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9 Anzeichen, dass dich Social Media krank macht

13/10/2015 08:59 CEST | Aktualisiert 13/10/2016 11:12 CEST
Getty

Fett, Zucker, Weißmehl - dass diese Dinge ungesund sind, predigen Ernährungsberater seit Jahren. Aber auch Facebook, Instagram und Co. können ein Gesundheitsrisiko sein. Und das mit schlimmen Folgen. An diesen neun Anzeichen erkennst du, ob deine Social Media Nutzung dein Leben bereits negativ beeinflusst. Wenn dir mehrere dieser Punkte bekannt vorkommen, ist das vielleicht ein Zeichen, dass du dir dringend eine Social-Media-Diät verordnen solltest.

  1. Du bist ständig unzufrieden mit dir selbst?

    War es früher der Blick in Magazine, ist es heute der Blick auf die Profile anderer Nutzer, der uns ein falsches Bild von der Realität vorgaukelt. Andere fahren ständig in den Urlaub, haben die tollsten Jobs und erleben die coolsten Sachen - zumindest, wenn man ihrem Profil glauben schenkt.

    Der digitale Vergleich führt schnell zu dem Gefühl, dass das eigene Leben unspektakulär und langweilig ist. Da kommt Frust auf - und der Zwang, sich ständig verbessern zu müssen. Werden unrealistische Ziele nicht erreicht, haben wir ein Gefühl von Versagen und Erniedrigung. Diese Abwärtsspirale kann zu ernsthaften Depressionen führen.

  2. Obwohl du nichts tust, bist du ständig im Stress?

    Mal eben die neuesten Statusupdates gecheckt, die Fotos vom Konzert hochgeladen, sich Inspirationen bei Pinterest geholt - und schon sind drei Stunden vergangen? Social Media ist zeitaufwendig. Denn die Verwaltung unseres digitalen Lebens verlangt ständige Aufmerksamkeit und ist auch eine willkommene Ablenkung:

    Die Aufschieberitis hat sich ins soziale Netz verlagert. Dadurch schaffen wir weniger von den eigentlich wichtigen Aufgaben und verzetteln uns schnell. So geraten wir unter Zeitdruck und Abgabestress, die Ergebnisse werden meist schlechter und unsere Produktivität sinkt - was wiederum an unserem Selbstbewusstsein nagt.

  3. Du fühlst dich einsam, trotz hunderter Freunde auf Facebook?

    Auch wenn eine Chatnachricht bequem ist oder ein kurzer Gruß auf der Pinnwand zeigt, dass du an einen Menschen denkst - deinen realen Beziehungen schadet das nur. Denn Freundschaften brauchen Nähe. Vor dem Bildschirm wird das allerdings nichts. Psychologen stellen seit Jahren fest, dass Beziehungen nur dann stabil sind, wenn sich die Partner auch im echten Leben oft begegnen und austauschen.

    Ansonsten bleibt es nur oberflächliches Chat-Gerede, egal wie tiefsinnig die Gespräche sein mögen. Die Folge ist eine Vereinsamung, die vor allem Menschen trifft, die den Großteil ihrer Freizeit im Virtuellen verbringen.

  4. Du gibst zu viel Geld aus, um glücklich zu sein?

    Es mag überraschen, aber tatsächlich geben wir bei übermäßigem Social-Media-Konsum mehr Geld aus. Denn auf allen Plattformen sind wir ständig von tollen Produkten umgeben und in den meisten Fällen reicht ein Klick, um auf die entsprechende Verkaufsseite zu gelangen. Weil keine realen Münzen und Banknoten im Spiel sind, klicken wir schneller auf Bestellen.

    Unser (wortwörtlicher) Internetkonsum ist nicht nur schlecht fürs Portemonnaie, sondern auch für unser Selbstbewusstsein. Denn wir glauben, dass uns diese Schuhe, jener Einrichtungsgegenstand oder genau das elektronische Gadget glücklich machen. Geschieht das nicht, kommt schnell Frust auf, der wiederum durch neue Sachen gemildert werden muss.

