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1000 Kreuze für 1000 Kreuzigungen

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Keine solide Zimmermannsarbeit

Münster war einst kein richtiger Ort, es gab einige Gehöfte, aber keine geschlossene Siedlung. Da der Fleck am Schnittpunkt zweier Handelswege lag und die Christen zwecks kollektiver Gehirnwäsche Stützpunkte benötigten, setzten sie ihr „Münster" an diesem Ort zwischen die Gehöfte. Münster ist ein Begriff für Kirche, der vielen nicht mehr geläufig ist. Und so nahm das Übel weiterhin seinen Lauf, dass sie sich mehrten und sich die Welt untertan machten, bis der Erdenrund übervoll mit Menschen war. Das ist schon viele Jahre her, inzwischen ist alles noch viel schlimmer.

So war es der 19.03.2017, als militante Christen in Münster wieder demonstrierten, für das Recht der ungeborenen auf Leben. Wenn bereits die Geborenen kein Recht mehr haben, sondern als Verwertungsmasse der Konzerne arbeiten und konsumieren müssen, warum haben denn die Ungeborenen ein Recht? Nun, Konzerne brauchen auch künftig einen Absatzmarkt. Und genau das scheint das Motiv dieser vorsätzlich geplanten Überbevölkerung zu sein: Wer mit seiner Sippschaft schneller Kinder in die Welt setzt, der ist schneller Mehrheitsfähig und kann seinen Glauben besser durch setzen. Bei den Konzernen geht es hingegen um Absatzmärkte, da kann jeder glauben, was er will, da ohnehin keiner was machen kann. Gerade der deutsche Bürger kann sowieso garnichts machen, sagt er immer wieder und macht nichts.

1000 Kreuze Marsch fand erneut viel Anklang

Da laufen rund 100 Personen herum, die zusammen 1000 Kreuze schleppen wollen und bringen damit tausende Beamte und Gegendemonstranten auf die Straße, das will was heißen. Diese militanten Christen müssen es lieben, in Ablehnung zu baden. Es muss immerhin einmal verstanden werden, dass es nicht allein um das Recht der Mutter geht, wenn sie ihr versehentlich gezeugtes Kind nicht möchte. Es geht dabei auch um das Recht des ungeborenen Kindes, nicht in diese Welt gesetzt zu werden und dann solchen Leuten ausgesetzt zu sein. Und es sind viele solcher Leute.

Die 1000 Kreuze Anhänger sehen das anders, sie wollen im weltweiten Religionspoker die Mehrheit bilden, den Ton angeben und anderen Menschen ihre wahnhafte Wertevorstellung mit bindenden Zwangsjackenregeln für das alltägliche Leben aufbürden.

Auch den Konzernen sind die Rechte der Geborenen und Ungeborenen egal, solange genug Umsatz generiert wird.

Genau diese Lebensphilosophie ist nicht hinnehmbar. Diese Welt ist endlich. Mehr Menschen oder mehr Geld sind ab einem gewissen Punkt für jeden weniger. Es geht soweit, dass der Menschheit droht, an ihrer eigenen Doofheit auszusterben.

1 Mose 9:7 „Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, dass euer viel darauf werden." So steht es geschrieben und genau so doof ist das heute auch. Jedem sein Recht auf Leben, auf Selbstbestimmtheit und Selbstverwirklichung. Ab einem gewissen Punkt ist weniger jedoch mehr und den Punkt haben wir als Population lange überschritten. Kondome für alle und Sex für Freude, nicht für die „Mehrheitsfähigkeit" oder „Konzernumsätze".

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Keine Ahnung von der Handwerkskunst

Beim 1000 Kreuze Marsch machten die 1000 Kreuze keinen soliden Eindruck. Wenn der Heiland schon Zimmermann oder zumindest der nicht von ihm gezeugte Sohn eines Zimmermannes gewesen ist, so hätten sich diese militanten Christen an dieser Stelle doch mehr Mühe geben können. Dann wäre ihre Himmelauffahrt aus rein technischen Gründen bereits möglich gewesen. Allerdings waren doch viele Beamte dort, die das geborene und auch ungeborene Leben schützen, auf ihre Art und Weise halt.

Von der Handwerkskunst keine Ahnung? Nun sagt man aber doch, dass dumme Leute auch aktiv dabei sind. So stehen wir jetzt da mit dem Globus voll mit Christen. Mehrheitsfähig sind die also schon lange, bald sind es so viele, dass sie wieder das Brot und den Fisch auf wundersame Weise teilen müssen, damit es für alle reicht.

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Religionen, das Opium fürs Volk

Was genau macht denn das Opium mit uns? Es gibt uns ein gutes Gefühl. Religionen, die uns sagen, dass wir die einzig erwählten sind und alle anderen irren, geben uns auch ein gutes Gefühl. Das Opium hält uns zugleich auch ruhig und lenkt uns von anderen Problemen ab. Genau das machen Religionen sowie alle Probleme doch von Gott gewollt sind. Das Wesen, welches nur Gutes für uns will, straft und prüft uns, stellt uns auf die Probe und zuckt nicht mal mit der Wimper, wenn wir zu tausenden verrecken.

Opium macht allerdings auch abhängig, das können Religionen auch. Religionen sind immerhin ein Weltbild, in dem man den richtigen Weg wählte. Wer sich aufgrund seiner Begrenztheit kein eigenes Weltbild aufbauen kann, der lässt sich seine Religion nicht nehmen.

Und zu guter Letzt: Wer einmal drauf ist, der würde so manches für sein Opium machen. Wer es einem geben kann, der kann einen lenken und damit auch benutzen. So ist es auch mit Religionen, die damit das Opium fürs Volk sind.

Es gibt immer Menschen, die genau diese Mechanismen durchschauen und entweder mitmachen oder eben was eigenes machen wollen. Es kann sich praktisch jeder seine eigene Religion ausdenken, Idioten bekehren und was von der jungfreulichen Empfängnis erzählen. Nennt man das dann nicht Sekte? Das kommt ganz darauf an, ob der „Glauben" bereits öffentlich anerkannt wurde oder man sich noch in der Spinnerschublade befindet.

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