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Zeitlose Wahrheiten

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Zeitlose Wahrheiten gibt es sehr viele in der Mathematik und in der Philosophie. Zeitlose Wahrheiten sind so zeitlos, wie der Gedanke des pythagoreischen Lehrsatzes. Zeitlose, ewige Wahrheiten, sind unveränderliche Wahrheiten, die zu jedem Zeitpunkt gültig sind. Sie gelten zeitunabhängig. Sie waren vor tausenden von Jahren bereits richtig und werden auch in tausenden von Jahren immer noch richtig sein.

Ewige Wahrheiten können ihre Ursache in der Vernunft haben, dann sind sie notwendig und ihr Gegenteil kann nicht widerspruchsfrei gedacht werden. Beispiel: Alles ist mit sich selbst identisch. Das Gegenteil, dass es Dinge gibt, die nicht mit sich selbst identisch sind, ist unmöglich und kann nicht widerspruchsfrei gedacht werden, denn Selbstidentität ist eine reflexive Eigenschaft die jedem Ding und jedem Ereignis und jedem Urteil zukommt.

Ewige Wahrheiten können aber auch ihre Ursache in der Erfahrung haben, dann ist ihr Gegenteil nicht erfahrbar. Beispiel: Nicht alles Mögliche wird existent. Das Gegenteil kann man nicht in Erfahrung bringen, denn ein Samenkorn z. B. muss nicht aufgehen und damit die Existenz erreichen, sondern es kann von einem Vogel gefressen werden.

Wahrheiten, die demnach nicht ewig sind, sind zufällig, d. h., ihr Gegenteil ist jederzeit möglich. Entweder sind sie nicht notwendig und damit ist ihr Gegenteil möglich, oder wenn sie der Erfahrung entstammen, kann ihr Gegenteil ebenfalls erfahren werden und ist somit ebenfalls möglich.

Ewige Wahrheiten wurden in der Philosophie z. B. von Aristoteles erwähnt. Er sah die einfachen ewigen Wahrheiten in den sogenannten unvermittelten Prinzipien und Prämissen. Das Unvermittelte ist praktisch das Erste, welches keinen Vorgänger mehr hat, und daher unbeweisbar ist.

Ein Beweis vermittelt sozusagen das Wissen von den allerersten Prinzipien zu den Schlusssätzen, und das bedeutet auch, dass die unvermittelten Prämissen und Prinzipien den höchsten Wahrheitsgehalt haben, denn man muss vom Früheren (gehaltvolleren) auf das Spätere schließen.

Beweise verwenden notwendig wahre Prämissen, während Schlüsse auch Kontingente oder nur wahrscheinliche Prämissen verwenden können. Schlüsse sind so gesehen allgemeiner als Beweise. Diejenigen Wahrheiten, die die allerersten Prinzipien und Ursachen betreffen, sind am ehrwürdigsten und können Weisheiten genannt werden.

Zeitlose, ewige philosophische Wahrheiten können in meinem Buch: 'Ewige Wahrheiten und Weisheiten' , zu einer Menge von verschiedenen Stichworten, wie z. B. Axiom, Beweis, Geist, Idee, Seele, Tugend, Vernunft, Wahrheit, Weisheit und vielen weiteren, nachgelesen werden.
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