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Warum Ferienjobs noch immer der Trend für den Sommer sind

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Der Sommer beginnt - zumindest im Kalender. Und mit ihm sind nun auch schon die ersten Bundesländer in die Ferien gestartet. Das bedeutet für viele Schüler und Studenten, endlich die schul- und vorlesungsfreie Zeit genießen zu können. Doch nicht jeden zieht es in der schul- und vorlesungsfreien Zeit an den Strand oder andere beliebte Urlaubsorte.

Für manche bedeutet die Ferienzeit in erster Linie Arbeit, denn gerade für Schüler und Studenten ergeben sich im Sommer viele neue Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln und Geld zu verdienen. Diese Chance ergreifen sie aus den unterschiedlichsten Gründen.

Die eigenen Hobbys als Antrieb

Die warme Sommersonne hindert - wenn sie denn ihr Gesicht zeigt - hierzulande interessierte Ferienjobber keineswegs daran, in den Ferien, ein wenig Geld zu verdienen. Beispielsweise, um die eigenen Hobbys finanzieren zu können. Laut einer vor kurzem durchgeführten Umfrage von Jobrapido ist dies für viele junge Leute der wichtigste Grund, sich einen Ferienjob zu suchen.

Ganze 50 Prozent der Befragten gaben dies dabei als Hauptmotiv an, wohingegen nur zehn Prozent das verdiente Geld in erster Linie dazu verwenden würden, die Urlaubskasse für die nächste Reise aufzubessern. Dabei ist das Sparen für einen künftigen Urlaub eigentlich ein klassischer Grund für die Ferienjobsuche. Fast jeder Dritte, so die Umfrage weiter, möchte über einen Job im Sommer letztlich in eine Festanstellung gelangen.

Hier spiegelt sich der zunehmende Karrierefokus junger Menschen deutlich wider. Das ist nur wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, wie wichtig Erfahrungen und Referenzen im späteren Berufsleben bei Bewerbungen sein können.

Die Tatsache, dass die meisten Teilnehmer der genannten Umfrage sich am liebsten eine Bürotätigkeit wünschen, unterstreicht dies. Jobs in der Gastronomie, die neben dem Festgehalt auch noch ein lukratives Trinkgeld mit sich bringen und in der Regel einfacher zu beschaffen sind, stehen weitaus weniger im Fokus junger Leute. Gleiches gilt für das Jobben im Einzelhandel.

Während der Laden „um die Ecke" früher oft erste Anlaufstelle für Ferienjobs war, landete diese Option bei der Umfrage auf dem letzten Platz. Bürojobs hingegen sind erste Wahl, um einen Grundstein für die Karriere zu legen.

Per Klick zum Job

Diejenigen, die sich in diesem Jahr noch nicht um einen Ferienjob gekümmert haben brauchen sich jedoch nicht über die vermeintlich verpassten Chancen zu ärgern. Viele Firmen planen den Bedarf an Aushilfskräften oft relativ kurzfristig, sodass manche Ferienjobs zeitnah besetzt werden. Im Jahr 2016 ist dies natürlich kein Problem mehr: Selbst wer nicht über die nötigen persönlichen Kontakte verfügt, findet im Internet eine große Auswahl aktueller Jobangebote - häufig auch „ab sofort".

Soziale Medien, leistungsfähige Jobsuchmaschinen oder firmeneigene Karriere-Websites ermöglichen ständigen Zugang zu attraktiven Angeboten in den unterschiedlichsten Bereichen. Ein Vorteil dabei ist, dass die Interessenten nicht nur auf den lokalen Jobmarkt in der eigenen Stadt zugreifen können. Mit der Online-Jobsuche wird es möglich, für den Ferienjob die Stadt oder vielleicht sogar das Land verlassen und Erfahrungen im Ausland machen zu können - Work & Travel im Ferienformat.

Bei drei Monaten Semesterferien lohnt sich das für Studenten nicht nur zeitlich gesehen besonders. Auslandserfahrungen spielen genau wie Social Skills eine zunehmend wichtige Rolle in den Bewerbungsunterlagen.

Jobben in den Ferien lohnt sich

Während die Strände der warmen Gefilde im Süden den ganzen Sommer lang dicht bevölkert sind und der Party-Tourismus gerade unter jungen Leuten boomt, entscheiden sich viele Schüler und Studenten also aus gutem Grund dafür, ihre sechswöchigen Sommer- oder bis zu dreimonatigen Semesterferien lieber dazu zu nutzen, etwas Geld anzusparen.

In der regulären Unterrichts- und Vorlesungszeit ist die Zeit nämlich oft knapp und ein Nebenjob nicht für jeden im Rahmen des Möglichen. Da kommen die Semesterferien nicht nur zur Erholung sehr gelegen: Die gesetzliche Werkstudentenregelung ermöglicht es, in den Semesterferien bis zu 40 Stunden pro Woche voll zu arbeiten, ohne dass sich der Krankenversicherungsbeitrag erhöht.

Während der Vorlesungszeit sind hingegen lediglich 20 Stunden erlaubt und viele Studenten spätestens nach der Einführung von Studiengebühren auf das vermeintlich nebenbei verdiente Geld angewiesen. Auch die Umsetzung des bundesweiten Mindestlohns macht Nebentätigkeiten wie Ferienjobs reizvoller als zuvor.

Für noch minderjährige Schüler bringt diese Regel jedoch bisher nichts: Für sie gilt die Lohnuntergrenze nicht. Des Weiteren ist es Minderjährigen zwischen 15 und 17 zwar erlaubt, Vollzeit zu arbeiten, allerdings an maximal 20 Tagen im Jahr.

In Zeiten, in denen ein früher Karriereeinstieg immer wichtiger wird, sind Ferienjobs mehr denn je eine hervorragende Möglichkeit für junge Leute, die sich noch in der schulischen oder universitären Ausbildung befinden und haben nichts von ihrer Attraktivität verloren.

Sie haben das Potenzial, nicht nur erste fachliche Kompetenzen zu schaffen und Nachwuchskräfte auf ihr späteres Arbeitsleben vorzubereiten, sondern erweitern auch ihre sozialen Kompetenzen und können sogar über die Ferienzeit hinaus Weichen für die zukünftige Karriere stellen. So dienen sie nicht nur der Finanzierung von Hobby oder Urlaub, sondern nehmen auch für die langfristige Planung eine wichtige Rolle ein.

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