  5. Du fühlst dich in deinem Körper nicht mehr wohl?

    Bei exzessivem Zocken vor dem Rechner bekommen wir oft gar nicht mit, welche Nahrungsmittel wir zu uns nehmen. Dass eine einseitige Ernährung mit Junkfood nicht gesund sein kann, ist den meisten natürlich bewusst. Viel hinterhältiger ist das Phänomen „food porn", bei dem man Fotos von seinem Teller macht und seine Koch- und Genusskünste bei Instagram, Facebook oder Twitter zeigt.

    Verhaltensforscher sind sich einig, dass durch das Betrachten solcher Bilder der Appetit übermäßig angeregt wird. Wir essen also mehr, essen öfter und wollen so ein Teil der Genuss-Community werden. Wird Essen zum Statussymbol, kann sich das ganz schnell rächen. Nicht nur auf der Waage.

  6. Du hast kein Vertrauen mehr in deine eigene Meinung?

    Der Mensch ist und bleibt ein Herdentier. Wenn alle auf „Gefällt mir" klicken, ist die Chance groß, dass du auch klickst. Das mag wie eine Kleinigkeit klingen, doch führt diese Art der Meinungsbildung dazu, dass selbstständiges Denken wie eine Gefahr für den virtuellen Sozialstatus wirkt. Die Folgen des Herdentriebs reichen vom relativ harmlosen Shitstorm bis zum gefährlichen Cybermobbing. Und für Betroffene von leichten Selbstzweifel bis zu Depressionen, die sogar existenzbedrohend sein können.

  7. Du bist depressiv und siehst keinen Ausweg mehr?

    Immer wieder machen Fälle Schlagzeilen, in denen sich junge Menschen das Leben nehmen, weil sie im Netz vorgeführt wurden. Cybermobbing oder -shaming ist zu einem immer gefährlicheren Begleitphänomen von Social Media geworden. Wenn deine Äußerung oder dein Aussehen plötzlich in der Öffentlichkeit für Spott und Häme sorgen, oder du offen bedroht wirst, solltest du dringend den Stecker ziehen.

    Die scheinbare Folgenlosigkeit virtueller Äußerungen verführt Menschen schnell zu einem bösen Kommentar. Finde Zuflucht im wahren Leben und halte dich von Social Media fern. Denn wenn die erste Aufregung verfogen ist, vergisst die Internetgemeinde auch schnell wieder.

  8. Du verspürst ständig innere Unruhe und leidest unter Schlaflosigkeit?

    Durch die ständige Erreichbarkeit und die Allgegenwärtigkeit sozialer Medien verlieren wir schnell das Gefühl, ganz bei uns selbst sein zu können und Zeit für uns zu haben. Wie soll man sich auch entspannen, wenn sich ständig neue Statusmeldungen und Nachrichten bemerkbar machen? Die Folge können ein diffuses Unwohlsein oder gar ausgeprägte Stresssymptome, wie Schlaflosigkeit, Unruhe und Konzentrationsstörungen, sein.

  9. Du fühlst dich verfolgt und beobachtet?

    Dass Google, Facebook und Co. unsere Daten sammeln und viel über uns wissen, ist nichts Neues. Doch auch unsere Internetfreundschaften werden manchmal zu neugierig. Virtuelles Stalking ist zum Volkssport geworden und kann schlimme Folgen haben. Denn schnell wird uns die Aufmerksamkeit zu viel oder eine Internetbekanntschaft zu aufdringlich. Das ist keine Paranoia, sondern eine echte Belastung für unser Freiheits- und Selbstbestimmungsgefühl. Und kann bis ins wahre Leben dringen.

Das kannst du tun, um die Abwärtsspirale zu durchbrechen

All diese Symptome lassen sich relativ leicht lindern: Ziehe einmal öfter den Stecker und schalte das Handy aus. Besonders an freien Tagen wirkt das bewusste Abschalten schon große Wunder. Auch ein bewusster Konsum mit wenig eigener Interaktion senkt das Stresslevel enorm.

Zudem solltest du dir öfter überlegen, wie du dich in bestimmten Situationen im realen Leben verhalten würdest - Dann fällt dir schnell auf, dass viel Schaumschlägerei, Augenwischerei und unsinniges Massenverhalten im sozialen Netz im Spiel sind. Und schon wirst du selbst gelassener und zurückhaltender.

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