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Selbst wenn Erdogan nicht gewinnt, wird er seinen Willen garantiert durchsetzen

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ERDOGAN VOTE
Osman Orsal / Reuters
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Erstmal muss ich mit Bedauern feststellen, dass die Kampagnen rund um "Evet" und "Hayır" alles andere als gerecht waren, denn sie finden mitten im Ausnahmezustand statt.

Am heutigen Morgen kamen schon Meldungen aus den Wahllokalen, dass oppositionelle Beobachter willkürlich abgeführt wurden.

Ich ziehe in beiden Fällen keine positive Prognose für die Türkei. Bei einem "Evet" ist der Machtausbau Erdoğan's theoretisch bis 2034 und bei einem "Hayır" bis 2024 sicher.

Mehr zum Thema: NEWS-BLOG zum Türkei-Referendum: Polizei verhaftet Wahlbeobachter der Opposition

Auch im zweiten Fall hat Erdoğan in seiner Wahlperiode als Präsident der Türkei genug Zeit, um Neuwahlen herbeizuführen.

Er wird alles in Gang setzen, damit ihm das Präsidialsystem gelingt.

Zwischen den Systemen gibt es keinen großen Unterschied

Einen Unterschied zwischen dem jetzigen parlamentarischen System Erdoğan's und Präsidialsystem Erdoğan's sehe ich nicht.

Die Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen und die systematische Zerschlagung kritischer Stimmen ist bereits jetzt faktisch vorhanden und es wird weiterhin latent zunehmen. Das Referendum wird daran nichts ändern.

Es ist dann aber nur eine Frage der Zeit, wie lange das Volksgewissen diesem Geschehen noch zusehen wird. Ich glaube spätestens dann, wenn das Geld im Portmonee der Bürger fehlt, wird ein böses Erwachen stattfinden.

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