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Auswandern f├╝r die Karriere: Wohin zieht es die Deutschen - und warum?

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
TRAVELING YOUNG WOMAN LUGGAGE
Aitor Diago via Getty Images
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Seit inzwischen zehn Jahren kann das deutsche Fernsehpublikum einmal pro Woche am Bildschirm dabei sein, wenn sich andere den Traum vom neuen Leben fernab der Heimat erf├╝llen - oder zusehen, wie dieser Traum bei einigen zerplatzt: Das TV-Format ÔÇ×Goodbye Deutschland! Die Auswanderer" erweckt einerseits bei vielen den Mut, die Koffer zu packen und Deutschland den R├╝cken zu kehren.

Andererseits zeigt es den Zuschauern jedoch auch die gro├če Bandbreite an Problemen, mit denen Auswanderer in ihrer neuen Heimat konfrontiert werden. Wie denken die Deutschen wirklich ├╝ber Leben und Arbeiten im Ausland? Und in welchen Teilen der Welt versprechen sie sich die gr├Â├čten Chancen?

Auswanderer ohne Erfahrung

Einen deutlichen Kontrast zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Auswandern zeigen die Ergebnisse einer Umfrage der Jobsuchmaschine Jobrapido: Die gro├če Mehrheit der Deutschen kann sich zwar vorstellen, die Bundesrepublik f├╝r eine h├Âhere Lebensqualit├Ąt oder einen neuen Job zu verlassen, doch lediglich ein Drittel der Befragten hat tats├Ąchlich bereits einmal diesen Schritt gewagt und berufliche Erfahrungen im Ausland gesammelt.

Vor allem steht dem Traum vom sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg in einem anderen Land die Angst gegen├╝ber, den aktuellen Lebensstandard durch einen wagemutigen Neuanfang zu verlieren. Doch ganz so einfach l├Ąsst sich der Entscheidungsprozess nicht zusammenfassen, denn zum Auswandern geh├Ârt eine Vielzahl einzelner Entscheidungen, von denen jede das Gelingen oder Scheitern des Auswanderns bewirken kann.

Wie schwer die Entscheidung f├╝r potenzielle Auswanderer ist, wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass sie nicht nur ihr soziales Umfeld zur├╝cklassen, sondern einen g├Ąnzlich neuen Kulturkreis betreten und dessen Art zu leben und zu kommunizieren neu erlernen m├╝ssen. Und das geht weit ├╝ber die blo├če Kenntnis der Landessprache hinaus.

Australiens Sch├Ânheit zieht nicht nur Studenten an

Viele asiatische L├Ąnder erleben wirtschaftliches Wachstum und bieten dadurch gro├če Karrierechancen. Allerdings unterscheiden sich die kulturellen Gewohn- und Eigenheiten massiv von europ├Ąischen Normen. M├Âglicherweise ist die Angst vor der tiefgreifenden Umgew├Âhnung der Grund daf├╝r, dass China nur von einem Bruchteil der Befragten als Wunschland genannt wird.

Die Umfrageteilnehmer zieht es stattdessen eher in Gefilde s├╝dlich des ├äquators. Genauer gesagt w├╝rden 40 Prozent - und damit die Mehrheit der Befragten - am liebsten nach Australien auswandern, weil sie die Sch├Ânheit des f├╝nften Kontinents beeindruckt.

Gro├čer Beliebtheit erfreuen sich daher schon seit Jahren die Working-Holiday-Visa, die vor allem jungen Menschen, darunter vielen Studenten, das so genannte ÔÇ×Work and Travel" in Down Under erm├Âglichen. Damit l├Ąsst sich zwar vor Ort mit Aushilfsjobs oder Praktika ein wenig Geld f├╝r einen Tauchausflug am Great Barrier Reef oder einen Trip ins Outback verdienen, ein neues Leben fern der deutschen Heimat l├Ąsst sich so jedoch nicht verwirklichen.

Nach solchen Erfahrungen packt das Fernweh viele erst recht, sodass sie ihr Studium am liebsten im Ausland beenden w├╝rden. Doch oft bleibt es beim Wunsch: Laut den Umfrageergebnissen haben mehr als 80 Prozent der Deutschen nie im Ausland studiert - eine Entscheidung, die knapp die H├Ąlfte von ihnen heute bereut.

Als neue Wahlheimat ebenfalls hoch im Kurs liegt Italien. Das f├╝r seinen ÔÇ×Dolce Vita"-Lebensstil bekannte Land wurde von mehr als jedem Vierten als Wunschland bezeichnet. Auch die warme Mittelmeer-Sonne und die N├Ąhe zur Heimat und dem gewohnten kulturellen Umfeld d├╝rften dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Vom Tellerw├Ąscher zum Million├Ąr?

Auch in die USA lockt es die Deutschen beim Streben nach beruflichem Erfolg. Die legend├Ąre Chance, ÔÇ×vom Tellerw├Ąscher zum Million├Ąr" aufsteigen zu k├Ânnen, scheint bei vielen noch immer Hoffnungen zu wecken. Und tats├Ąchlich ist diese Redewendung realistischer als es scheinen mag: Der Deutsche Wolfgang Zwiener ging 1960 als junger Mann zum Kellnern nach New York.

Nach jahrzehntelanger Arbeit als Sp├╝ler und sp├Ąter als Chefkellner in einem der ├Ąltesten und ber├╝hmtesten Steakh├Ąuser des Big Apple wagte er den Schritt in die Selbst├Ąndigkeit. Mit seiner eigenen Dry-Age-Methode verzaubert er inzwischen in zwei stets ausgebuchten Steakhausfilialen in Manhattan die New Yorker Gourmetszene: ein Paradebeispiel f├╝r den amerikanischen Traum und die gegl├╝ckte Entscheidung, ÔÇ×Goodbye, Deutschland" zu sagen - allerdings ohne Kamerabegleitung.

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