BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Robert Brungert Headshot

Das etwas andere Frühbeet

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Zimmergewächshäuser auf dem Gartentisch

Mit den länger werdenden Tagen treibt es viele wieder in die Gärten. Die ersten überlegen bereits, was sie im Garten kultivieren wollen. Es gibt immerhin viel Saat für Gemüse in den Supermärkten. Hier finden sich auf der Rückseite meist Angaben: Aussaat ins Freiland ab Mai, Vorziehen ab März im Frühbeet.

Ein Frühbeet soll an einer Sonnenstelle liegen und mit einigen transparenten Platten oder Folien abgedeckt werden. Hier ist weniger Bodenfläche, die sich schneller aufbereiten lässt. Dabei sollte auf Dünger verzichtet werden, da dieser das Keimen erschwert und für Jungpflanzen nicht so wichtig ist.

Im Frühbeet staut sich die Wärme, es kühlt in der Nacht nicht so schnell aus und die Saat geht auf, es wachsen Jungpflanzen. Viele Pflanzen werden später jedoch sehr groß. Auch deswegen werden diese vorgezogen, um dann direkt Jungpflanzen an die passenden Stellen im Gemüsegarten zu setzen.

Zimmergewächshäuser auf dem Gartentisch können das Frühbeet ersetzen. Ein Frühbeet, ein Gewächshaus oder sonst etwas, rauben im Garten Platz und die Billigprodukte entfalten keine gute Wirkung. Gewächshäuser aus Aluminiumprofilen und Folie drüber sind durchaus günstig, aber nicht sehr schön. Zimmergwächshäuser auf Gartentischen sind ein praktischer Behelf.

Wie man sich die Arbeit erleichtert

Wir sollen uns nicht viel bücken, das ist schlecht für den Rücken und das Rückgrat. Wer jedoch einen stabilen Gartentisch, eine Gartenbank oder sonst etwas hat, was nicht einfach umkippen wird, der kann seine Zimmergewächshäuser auf diese stellen.

Es gibt viele verschiedene Varianten der Zimmergewächshäuser. Es sollten die etwas stabileren und dickwandigeren bevorzugt werden. Diese gibt es in zwei gängigen Größen. Bei der größeren ist mehr „Deckenhöhe" vorhanden, diese wäre zu wählen. Es sollten ein paar passende kleine Pflanzwannen erstanden werden, die gelocht sind und in diese Zimmergewächshäuser passen. Somit kann in jeder der kleinen Pflanzwannen ein anderes Gemüse vorgezogen werden. Vor allem Gemüsearten, die später wie der Kohlrabi oder Schnittsellerie viel Platz brauchen, jedoch mit kleinen Saatpflanzen starten, sollten vorgezogen werden.

Die Feinheiten beim Saat vorziehen

Es soll unbedingt Anzuchterde verwendet werden. In dieser ist weniger Dünger, weswegen die Saat besser keimt und die Jungpflanzen besser wurzeln. Weiterhin sollen die Wurzelspitzen nie in Wasser stehen. Es soll also nicht zu vorsorglich gegossen werden. Die Erde soll durchaus mal etwas trockener, aber nicht trocken werden.

Damit das Wasser nach dem Gießen besser abläuft, kann man in den Boden vom Zimmergewächshaus zu jeder Ecke ein kleines Loch bohren. Es steht immer etwas schräg, das Wasser läuft in eine Ecke und in jeder Ecke gibt es ein Abflussloch. Das sollte jedoch nur gemacht werden, wenn das Wasser ablaufen soll. Ansonsten ist beim Gießen darauf zu achten, dass hinterher kein Wasser in der Bodenwanne steht.

Nach dem Vorziehen der Pflanzen können die Zimmergewächshäuser in einander gestapelt und in einem Geräteraum gestellt werden. Sie sind leicht, schnell aufgebaut, auf passender Höhe und schnell wieder aus dem Weg geräumt. Sie können allerdings auch schnell in den Kofferraum gestellt werden, um sie zum eigentlichen Garten zu bringen.

2017-02-20-1487613547-1754321-IMG_4692hp32.JPG

Probleme mit den Zimmergewächshäusern

Wenn die Stelle zu wenig Sonne hat oder das milde Klima die Pflanzen zum schnellen wachsen verleitet, spargeln viele Pflanzenarten. Sie treiben mit dünnen Stielen schnell in die Höhe. Das sollen sie nicht. Hier gibt es einige Gegenstrategien. Zum einen soll die Stelle genug Sonne ab kriegen. Zum anderen soll es in den Zimmergewächshäusern über Tag nicht zu warm werden. Die Deckel können also runter genommen werden. Sie können auch etwas versetzt aufgesetzt werden, damit genug Luft durch ziehen kann. Wenn es jedoch kühler ist, regnet oder die Nächte kalt werden, setzt man die Deckel schnell wieder drauf.

Werden die Pflanzen nur bei Kälte und Regen mit dem Deckel geschützt, werden sie an sonnigen Stellen weniger spargeln. Die Setzlinge werden robuster sein und damit im eigentlichen Gemüsegarten besser anwachsen. Der große Fehler wäre, den Pflanzen in diesem nicht genug Platz zu gönnen oder sie zu früh raus zu setzen. Viele Pflanzen werden sich leider nur mit guten Bedingungen und genug Platz entwickeln.

Viele Jungpflanzen vertragen das Umsetzen nicht so gut und sollen deswegen nicht vorgezogen werden. Dann steht bei den Saattüten auf der Rückseite nur der Aussaatzeitpunkt für das Freiland. Weiterhin geht nicht jede Saat gleich gut auf sowie es Besonderheiten gibt. Einige Pflanzensamen gehen erst auf, wenn sie Frost hatten. Andere Keimen als Lichtkeimer nur, wenn sie Licht kriegen. Deswegen kann es alles vereinfachen, wenn in der Gärtnerei direkt Jungpflanzen erstanden werden.

Es gibt allerdings auch Saat wie von Möhren, die zum einen nicht gut umgesetzt werden können und zum anderen von Anfang an die Bodentiefe vom Freiland benötigen. Andere Saatpflanzen wie von Bohnen sind so schnellwüchsig, sowie es sich um rankende Pflanzen handelt, dass auch diese direkt in das Freiland gesetzt werden.

http://i.huffpost.com/gen/5069250/images/s-SMALL-BUSINESS-small.jpg