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Die systematische Neuausrichtung von Donald Trump

05/03/2017 18:30 CET | Aktualisiert 05/03/2017 18:36 CET

Make America Great Again

Jeder Präsidentschaftskandidat in den USA hat seinen Slogan, inhaltlich überschneiden diese sich im Normalfall. „Make America Great Again" ist inhaltlich also ein alter Hut. Die Frage, wann genau Amerika denn einmal schön war, ließe sich vermutlich mit „vor Christoph Kolumbus" schon beantworten. Und genau diese These würde sich mit einer ausgesprochenen, aber nicht nieder geschriebenen Aussage decken, dass Donald Trump das Abrissunternehmen für die USA ist. Vermutlich deswegen hat er trotz allem so viele Anhänger und Wähler. Wer hat schon Bock auf den Weltenbullen, der uns nur noch verbrannte Erde hinterlässt?

Neuausrichtung nach Amtsübernahme

Nach der Wahl von Donald Trump zeichnet sich das Bild ab, welches viele Politikbeobachter schon kennen: Im Wahlkampf wurden viele Ziele genannt, gute und schlechte. Nach der Wahl werden die schlechten umgesetzt und die guten vergessen. Oder diese werden wiederum so umgesetzt, dass es doch nicht so gut ist.

Die Kandidaten gehen also ins Rennen, und wer das schönere Märchen vorgelesen hat und in gewisser Weise auch „sympathischer" wirkt, der wird gewählt. Nach dieser Wahl findet dann eine Neuausrichtung statt, mit der mit den vorherigen Wahlkampfpunkten oft auch komplett gebrochen wird. Man ist immerhin im Amt.

Es gibt aber doch auch Kandidaten, die es ehrlich meinen? Bernie Sanders ist in dem Punkt doch über jeden Zweifel erhaben und auch ihn hätte man schrittchenweise neu ausgerichtet, so wie es gerade mit Donald Trump passiert.

Bevor man im Amt ist, sieht man eben noch nicht dahinter. Wer dann im Amt ist, der wird vermutlich ganz schnell blass, wenn er denn noch etwas versteht. Als System ragen die USA noch mit dem ausgestreckten Zeigefinder (oder Mittelfinger?) aus dem Sumpf heraus, wenn sie den Arm heben. Den Kandidaten vorher Einblick zu gewähren geht natürlich nicht, da sie es auch dann noch wüssten, wenn sie nicht gewählt werden. Dann gibt es natürlich auch diejenigen, die das eigentlich schon aufgrund ihrer politischen Erfahrung erahnen oder wissen und uns dennoch ein schönes Märchen vor lesen.

Nach der Wahl sieht die Welt zumindest ganz anders aus, nicht nur in den USA. Und wir sind immer wieder so doof, uns etwas von Wahlen zu versprechen? Es lässt sich nur dann etwas Positives von Wahlen versprechen, wenn man auf friedliche Oppositionsparteien setzt und damit die eigentlichen Regierungsparteien unter Druck setzt. Oder wäre die CDU ohne die Grünen grüner geworden? Um es jedoch dazu zu sagen: Hier gibt es für grüne Kriegsparteien keine Sympathien.

Zur Person Donald Trump

In keiner Weise soll hier Donald Trump schön geredet oder entschuldigt werden, der mit seinem Team doch eigentlich selber Establishment ist und dabei nur andere Positionen vertritt. Es scheint ganz offensichtlich, dass es sich um eine impulsiv und emotional handelnde Person handelt. Auch dieser Mann mag einige gute Absichten haben. Wenn im Stress alle Sicherungen raus fliegen und die Farbe im Tunnelblick rot wird, kann das dennoch böse enden. Es würde auch nicht zur Tradition der US Präsidenten passen, wäre es keine gemeingefährliche Person, die auf Knopfdruck tötet.

Jetzt ist Donald Trump damit kein Einzelfall, auch nicht in dem Punkt, doch wieder Sündenböcke zu präsentieren, um von den eigenen Fehlern abzulenken. Farbige aller Art oder Menschen, die anders sind, anders leben wollen und anders denken sind nicht schlechter. Man selber ist mit dieser Aussage lediglich intoleranter, um nicht direkt faschistisch zu sagen. Aufgrund dieser Machtdemonstration gegen Sündenböcke ist es nicht einmal auszuschließen, dass die Kifferjagd in die nächste Runde geht.

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Die Überlebenschancen

Wie ist es denn mit US Präsidenten? Können die einfach dem Establishment sagen: „Ich lasse mich nicht neu ausrichten!" Auch andere US Präsidenten fanden ab einem gewissen Punkt keinen Gefallen und die Welt musste feststellen, dass sie sterblicher Natur waren. Wenn Donald Trump sich nicht genügend ausrichten lässt und für seine Entscheidungen nicht genügend im Rücken hat, dann wird die Welt dieses über ihn vielleicht etwas früher feststellen müssen.

Das Testament

Donald Trump hat bereits etwas aufgesetzt, dass man als Testament betrachten kann. Er hat uns eine Rechts Außen Hardlinertruppe aufgestellt mit einem Vize Präsidenten, der gewiss nicht besser als Donald Trump selber ist. Es stellt sich die Frage, in wie weit diese Truppe sich bei einem frühen Ableben von Donald Trump untereinander einigt und sich dann durch das Establishment ausrichten lassen würde.

Weiterhin herrscht in der Bevölkerung großer Unmut mit mehreren radikalen Lagern. Einige stehen hinter Trump, die anderen gegen ihn und vermutlich die nächsten wollen einfach für sich einen guten Schnitt machen. Unabhängig zu der Frage, ob Trumps Chaos Truppe sich einigen wird oder ausrichten lässt, ist das mehr als nur brandgefährlich, da die Vermutung nahe liegt, dass es in den USA mehr Schießeisen als Einwohner gibt.

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