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Weltkongress des Internationalen Friedensbüros (IPB) Disarm! For a Climate of Peace

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Als zentralen Punkt eines internationalen Kongresses ist schon gegen den Zeitgeist weltweiter Aufrüstung, Modernisierung von Waffen, Krieg und Konfrontation, weltweite Abrüstung und Umverteilung dieser Ressourcen zugunsten der globalen Herausforderungen zu setzen.

Es ist aber auch absolut notwendig, angesichts der 1,7 Milliarden Dollar Rüstungsausgaben auf der einen Seite und von fast einer Milliarde hungernder Menschen, weltweiter Armut, dramatischen Konsequenzen von Klimaveränderungen und fehlenden Zugängen zu Wasser und sanitären Einrichtungen - nicht zu sprechen von fehlenden Mitteln für Gesundheitswesen und Bildung - auf der anderen Seite.

Wovon soll die Umsetzung der so gelobten Sustainable Development Goals (SDG) eigentlich finanziert werden? Dies alles sind nicht nur Probleme des Globalen Südens: Hunger, Armut und Bildungsversagen prägen auch die sogenannten Industrieländer. Wie sollen denn Flüchtlinge integriert werden oder fast noch wichtiger, wie soll denn Krieg als einer der wesentlichen Ursachen der Flüchtlingsbewegung überwunden werden?

Wie soll denn die Konfrontation mit Russland überwunden werden, die Zuspitzungen in Südasien abgewehrt werden, der Krieg in Syrien oder der Dauerkonflikt im Mittleren und Nahen Osten endlich überwunden werden - wenn nicht durch eine grundlegende Abkehr von den unsäglichen Politik Paradigmen des Militarismus und des Krieges? Wie können denn Waffenproduktion und Rüstungsexport ohne Vernichtung von Arbeitsplätzen - der Profit mit dem millionenfachen Tod - endlich überwunden werden?

Diese Herausforderungen und auch das Versagen der politischen Eliten weltweit soll auf diesem Kongress thematisiert und auch angeklagt werden, ebenso wie die Gewinner und Profiteure in den Rüstungskonzernen und in der Politik. Kritik und Anklage sind notwendig aber nicht genug. Auf dem Kongress soll es um Alternativen und besonders um Transformation gehen. Wie kommen wir von dieser unbefriedigenden Situation, den beklagenswerten und auch anzuklagenden Zuständen zu einer Welt des Friedens und der Gerechtigkeit?

Veränderung gesellschaftlicher Systeme und Strukturen

Was heißt das: große Transformation (entwickelt vom WBGU)? Viele weitere Fragen verbinden sich mit dieser einen. Was bedeutet grundlegende Veränderung gesellschaftlicher Systeme und Strukturen? Steht der Kapitalismus auf dem Prüfstand oder ist nachhaltiger Frieden und die Überwindung von struktureller Gewalt durch Überzeugung und Ausgleich zu erreichen?

Wer sind denn die Akteure dieser grundlegenden Veränderungen? Friedensbewegung, die schwächelt, soziale Bewegungen, die sich in Veränderungsprozessen befinden, die „Arbeiterklasse", was immer das heute sein mag, die Intelligenz, die Internetgesellschaft - schon die unvollständige Aufzählung provoziert Widerspruch und Diskussionen.

Und nicht zuletzt, was sind die Methoden und Strategien der Veränderungen: Gespräche und Lobbying, Aufklärung, die „Straße", Massenaktionen - auch hier gibt es viel mehr Fragen als Antworten, die neu gebündelt gehören. Wir wissen, was es nicht ist: Gewalt in allen Formen - seien es Drohnen und Krieg, seien es individuelle Terroraktionen.

Ein Kongress der Brisanz und der Herausforderung wirft viel mehr Fragen auf, als er selbst bei gutem Gelingen beantworten kann. Aber spannend auf jeden Fall und international. „Nachdenkliche Geister" aus ca. 40 Länder werden anwesend sein. Um diese Fragen zu diskutieren, hat sich eine nicht alltägliche (manche sagen auch neue) Konstellation von Veranstaltern zusammengefunden:

Neben vielfältigsten unterschiedlichen Friedensorganisationen, besonders die weltweiten Gewerkschaften durch den Weltgewerkschaftsbund (ITUC) und die Weltzentrale von ver.di mit Name UNI, aber auch unterschiedliche Religionsgemeinschaften (weit über die christlichen Religionen hinaus) mit ihren vielfältigen Friedenpositionen, Friedenswissenschaft besonders auch das renommierte SIPRI, Umwelt- und entwicklungspolitische Organisationen und viele mehr.

Prominente aus der ganzen Welt

Prominente aus der ganzen Welt haben zugesagt, mitzudiskutieren: so u. a. die jemenitische Friedensnobelpreisträgerin Tawakkol Karman, der Außenminister von Kasachstan, die alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva, den ehemaligen UNESCO Generalsekretär Frederico de Mayor, die Ökonomen Samir Amin und James Galbraith und aus Deutschland u. a. Ernst Ulrich von Weizäcker, Co Präsident des Club of Rome, der DGB Vorsitzende Reiner Hoffmann und der ver.di Chef Frank Bzirske.

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Weitere Informationen zum Kongress sowie zum großen Jugendprogramm, zu den verschiedenen side events, zum Kulturprogramm, den Ausstellungen befinden sich auf der Webseite oder können als App runtergeladen werden: www.ipb2016.berlin.

Die Sprache wird Englisch sein, wir werden aber die Plenarbeiträge und einzelne Foren ins Deutsche übersetzen können. Das senkt hoffentlich die Hürde zum Mitmachen. Es ist ein Kongress zum Mit- und selber machen. Wir würden uns freuen, viele, die besorgt sind über die aktuelle Situation, die die intellektuellen Herausforderungen einer Umbruchzeit und von sich dramatisch verändernden Gesellschaften mit gestalten wollen, zu vielfältigen kontroversen Diskussionen begrüßen zu können.

Wenn es dann auch zu verstärkten Aktionen für den Frieden und für Abrüstung kommt, hat dieses weltweite Treffen seine Funktion mehr als erfüllt. Bitte rechtzeitig, möglichst schnell, anmelden unter register@ipb2016.berlin. Es wird sicher spannend und kontrovers. Eine internationale Perspektive und Sichtweise hat in der Vergangenheit unsere Arbeit zu Haus immer befruchtet.

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