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Bevor die USA zusammenbrechen

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Mr. Präsident wird es richten

Dieser Artikel ist rein hypothetisch, ein reiner Gedankengang. Und dieser beginnt mit der Frage, was man machen würde, wenn man genau wüsste, dass der Zusammenbruch bevor steht? Es gibt hier direkt mehrere Punkte, die abgearbeitet werden:

  • Sich selber so aufstellen, dass man nach dem Zusammenbruch eine gute Startposition hat
  • Feinde so hinstellen, dass sie im Zusammenbruch großen Schaden nehmen werden
  • Es so hinbiegen, dass andere (also irgendwer) im Zusammenbruch weit größeren Schaden als man selber nehmen, um selber besser da zu stehen
  • Die eigene Schuld verschleiern und auf andere deuten
  • Sich selber bereits aus dem „Geschehen" schrittweise zurück ziehen
  • Beim Rückzug nur noch vernünftig wirkende Dinge sagen und machen oder es wenigstens so aussehen lassen
  • Einen ideologischen Gegner in das Amt hieven und diesen als Sündenbock stehen lassen

Jetzt sollte jedem bewusst sein, dass es in den USA durchaus Machtblöcke gibt. Diese lassen sich jedoch nicht in Demokraten oder Republikaner unterteilen, da diese Machtblöcke in beiden Parteien ihre Stimme haben. Als Parteien ergänzen sich die Demokraten und Republikaner einfach zu gut, als dass sie nicht dem selben System zugeordnet werden müssten. Für Einzelpersonen in diesen Parteien mag das anders sein. Es gibt auch Strömungen, die eben aus diesem System ausbrechen wollen, gewiss auch Unternehmen, vor allem der Mittelstand wird dort raus wollen.

Welches wäre der optimale Präsident für die Endzeit?

Man selber hat als das System die Karre vor die Wand gelenkt, es bleibt wenig Zeit für den Fahrerwechsel. Wer wird jetzt vor das Steuer gesetzt und bleibt mit dem Schaden stehen? Es war zur Amtszeit Obamas, wann genau ist die andere Frage. Und so wurde den Katzen gesagt, dass in dem Moment, in dem die „USA" wissen, dass sie in der nächsten Amtszeit unter gehen, einen farbigen homosexuellen drogenabhängigen Kommunisten jüdischer Abstammung aufstellen werden. Nun, diese Aussage war vielleicht in dem Moment unüberlegt, es müsste jemand muslimischer Abstammung sein?

Es ist zumindest schwierig, Kandidaten zu finden, die allen Kriterien gerecht werden und sich zugleich auch vor den Karren spannen lassen. Zum anderen müssen diese Kandidaten auch soweit aufgebaut werden, dass die Bürger sie wählen. Bernie Sanders hat es nicht geschafft. Sollten wir uns alle freuen, dass er damit in kommenden Jahrzehnten nicht als Sündenbock genannt wird, womit sich das eigentliche System sauber raus reden und zugleich auch rechtfertigen würde?

Im ersten Moment erscheint es also unlogisch, dass jetzt Donald Trump Präsident der USA ist, obwohl dieser Mann wirklich überqualifiziert zu sein scheint, allem den Rest zu geben. Historisch zeigt es sich in Deutschland hingegen, dass es sehr gut funktioniert, die rechtsradikale „Führerclique" als Schuldig zu sprechen, um es schnell unter den Tisch zu kehren, dass es so einfach eben nicht ist. Gerade in einem multikulturellem Einwandererland wie den USA könnte das doch auch hervorragend funktionieren?

Warum das System hinter den USA in die Sackgasse läuft

Wir leben auf einem Planeten mit endlichen Werten. Ob es das Öl aus dem Boden oder das Getreide vom Acker ist: Es gibt eine gewisse Menge, mehr jedoch nicht. Wer mehr nimmt, zerstört damit seine Grundlagen und hat wie bei der Überfischung für die Zukunft weniger. Das kapitalistische System hinter den USA, welches natürlich nicht nur in diesen gewachsen ist, kann jedoch nur mit ewigem Wachstum ewig existieren. Nur die digitalen Zahlen können ewig wachsen, womit sie zur Welt der Materie jedoch Übergewicht erhalten. Eine direkte Folge ist, dass für viele, vielleicht auch alle Rohstoffe nicht mehr Angebot und Nachfrage, sondern die Spekulation die Preise bestimmen.

Das ist allerdings auch noch nicht alles. Um es zu vereinfachen wird hier nicht mit der Menge vom Geld, sondern mit der Menge der Kaufkraft weiter geschrieben. Wenn aus der Kaufkraft heraus noch mehr Kaufkraft entstehen kann, sei es durch Investitionen oder Kreditvergabe, dann ändert das nichts daran, dass es prozentual immer nur 100% Kaufkraft geben wird. Wenn also 1000 Personen jeweils 1000 Euro haben, dann geben die einen ihr Geld für Konsum aus, die anderen investieren in die Bereiche, in die das Geld fließt. Die nächsten leihen sich sogar noch Geld für Konsum oder Investitionen. Aber jeder, der investiert oder verleiht, möchte für den Verzicht im ersten Moment nämlich im zweiten Moment einen Bonus zurück erhalten. Das führt dazu, dass diese Million Euro, die hier als Fixwert im Spiel sind, wandern. Sie wandern aus den Händen vieler in die Hände weniger, bis irgendwann nur noch einer das Geld hat und vermutlich wegen dem Unmut der Vielen nur noch wenig Freude empfindet. Wer möchte schon in Ungewissheit schlafen, ob er vielleicht über Nacht dahin geschieden wird?

Genau dieses System muss deswegen wachsen, da die einen ab einem gewissen Punkt bereits Neuschulden aufnehmen, nur um ihre Schuldzinsen zu tilgen. Und die anderen müssen in diesem System Rendite machen, damit die Anleger und Investoren nicht abspringen. Immer mehr Schulden bei den einen, immer mehr Geld bei den anderen, der Anteil vom digitalen zum realen Wert nimmt überhand, es muss irgendwann kippen.

Und genau das ist das System. Egal, wie hoch die Geldsummen auch sind, es sind immer genau 100% Kaufkraft. Und diese wandert immer schneller in die Hände weniger. Das fällt uns nicht so extrem auf, da diese wenigen natürlich alles in Wertpapiere und digitale Zahlen hinterlegen. Der Tag dieser Leute hat auch nur 24 Stunden, in der Zeit kann das niemand mehr sinnvoll für sein Privatleben ausgeben. Da auch die Kaufkraft der einen und der Bedarf der anderen Bürger endlich sind, kann das „verdiente" Geld irgendwann auch nicht mehr gewinnbringend investiert werden. Vor dem Kollaps mit immer niedrigeren Löhnen kommt die Überproduktion.

Würden wir hingegen in einer Welt leben, die als Ziel ihren realen Bedarf erwirtschaftet und damit nicht ständig wachsen müsste, dann gäbe es diese Probleme der gemachten Arbeit mit virtuellem Umsatz nicht. Dann könnten wir einfach alle leben und das haben, womit wir gut über die Runden kommen.

http://i.huffpost.com/gen/5124604/images/s-USA-small.jpg