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Cannamedical Patientenausweis für Hanfpatienten

23/11/2017 22:16 CET | Aktualisiert 24/11/2017 00:19 CET

Ob sich die Polizei darauf einlässt, ist die andere Frage

Wer ein Hanfpatient ist und in eine Polizeikontrolle gerät, der kann nicht einfach sagen: "Der Arzt hat es verschrieben, das ist schon ok" um dann weiter zu fahren. Wie sollen die Polizisten auch den Joint von einem Patienten von dem eines Konsumenten unterscheiden können? Und natürlich dürfen auch Patienten nicht berauscht, sondern nur im fahrtauglichen Zustand ein Kraftfahrzeug lenken. Aber auch außerhalb vom Auto kann eine Polizeikontrolle erfolgen, z.B. am Bahnhof oder auch in der Fußgängerzone. Mit dem Cannamedical Patientenausweis für Hanfpatienten soll nun einiges leichter werden.

Vorweg sei gesagt, dass dieser Patientenausweis zum einen nicht rechtsverbindlich ist und zum anderen keinen Freischein darstellt. Es gibt immerhin auch Hanfpatienten, die zum Abend die Tüte gerne etwas dicker rollen und noch zwei Bier dazu trinken, womit sie garantiert nicht mehr Auto fahren dürfen. Rechtsverbindlich kann sich der Patient derzeit anscheinend nur durch das BtM Rezept ausweisen, welches er jedoch in der Apotheke abgeben muss. Also wäre dieses Rezept vorher zu kopieren oder wenigstens mit dem Smartphone zu fotografieren. Dann aber kann der Cannamedical Patientenausweis gewiss helfen, um die eigene Glaubwürdigkeit zu untermauern. Im Zweifelsfall kommt man dennoch erst mal mit auf die Wache, um den "Tatbestand" aufzunehmen. Nicht allein das eigene Verhalten ist ausschlaggebend, es kommt immer auch auf die Beamten und die allgemeine Situation an.

Warum der Cannamedical Patientenausweis aussagekräftig ist

Wer in seinem Umfeld Patienten kennt und damit in den Besitz von einem leeren Apothekendöschen kommt, könnte es auffüllen und sich als Patient ausgeben. Einen Patientenausweis und sogar ein BtM Rezept könnte man fälschen, da man es eh nur als Kopie mit führt. Die Beamten wissen das und solche Fälle wird es gewiss schon gegeben haben, dass Konsumenten das Marihuanadöschen zeigen und als Freischein verwenden wollen. Nur zur Info: Das Fälschen von amtlichen Dokumenten wie einem BtM Rezept könnte einen mit Pech ein paar Jahre kosten.

Der Cannamedical Patientenausweis ist jedoch mit Hologramm und anderen Elementen nicht einfach zu fälschen sowie dieser Patientenausweis nicht an jeden ausgestellt wird. Zuerst einmal muss sich die Apotheke bei Cannamedical als Apotheke ausweisen. Der Patient kann den Antrag im Internet runter laden, ausfüllen, an die Apotheke geben und diese leitet den Antrag an Cannamedical weiter, womit der Patient nach einigen Tagen seinen Patientenausweis erhält.

Die Apotheken nehmen also in diesem Ablauf die "notarielle Funktion der Personenprüfung" vor, um wirklich nur befugten Patienten den Cannamedical Patientenausweis zukommen zu lassen. Damit die Beamten diesen auch anerkennen, sollte man neben der Kopie vom BtM Rezept auch den Personalausweis oder Reisepass mit sich führen und immer wissen, dass man mit Pech doch erst einmal auf der Polizeiwache sitzt. Vor dem Kindergarten oder im Eingangsbereich einer Behörde den Joint rauchen bleibt damit dumm und zugleich unerwünscht.

Warum stellt die BfArM keinen Patientenausweis aus?

Warum muss sich ein Unternehmen um den Patientenausweis kümmern, warum macht das nicht die BfArM als zuständige Behörde? Das lässt sich damit entschuldigen, dass wir uns in Deutschland im Umbruch befinden. Probleme müssen erst einmal bemerkt werden, um sie beheben zu können, Cannamedical war hier also schneller, kann als Unternehmen jedoch keine amtlichen Dokumente ausstellen. Möglicherweise geht es mit diesem Umbruch schnell weiter, womit auch der Genusskonsum gestattet wird? Auch dann braucht es einen Patientenausweis, da Patienten bei sachgemäßer Anwendung ihrer Cannabismedizin in sehr vielen Situationen Auto fahren dürfen, Genusskonsumenten hingegen nicht. Ein ADHS Patient muss sogar kiffen oder Medikamente nehmen, um fahrtauglich zu werden. Das bedeutet, dass es hier einen Patientenausweis geben muss, der genau diese Info an die Beamten gibt, ob oder in welchen Situationen der Inhaber fahrtauglich ist.

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Noch immer Patienten im Notstand

Es gibt nun also Marihuana aus den Apotheken, wenn es der Arzt verschreibt? Erst einmal muss der Patient diesen Arzt finden, der das macht. Bereits vorher sollte eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden. Denn bei den Preisen in den Apotheken könnten viele Patienten es sich nicht leisten und wären im Notstand. Aber selbst mit der Kostenzusage und dem BtM Rezept muss die Apotheke erst einmal „Ware" haben, was nicht immer der Fall ist, da diese aufgrund der hohen Nachfrage nicht immer geliefert werden kann. Damit befinden sich derzeit noch viele Patienten im Notstand, an dem dann auch ein rechtlich nicht verbindlicher Patientenausweis von einem Wirtschaftsunternehmen nicht viel ändert.

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