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Ohne Idole wären wir gar nichts

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AUTISM KID
mareks7 via Getty Images
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Das Jahr 2016 scheint ein besonders dunkles Jahr zu werden. Die weltpolitische Situation wird zunehmend instabiler und Rassismus findet wieder gesellschaftliche Akzeptanz. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es noch die Momente, die einen oftmals persönlicher treffen - der Tod von Idolen.

Die Liste der verstorbenen Berühmtheiten, die von vielen verehrt wurden, ist lang. Zu lang. Alan Rickman, Muhammad Ali oder erst diese Woche Carlo Pedersoli aka Bud Spencer. Obwohl wir nie die Gelegenheit hatten, diese Menschen persönlich kennen zu lernen, trifft uns deren Tod - manche mehr als andere. Versteh' mich an dieser Stelle nicht falsch, ich setze eine berühmte Person nicht gleich mit dem politischen Abgrund, welchem wir gegenüberstehen.

Hoffnung, Inspiration, Motivation

Jeder von uns hat einen oder mehrere Helden, die wir schon seit unserer Kindheit anhimmeln, denen wir versuchen nach zu eifern oder ganz einfach in denen wir Inspiration für das eigene Leben finden. Ein Idol muss noch gar nicht mal berühmt sein, denn oftmals sind Familienangehörige oder Nahestehende schon die perfekten Vorbilder. In meinem Fall ist es ein Bisschen von allem. Starke Persönlichkeiten innerhalb der Familie, erfolgreiche Sportler und VIPs aus Musik und Film.

Meine Idole gaben und geben mir noch immer die Kraft, das Beste aus mir heraus zu holen. Sie geben mir Ideen, motivieren mich weiter zu machen, zeigen mir neue Wege. So fing ich zum Beispiel dank Thierry Henry das Fußballspielen an. Aber auch der schon oben genannte Bud Spencer hat eine enorm große gespielt. Unvergessen bleiben seine Fausthiebe und Ohrfeigen, mit denen er seine Gegner aus dem Weg schaffte. Im Zusammenspiel mit Schauspiel-Kollege Terence Hill wurden knifflige Situationen schnell und einfach gelöst.

Standhaftigkeit, Klugheit, Fairness

Keine Sorge, es ist nicht die Gewalt, die ich von Bud Spencer übernommen habe. Wie in den vielen Filmen porträtiert wurde, geht es vielmehr um die Stärke, die das Duo an den Tag legte. Nun saß ich als kleiner Bursche vor dem Fernseher und sah zu, wie sich Bud Spencer aus aussichtslosen Situationen durch Standhaftigkeit, Klugheit aber auch Fairness befreite. In meinen Augen war Bud Spencer unantastbar. Wer will das nicht sein?! Ich bildete mir täglich ein, dass ich so stark wie er bin, so unantastbar. Selbstverständlich kam ich nie in eine ähnliche Situation, aus der ich mich mit Fäusten „Bud Spencer-Style" befreien musste. Trotzdem hat mir dieser Gedanke das nötige Selbstbewusstsein gegeben auch in schwierigen Momenten innere Stärke zu zeigen und vor allem keine Angst zu haben.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich jeden Film nur einmal gesehen habe. Als würde ich die Filme zum ersten Mal sehen, freute ich mich auf jede Wiederholung, die damals dann auf Kabel eins lief, am Besten am Wochenende beim Frühstücken. Manch einer würde behaupten, dass mein Verhalten schon fanatische Ausmaße angenommen hatte. Und zurückblickend würde ich dem sogar zustimmen. Schaue ich heute in den Spiegel, würde ich sagen, dass mir das nicht geschadet hat. Ich habe das, was Bud Spencer für mich darstellte, soweit übernommen, dass es ein Teil meiner Persönlichkeit geworden ist. Wer mich besser kennt, wird das (hoffentlich) bestätigen können.

Unterm Strich ist mir eines klar geworden. Ohne meine Idole wäre ich nie der Mensch geworden, der ich heute bin. Und das ist auch gut so. Am Ende bleibt mir nur schweren Herzens zu sagen: Danke für alles, Bud!

Dieser Artikel erschien im Original auf www.eyeslovetosee.de!

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