Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Robert Brungert Headshot

Der eigene Gemüsegarten gegen die Krise

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Verhungern wir im eigenen Land?

Es ist vielleicht nur eine Panikmache, wenn dazu aufgerufen wird, für einige Tage Lebensmittel und Wasser im Haus zu haben, wobei selbst Personen von Bedeutung auch etwas umfangreicher vorsorgen. Aber was wäre denn, wenn von einem Monat zum anderen unser globalisiertes Wirtschaftssystem zusammen brechen würde? Wir würden glatt im eigenen Land verhungern. Der erste Schritt wäre natürlich, die Viehhaltung schlagartig zu minimieren. Danach würde es jedoch mit Getreide, Obst und Gemüse weiter gehen. Auch ohne globalisierte Märkte bliebe das Grundprinzip jedoch kapitalistischer Natur. Wer hat, der kann tauschen. Wer nicht hat, kann im Müll der anderen suchen. So ist es schon ein wenig, obwohl das System „soweit doch ganz gut funktioniert"? Die Frage, für wen es denn funktioniert, wird hier einmal nicht gestellt.

Für den Fall der Fälle sollten also Lebensmittel und Getränke für einige Tage im Haus sein, sowie es kein Fehler sein kann, wenn man wenigstens die Grundprinzipien von „Erwerbsquellen" beherrscht. Der Anbau von Gemüse und Obst kann solch ein Standbein für Gartenbesitzer sein. Dabei geht es nicht einmal um die Masse, es geht um das Können, um es in solch einer Magakrise zu können. Und das Können eignet sich der Gärtner immer nur beim Gärtnern an.

2017-03-05-1488722982-5401059-IMG_4503heiko.JPG

Die dicksten Kartoffeln

Wenn es einfach nur darum geht, von wenig Land satt zu werden, dann sind Kartoffeln die Pflanzen, die wirklich hohe Erträge bringen, wenn der Boden locker, etwas sandig, ohne Steine und mit genug Wasser beschaffen ist. Der Anbau der Kartoffeln ist dann nicht mehr schwer, hier

https://www.garten-wissen.com/pflanzen/kartoffelpflanzen/

gibt es einige Grundlagen. Wer zugleich noch ein paar Hühner hält, kann die abgesammelten Kartoffelkäfer zugleich noch verfüttern. Denn ohne eine Bekämpfung dieser Käfer wird es nicht viel zu ernten geben.

Geht es wirklich um das Überleben, dann schmecken die Kartoffeln auch ohne Soße. Natürlich sind die Kartoffeln gerade zur Ernte günstig, das gilt für das ganze Gemüse. Deswegen braucht es keine großen Flächen, wenn es einfach nur um das Können und den Erfahrungswert geht. Auch aus diesen Gründen gibt es noch einige, die alte Handwerkskünste oder altes Allgemeinwissen pflegen, um diese Kultur zu erhalten.

2017-03-05-1488723035-1983747-IMG_4526Heiko.JPG

Die Knappheit reicht zur Not

Was würde denn passieren, wenn wirklich eine Krise ungeahnten Ausmaßes mit einem zusammengebrochenen Welthandel eintreten würde? Die deutschen Arbeitsmärkte könnten sich mit griechischen Verhältnissen messen, wohingegen die Griechen uns in der Bewältigung der Notlage schon um einiges voraus sind. Ohne Geld gibt es natürlich nichts zu kaufen, wobei eine Knappheit zugleich die Preise hoch treiben würde. Allein eine Unterversorgung wäre für deutsche Verhältnisse bereits die Hungersnot. Dass es vielleicht irgendwann nicht mehr genug zu essen im Haus gibt, daran denkt unsere Handygesellschaft nicht einmal. Dass es keine richtige Not ist, wenn gerade lediglich keine Handys aus Fernost geliefert werden würden, wäre bereits schwer zu erklären.

Es gäbe dennoch viel Arbeit, die jedoch nicht bezahlt werden würde. Auch ohne Rentenkassen oder Sozialversorgung wollen kranke und alte Menschen versorgt werden und Eltern möchten ihre Kinder in den Schulen sehen. Es wäre eine ganz neue Situation, mit derartigen Sowjet Verhältnissen hier in Deutschland klar zu kommen. Die Ossis würden uns gewiss mit den letzten verbleibenden Bananen anfüttern und auf Gartenarbeit abrichten? So doof sind die auch nicht, dass sie nicht inzwischen wüssten, dass wir Wessis eben der Ochse hinterm und nicht vor dem Pflug der hoffentlich bald grünenden Landschaften sind.

http://i.huffpost.com/gen/4967926/images/s-PATATES-small.jpg