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Cannabis Legalisierung trotz Trump

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Das Establishment gibt Kontra

Nicht nur die Deutschen denken, dass Deutsche Politik den USA zum Allerwertesten heraus kommt. Und was ist das Konzept deutscher Politik? Immer schön im Windschatten der USA mit dabei sein und sich für die Weltöffentlichkeit die Hände möglichst nicht selber schmutzig machen.

Nun muss man als Normalbürger jedoch erst einmal verstehen, dass wir hier nicht in Nationalstaaten sondern einer globalisierten Welt leben. Würde diese Globalisierung etwas anders aussehen oder ausgerichtet werden, dann wäre das eine sehr gute Sache. Genau so wäre es auch mit der EU.

Um diese Welt zu verstehen muss man sich davon trennen, national zu denken. Es sind nicht Nationen sondern Systeme, Machtblöcke oder Konzerne, die diese Welt gestalten. Diese enden nicht an Ländergrenzen.

Auch wenn in den USA Donald Trump an der Macht ist, heißt das nicht, dass das eigentliche Establishment entmachtet oder inaktiv ist. Dieses ist über den ganzen Globus vernetzt und wirkt weltweit. Und genau dieser Systematik kommt die deutsche Politik noch immer aus dem Allerwertesten heraus und wendet sich gegen Trump, obwohl er jetzt US Präsident ist.

Da die deutsche Politik kein Rückgrat hat, sondern sich immer windet und biegt, wie es in dem Moment am besten auskommt, müsste sie sich doch jetzt eigentlich für wenigstens vier Jahre anders entscheiden? Die Vermutung liegt nahe, dass nicht nur die deutsche Politik davon ausgeht, dass es keine vier Jahre dauern wird, was da gerade quer schlägt.

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Unter Trump neue Kifferjagd?

Es ist ein wenig paradox, dass die internationale Legalisierungsbewegung sich mit ihrem Motor in den USA befindet, dem Land, welches doch gerade das über Jahrzehnte praktisch weltweit umgesetzte Cannabisverbot durch gesetzt hat. Unter Trump könnte dieser Motor jetzt erst einmal wieder aus gehen, wir hätten vier Jahr Stagnation oder im schlimmsten Fall sogar eine Rückbildung der Relegalisierung?

Wenn Trump mit seinem Team zu den „Bösen" gehört und eher Personen aus seinem Team diese Verbotspolitik dulden oder sogar befeuern würden, dann könnte genau das unfassbare passieren, dass das gegenüberstehende Establishment dort eben nicht mit zieht, obwohl es eigentlich deren Interesse wäre. Es ist also durchaus möglich, dass in dieser Konstellation die Relegalisierung in den USA erst einmal blockiert wäre, in anderen Teilen der Welt, auch in den EU, dennoch ungebremst weiter läuft. Es liegt dabei auch zu einem guten Teil an den einfachen Bürgern, ob sie für die Relegalisierung von Cannabis weiter Druck machen oder wieder dazu über gehen, dass „man alleine ohnehin nichts machen kann".

Geht es um Politik, dann sollte man sich einmal Kleinkinder in der „Trotzphase" ansehen. In der Politik ist es oft das Gleiche, dass die gute Idee dennoch blockiert wird, da der falsche sie hat. Im gleichen Zug wird die schlechte Idee befeuert, wenn man diese selber hat oder einen der eigenen Leute anschieben möchte. Mit rationalem Verhalten, Vernunft oder Ethik hat das nichts zu tun, wird aber Medial auf dieser Schiene an die Wahlbürger verkauft. Wäre das Trump Team für das Cannabisverbot, raucht Frau Merkel vielleicht bald aus Protest Joints.

Nur zur Ergänzung: In wie weit die Trump Akteure selber Establishment sind und nur andere Positionen vertreten, darüber ließe sich streiten.

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