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Mann schreibt wundervollen Liebesbrief an seinen verstorbenen Hund

23/11/2015 12:56 CET | Aktualisiert 23/11/2016 11:12 CET

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Es ist sehr schwierig, die passenden Worte zu finden, um die Trauer zu beschreiben, die man fühlt, wenn ein geliebtes Haustier verstirbt. Möglicherweise liegt es daran, dass Sie das Gefühl haben, niemand sonst würde Ihre Gefühle verstehen. Aus diesem Grund sprechen viele trauernde Haustiereltern niemals über den Verlust ihres Tieres, aber der Reddit-Nutzer Rawtashk hat das perfekte Ventil für seine Trauer gefunden. Er hat seinem Hund Drago einen wunderschönen Brief geschrieben und ihn mit Community auf „r/dogs" geteilt.

Rawtashk hat uns freundlicherweise die Erlaubnis erteilt, sein unglaubliches Tribut zu teilen. Hier sind Auszüge aus diesem kraftvollen Brief:

Lieber Drago,

hey, mein Freund. Es ist jetzt eine Woche her. Es ist genau 7 Tage her, als ich deinen Kopf in meinen Händen hielt und immer wieder wiederholte „Es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir so leid", während Tränen meine Wangen hinab liefen, als ich deine letzten Atemzüge beobachtete. Es ist 168 Stunden her, seit ich das kleine Licht in deinen Augen erlöschen sah und fühlen musste, wie dein Körper die Kraft verlor.

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Manchmal fühlt es sich an wie ein Traum, aber ich weiß nicht, welcher Art er ist. Die Hälfte der Zeit kommt es mir vor, als befände ich mich inmitten eines Albtraums... und vielleicht würde ich ja aufwachen und dich am Fußende des Bettes sehen. Oder ich schaue jetzt einmal rüber und sehe dich neben meinem Stuhl liegen, wo du es dir immer bequem gemacht hast, wenn ich am Computer saß.

Manchmal kommt es mir vor, als wärst du nur ein Traum gewesen. Ich möchte wieder einschlafen und hoffen, dass dieser Traum noch einmal von vorne beginnt. Ist es wirklich neun Jahre her, als ich dich das erste Mal gesehen habe? Wir hätten weitere zwei bis drei Jahre oder sogar fünf haben können, um miteinander abzuhängen und Abenteuer zu erleben... oder war das alles nur ein glücklicher Traum? Dann sehe ich auf dem Sims den Behälter mit deiner Asche darin und mir wird bewusst, dass all das echt ist.

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Sef vermisst dich. Für ihn warst du der große Bruder, der immer da war. Er wird nie so klug werden wie du und mir wird jetzt erst bewusst, dass er jeden Anstoß von dir bekommen hat: Wie ihr beide uns gegenüber in euren Hundebetten schlaft, wenn Melissa und ich fernsehen. Er sieht, wie du dich hinlegst und tut es dir gleich.

Jetzt wird er nicht mehr dort drüben schlafen und sich entspannen. Er wird in der Nähe des Sofas bleiben, weil er dich nicht mehr hat, dem er es gleichtun kann. Er rennt auch nicht mehr hinten im Garten herum. Er geht raus, um zu pinkeln und sein Häufchen zu machen, und dann steht er mitten im Garten und schaut sich um.

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Ich laufe tagsüber durchs Haus und habe das Gefühl, dass etwas fehlt. Und es trifft mich zu verschiedenen Tageszeiten ganz unvermittelt. Ich bin am Dienstag zum Docking-Gebäude gegangen, um nach Herman Miller in seiner Arbeitskabine zu schauen und musste ganz plötzlich an dich denken. Ich musste mich kurz hinsetzen und mich wieder fangen, bevor ich weitermachen konnte.

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Ich stand mitten auf der Straße und beobachtete den Transporter vom „Heavenly Pet Memorial", wie er mit deinem Körper davonfuhr. Ich stand noch da, bis er nicht mehr zu sehen war und dann habe ich weiter in die Ferne geblickt, in der Hoffnung, dass es nur ein schrecklicher Traum sein würde, der kurz davor ist, zu enden. Ich hatte das Gefühl, als hätte man einen Teil von mir aus meiner Brust gerissen, und ich lief davon.

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Melissa und ich sind am Sonntag, nachdem der Transporter kam und dich abgeholt hat, essen gegangen. Ich wollte einfach raus aus dem Haus und den Kopf frei bekommen. Es war ein Fehler. Als ich nämlich nach Hause kam und über die Schwelle trat... da wurde mir bewusst, dass du nicht um die Ecke kommen und mich begrüßen würdest.

Ich stand bestimmt mindestens 5 Minuten im Eingangsflur, hoffend, dass sich das ändern würde... dass deine spitzen Ohren und dein aufgeregtes Gesicht um die Ecke schauen und gucken würden, wer da ist. Aber das ist nicht passiert und es tat mehr weh, als ich mir je hätte vorstellen können.

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Erinnerst du dich daran, wie wir manchmal gemeinsam ein Nickerchen gemacht haben, wenn ich mittags nach Hause kam? Neun Jahre nachdem wir dich aufgenommen haben, hatte ich noch immer das Gefühl, dass du Angst hattest, ich würde dich verlassen - weil du mich beim Schlafen immer berührt hast, damit ich nicht einfach weggehen kann, ohne dass du es bemerkst.

In den vergangenen zehn Tagen habe ich nicht ein einziges Nickerchen gemacht, weil ich dich nicht mehr berühren kann, während ich schlafe. Ich hätte mir niemals vorstellen können, dass du so ein Loch in meinem Herzen hinterlassen würdest, sodass ich nicht einmal mehr ein Nickerchen machen kann, seit du nicht mehr da bist.

Ich vermisse dich.

Das komplette Tribut an Drago können Sie hier lesen.

Alle Fotos wurden uns freundlicherweise von Rawtashk zur Verfügung gestellt.

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei der BarkPost USA erschienen und wurde von Ramona Biermann aus dem Englischen übersetzt.

Dieser Hund war so gut wie tot, doch dann geschah ein kleines Wunder...

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