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Darknet Währung Bitcoin zerschossen?

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China macht Handelsplätze dicht!

Seit ca. acht Jahren gibt es Bitcoins, die zuerst nur vor sich hindümpelten und noch nicht als Zahlungsmittel eingesetzt wurden. Das war jedoch der Grundgedanke, dass eine Währung neben der Währung geschaffen wird, um die Banken sowie Regulierungen zu umgehen. Irgendwann etablierte sich Bitcoin als Zahlungsmittel vor allem für alles, was man möglichst anonym kaufen möchte. Z.B. Drogen, Waffen, Kampfstoffe oder Stoffe, um diese Dinge herstellen zu können.

Ohne den Bitcoin würde das Darknet garantiert nicht einen derart großen Erfolg verbuchen. Die Drogendealer werden durch ihre Kunden wie eBay Powerseller bewertet. Die Kunden wissen, dass sie ihre Ware erhalten und wie gut diese ist. Diese erklären, dass das Darknet nicht nur besser, sondern auch sicherer als der Gang zum Dealer ist.

Der Bitcoin hatte bereits einen Aufschwung, in Japan wurde er immer mehr als Währung anerkannt und mit der Bitcoin Teilung schossen die Kurse durch die Decke. China ist das ein Dorn im Auge. 90% der Bitcoins werden über chinesische Handelsplätze gehandelt, sowie es nur wenige große Akteure gibt.

Warum China den Bitcoin nicht will

Die extrem schnelle wirtschaftliche Entwicklung in China als dem Reich der Mitte geht zu einem großen Teil auf die Politik der KP zurück, die sich aufgrund einer militärisch gefährlichen Situation im kalten Krieg doch zu den USA und damit zum Westen hin geöffnet hat. Investoren dürfen in China investieren, produzieren und die Waren exportieren. ABER die Gewinne bleiben im Land. Wenn der Anleger eine Million investierte und daraus in den letzten Jahren zehn Millionen gemacht hat, kann er sich in den USA oder in der EU dennoch nicht viel davon kauen, da er das Geld nicht bewegen kann.

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Genau das sind die Gründe, weswegen der Bitcoin seine Heimat sozusagen in China findet. Diejenigen, die Geld aus China raus schaffen möchten, kaufen den nicht regulierten Bitcoin und haben diesen auch außerhalb chinesischer Grenzen. Es gibt natürlich auch andere bereits bekannte Techniken, Geld aus China abfließen zu lassen, und das passiert die ganze Zeit.

Der Bitcoin war der KP China ein Dorn im Auge, aber bis zu einer gewissen Kurshöhe kein großes Problem. Das ist jetzt anders. Wenn bereits eine Zentralwährung nicht mehr mit Gold, sondern mit einer Staatsbürgschaft oder wie in den USA sogar nur mit dem Wort der Notenbank gedeckt ist, so gibt es beim Bitcoin nicht einmal diese. Und wir wissen doch seit Nixon alle, was das Wort eines Staates wert ist, wenn es eingefordert wird: Gar nichts! Die USA erklärten, dass der Dollar mit Gold gedeckt ist und die Franzosen wollten ihre Dollar 1971 gegen dieses Gold tauschen - welches Gold?

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Wenn es den Bitcoin nicht mehr gäbe

Es gibt zum einen die Spekulanten, denen es gar nicht darum geht, womit sie spekulieren. Es geht nur um einen Wert mit Kursschwankungen, damit beim Spekulieren auch Action einsetzt und man schnelle Gewinne machen kann, die man noch schneller wieder durch den Kamin bringt. Ob es den Bitcoin gibt oder nicht, das kann dieser Gruppe eigentlich egal sein, da es noch genug andere Werte zum Spekulieren gibt.

Dann gibt es diejenigen, die das machen, wofür es den Bitcoin gibt: Sie benutzen den Bitcoin als Währung. Oft auch deswegen, um „Gefahrengut" anonymer zu kaufen. Wenn es den Bitcoin nicht mehr gäbe, wäre es für diese Gruppe dumm, da sie nicht mehr eben schnell ihr Dope im Darknet kaufen könnte. Aber so schnell, wie die eine Cryptowährung geht, könnte auch die nächste aufkommen.

Es gäbe natürlich auch noch eine ganz andere Möglichkeit, um anonymisiert Handel im Web zu betreiben. Eine Cryptowährung ist genau wie richtiges Geld lediglich eine Blase, die solange funktioniert, wie alle mitmachen oder der Garantiegeber sein Wort halten kann. Hinter dieser „Luft" steht jedoch kein realer Gegenwert wie bei einer golgedeckten Währung. Und genau das wäre die Möglichkeit, dass eine goldgedeckte Cryptowährung geschaffen wird, wo das Gold einfach am sicheren Ort eingelagert wird, um mit den Coins hin und her zu jonglieren. Aber jeder Coin hätte einen Gegenwert. Zumindest solange, bis die Franzosen daher kommen und ihre Coins gegen das Gold tauschen wollen würden.

Es wäre jedoch sehr unwahrscheinlich, dass sich mit einem „Bitcoin-Verbot" nicht innerhalb von kürzester Zeit eine Lösung finden würde, um weiterhin Dope im Darknet zu kaufen. Bislang lautet die Schreckensnachricht auch nur, dass mehrere große chinesische Bitcoin-Handelsplätze aufgrund vom Behördendruck Ende September schließen werden. Diese könnten auch in anderen Ländern wieder eröffnen und alles ginge seinen Lauf.

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