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Auf dem eigenen Balkon Wildbienen helfen

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Petitionen unterzeichnen reicht nicht

Wir haben immer mehr Petitionsplattformen, die unsere bedrohte Welt retten wollen. Die Petitionen werden immer dann als erfolgreich verkauft, wenn durch alle wirkenden Faktoren die gewünschte Entscheidung getroffen wird. Wie viel Gewicht eine Petition dabei hat, ist die andere Frage. Es kann nicht schaden, wirklich nutzen tut jedoch jeder, der auch ansonsten etwas macht. Nicht mehr allen Wildbienenarten kann geholfen werden, viele sind bereits trotz hunderter Petitionen ausgestorben. Es ist jedoch für jeden mit einem Blumenbalkon möglich, diesen nützlichen Tieren etwas auf die Sprünge zu helfen. Sie brauchen lediglich ein Bienen- oder Insektenhotel, damit sie Eier ablegen können.

Das Bienenhotel in die stille Ecke zu hängen, wird vermutlich nicht funktionieren. Solche Bienenhotels werden nicht oder nur wenig angenommen. Wildbienen scheinen Bienenhotels nur dann an zu nehmen, wenn ihnen diese „in den Weg gehangen" werden. Sie fliegen dort herum, wo es viele Blumen gibt. Dort soll auch das Bienenhotel aufgestellt werden.

Die Feinheiten vom Bienenhotel

Direkt an den blühenden Pflanzen kommt meist auch das Regenwetter hin, sowie man das Bienenhotel vielleicht nicht in die pralle Sonne stellen darf. Wenn es keinen Unterstand direkt bei den Blumen gibt, dann muss das Bienen- oder Insektenhotel eben ein Dach haben. Es gibt hierbei natürlich viele Bienenhotels im Handel, die nach der Lieferung einfach mit einem Stab in den Boden gerammt werden oder eben an diesem Stab befestigt werden können.

Bienenhotels können jedoch auch einfach selber gebaut werden. Es sollen dabei natürliche und unbehandelte Materialien eingesetzt werden. Verschieden dicke Bambusstäbe können immer hinter dem Knoten durch gesägt werden, damit die Röhre zur einen Seite offen ist. Diese Röhren können gebündelt werden. Auch Ziegelsteine mit schmalen Löchern eignen sich für das Insektenhotel. Es können zudem mit der Bohrmaschine Bohrlöcher mit verschiedenen Stärken bis 10 oder 12 mm in das Holz gebohrt werden. Lärche wäre gut, da es der Witterung gut standhalten wird. Eiche ginge auch, wäre jedoch teurer und man hätte „ein Jahr länger zu bohren".

Neben diesen Tunnelröhren macht es Sinn, einen Bereich oder ein offenes Gefäß in diesem mit Holzwolle oder Stroh auszufüllen oder auch Tannenzapfen rein zu legen. Der entscheidende Schritt ist jedoch, dass ein Dach alles vor Nässe schützt und bei zu viel Sonne auch etwas Schatten wirft. Hier kann einfach ein breites Brett, eine alte Holzplatte oder sonst etwas gewählt und mit einem Rest Dachpappe geschützt werden. Die Pappstifte werden jedoch nicht von oben eingeschlagen. Die Dachpappe wird umgeknickt und von unten an das Brett geschlagen, bevor es einfach mit Winkeln über dem restlichen Bienenhotel angebracht wird. Die einzelnen Elemente von diesem sollen natürlich auch in einem Rahmen aus wetterbeständigen Brettern liegen. Höchstens diese Außenbretter oder deren Außenseiten sollen mit einer verträglichen Outdoor Holzlasur geschützt werden.

Wer selber zimmert, der bringt vielleicht keine Meisterleistung fertig. Den Bienen ist das egal. Weiterhin muss es kein 2 x 2 Meter Bienenhochhaus werden. 20 x 30 cm werden auf einem kleinen Balkon auch bereits viel bringen.

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Ohne Blumen keine Bienen

Wie bereits erklärt werden die Bienen das Bienenhotel nicht annehmen, wenn sich nicht in unmittelbarer Nähe Bienenpflanzen befinden. Es gibt hierbei Pflanzen, die im vorbei fliegen mit genommen werden und solche, zu denen die Bienen hin fliegen werden. Beim Bienenfreund ist es naheliegend, dass Bienen ihn mögen. Die echte Goldrute ist hingegen auch eine Bienenpflanze, für die viele Bienen gerne einen Umweg fliegen. Hier finden sich neben anderen Pflanzen weitere Blumen für Bienen.

Viele Pflanzen blühen nur wenige Tage oder Wochen, die Bienen haben hingegen länger Appetit. Das bedeutet, dass möglichst mehrere Pflanzenarten als Früh- und Spätblüher kombiniert werden. Es gibt selbst auf einem Balkon mit mehreren Balkonkästen genug Platz, wenn kleinwüchsige Pflanzen wie der Rosenwaldmeister gewählt werden. Dieser soll genau wie viele andere Pflanzen nicht lange in Staunässe stehen, damit er gut wachsen wird.

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Hilft das den Bienen wirklich?

Es wird viel davon geredet, dass die Pestizide unsere Bienen sogar ausrotten können. Diese bedenklichen Pestizide werden meist auf den großen Monokulturen gesprüht, weniger in den heimischen Gärten. Das führt dazu, dass gerade grüne Städte für die Bienen ungemein wichtig werden können, wenn denn alle ein paar Blumen pflanzen und ein paar Bienenhotels aufstellen. Bienen haben keinen großen Aktionsradius, auch die Honigbiene fliegt nur einen Umkreis von maximal zwei bis drei Kilometern. Aber genau deswegen können Städte mit vielen Bienenpflanzen zu kleinen Oasen für die Bienen werden. Hier finden sich detailliertere Infos zu den Bienen und ihrer aktuellen Situation.

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