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Bärlauch im Herbst setzen

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Frisch und würzig aus dem eigenen Garten

Der Bärlauch ist ein lange bekanntes Gewächs, aus dem Winterschlaf erwachende Bären scheinen immer zuerst diesen zu fressen. Auch in der heutigen Küche werden immer häufiger die Blätter vom Bärlauch, auch Waldknoblauch genannt, verwendet. Er gehört zu den ganz frühen Gewächsen im Jahr und blüht bereits im April. Bärlauch wächst jedoch nicht bei jedem sondern nur bei denen, die ein paar Grundlagen beachten. Bärlauch benötigt einen humusreichen feuchten Boden, der etwas Kalk enthält sowie er ab Mai oberirdisch eingeht, aber nicht überwuchert werden möchte. Sehr wichtig ist es, dass er nicht zu viel Sonne erhält, Schatten oder Halbschatten sind optimal.

Wo genau finden sich solche Bedingungen im eigenen Garten? Buchenhecken sind optimal. Diese sind zuerst kahl und lassen das Licht durch. Dann schließen sie sich und bieten Schatten, womit auf dem Bodengrund nichts mehr wachsen wird. Der Bärlauch wächst in der Natur auch sehr häufig in Buchenwäldern. Im Garten oder der Natur sind es eben Büsche oder Bäume, die zuerst kahl sind und dann so viel Schatten spenden, dass nichts mehr wachsen wird, damit der Bärlauch erst Licht erhält und später nicht kaputt gewuchert wird.

Buchenhecken sind eher schmal und direkt unter diesen ist es noch nicht ganz optimal. Wenn aber vor diesen Hecken noch ein paar Stauden oder Büsche wachsen, die ebenfalls im Frühjahr noch kahl sind, dann sind diese Stellen zur Buchenhecke sehr geeignet.

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Bärlauch säen oder pflanzen?

Bärlauch ist ein Frostkeimer, er benötigt ein paar kalte Tage oder Monate im Jahr, damit er im Frühjahr keimt. Deswegen sollte er entweder im Herbst gesät werden oder man setzt ihn in Saatschalen an und stellt diese für ein paar Wochen in den Kühlschrank und für ein paar Tage in das Gefrierfach. Dann stellt man die Schalen an ein schattiges Plätzchen. Der Bärlauch streut ab Mai seine Saat, er könnte also auch vor dem Herbst ausgesät werden. Er soll in der Natur aber erst im Frühjahr keimen und braucht deswegen als Impuls die Winterkälte.

Viel einfacher wäre es, wenn man ein paar Bärlauchzwiebeln im Gartenhandel oder von Nachbarn ersteht und diese ca. 5 cm in den Boden einsetzt. Dieses sollte auch im Herbst gemacht werden. Solange die Stelle passt, ist der Erfolg wahrscheinlicher als beim aussäen. Selbst wenn man zuerst nur hier und da Zwiebelgruppen mit 5 bis 15 Zwiebeln setzt, werden diese blühen, Saat bilden und im nächsten Jahr geht ein Teil der Saat auf, wenn es im Winter kalt genug war. Nach einigen Jahren kann man sogar ganz vorsichtig den Boden lockern und einen Teil der Zwiebeln zum umsetzen entnehmen. Ansonsten soll bei solchen Zwiebelgewächsen jedoch auf Erdarbeiten verzichtet werden.

Weil man vorher nicht genau sagen kann, dass der Bärlauch sich im eigenen Garten wirklich wohl fühlt, sollte man besser 50 statt 500 Zwiebeln erstehen oder zwei statt zehn Päckchen Bärlauchsamen. Man sollte ihn zudem an unterschiedlichen Stellen im Garten setzen, die vermutlich geeignet sind. Dann wird es einfach der Natur überlassen, wo sich der Bärlauch durchsetzen kann und wirkliche Wiesen ausbildet. Im eigenen Garten kann es notwendig sein, das Unkraut zu rupfen, wenn es doch an den Schattenstellen hochkommt. Bärlauch sollte nicht oder nur ganz schwach gedüngt werden.

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