckerkopf es verträgt, dass sie leer gedruckt wird. Dann ist sie Schrott.

Der erste Schritt lautet also, dass man die volle und noch unbenutzte Patrone wiegt, wenn es keine Anzeige über den Füllstand geben wird. Diese wiegt z.B. 40 Gramm, enthalten sind 12 ml Druckertinte. Nach einiger Zeit wog diese Patrone nur noch 24 Gramm, druckte aber noch einwandfrei. Es passten ca. 8 ml Druckertinte hinein, sie funktioniert noch immer. Die Schlussfolgerung lautet also, dass ein ml Druckertinte schwerer als ein Gramm ist. Diese Druckerpatrone soll also wieder befüllt werden, wenn sie unter 25 Gramm wiegt. Es wären ca. 7 ml nach zu füllen. Siehe da, die Druckerpatrone wiegt wieder fast 40 Gramm. Es sollte jedoch jedem klar sein, dass er zum Drucker die richtige Nachfülltinte verwendet und diese vermutlich nicht für die gleiche Blattzahl wie bei Originalpatronen taugt. Wenn ein Liter Nachfülltinte jedoch für ca. 20 Euro zu haben ist, womit sie billiger als eine Druckerpatrone mit 12 ml ist, dann rechnet es sich. Es soll jedoch jedem bewusst sein, dass auch diese korrekt wieder befüllte Druckerpatrone irgendwann Schrott ist und dann bitte sachgerecht entsorgt wird.

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Weitere wichtige Schritte

Eigentlich jede Druckerpatrone hat auf der Oberseite einen Aufkleber. Man betrachte sich dessen Rand genauer, zu diesem finden sich im Kunststoff einige ganz flache Einkerbungen. Damit die Druckerpatrone funktioniert, muss sie minimal gelüftet werden. Mehr jedoch nicht, da sie sonst austrocknet. Diese Lüftung darf nach dem befüllen also nicht versiegelt werden.

Einst kam der Gedanke, dass man einfach den Aufkleber runter nimmt, alles befüllt und dann mit einer Art Reparaturband abklebt. Es wurde bislang kein Reparaturband gefunden, dessen Klebestelle nicht doch durch die Druckertinte leidet, womit die Druckerpatrone nicht mehr funktionierte. Vielleicht hätte man sie nach dem Befüllen nicht auf den Kopf drehen dürfen? Oder es lag daran, dass die verwendete Billigtinte für den neuen Drucker nicht mehr taugte? Bei dem Drucker zuvor wurde eben immer mit diesem Aufkleber gearbeitet, der irgendwann nicht mehr richtig klebte und die Druckerpatrone dann doch kaputt ging. Aber dieser Aufkleber ist der Schlüssel.

Beim neuen Drucker wird dieser Aufkleber also nur an einer Stelle mit einem Cuttermesser vorsichtig hoch gehoben, es wird alles nach gefüllt und dann mit einem Wattestäbchen die Tinte weg getupft. Der Aufkleber wird runter geklebt, um jetzt das Reparaturband ganz vorsichtig drüber zu kleben, ohne die Lüftung zu blockieren.

Bei vielen Tintenpatronen muss das Loch zum Nachfüllen erst noch rein gebohrt werden. Dann rufe man bitte Google oder YouTube auf und gebe den Bezeichnung der Druckerpatrone zusammen mit „Nachfüllen" oder „Refil" ein. Es werden sich gewiss brauchbare Infos finden, wo genau die Löcher rein gebohrt werden sollen.

Wer all das befolgt, sollte mit seiner Druckerpatrone wieder drucken können. Wenn nach unten etwas Tinte raus läuft, muss diese erst weg gewischt werden, damit der Druckkopf funktioniert. Läuft weitere Tinte nach, dann muss eben vorher abgewartet werden, bis das Tröpfeln vorüber ist.

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Sich nicht alles versauen

Wer Druckertinte nach füllt, der hat hinterher häufig die Hälfte in den Klamotten, im Teppich oder auf den Unterlagen. Also kauft man sich einmal entweder ein Nachfüllset oder die Grundausstattung. Benötigt werden neben der Druckertinte auch Spritzen, die ca. 10 ml fassen sollen. Diese kauft man am besten in der Apotheke und erklärt, man möchte welche ohne spitze Nadel haben. Es gibt die Nadeln auch ohne Spitze. Für jede Farbe werden eine Spritze und eine Nadel benötigt.

Neben Tinte und Spritzen kann ein kleiner Handschraubenzieher, der jedoch anstelle vom Schraubenzieher einen Bohrer hat, organisiert werden. Weiterhin soll eine undurchlässige Unterlegematte besorgt werden. Auf dieser kann gearbeitet werden. Wer z.B. prüfen möchte, welche Farbe in einer Kammer ist, der sticht durch das Bohrloch mit einem Zahnstocher rein und sieht an diesem die Farbe. Wer Tintenreste weg wischt, der nimmt einfach Haushaltsrolle. Und natürlich macht man diese Arbeit mit Handschuhen oder wenn die Hände die nächsten 48 Stunden nicht sauber sein müssen. Die Tinte löst sich wirklich schnell wieder. Kommt etwas auf die Klamotten oder den Teppich, dann bitte direkt alles auswaschen. Am besten ist es, in den Werkraum zu gehen und vorher noch etwas anderes an zu ziehen.

Man darf natürlich nicht vergessen, regelmäßig die Tintenpatrone zu wiegen. Die benötigten Zahlen und Daten, die zum Nachfüllen immer wieder benötigt werden, sollte man sich auf schreiben.

Oder einfach weniger drucken?

Die ersten waldreichen Länder sind inzwischen so weit abgeholzt, dass sie Holz importieren müssen. Die Tropen werden noch immer für Papier nieder geholzt, da es in vielen anderen Ländern niemanden interessiert. Weniger drucken bedeutet weniger Papier zu verbrauchen und ist deswegen besser. Anstelle der Bäume könnte man natürlich auch viel Hanf anbauen, aus dem sich auf gleicher Fläche nicht lediglich 4x mehr Papier gewinnen lässt. Dieses könnte zudem auch öfter recycelt werden sowie die Herstellung die Umwelt weniger belasten täte. Sobald auch die letzten Wälder nieder geholzt sind, wird der ein oder andere vielleicht doch auf diesen Vorschlag eingehen?

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