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Streitgespräch: Majoka vs. Meuthen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
JOERG MEUTHEN
Kai Pfaffenbach / Reuters
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Das wohl unwahrscheinlichste Streitgespräch Deutschlands, so wurde für den Artikel in der aktuellen Ausgabe des Focus propagiert. Ein Gespräch zwischen dem Pressesprecher der Ahmadiyya Muslim Gemeinde Deutschland, Dawood Majoka und dem Afd Chef Jörg Meuthen. Ich habe mir das Gespräch als eine heftige Diskussion, mit stark gegensätzlichen Meinungen, vorgestellt. Überrascht war ich, als ich mir das zirka einstündige Gespräch, mit großer Neugier durchlas.

Ein Gespräch, das zwei Vorstellungswelten skizzierte, Ängste verdeutlichte und in gewisser Weise eine dynamische Offenheit mit sich brachte. Jörg Meuthen, Co-Vorsitzender der Alternative für Deutschland (Afd) und Abgeordneter des Landtags in Baden Württemberg, ließ eine gewisse Distanz zu einigen Aussagen seiner Parteimitglieder deutlich werden. Er sei nicht gegen Muslime, sondern gegen den Islam. Wieso? Weil die Religion an sich, durch und durch politisch sei. Auch der Koran soll extremistisches Gedankengut enthalten.

Aber genau wie auch Frauke Petry, betont er, dass er nichts gegen die friedliebenden Muslime in Deutschland, auszusetzen habe. Auch sei er nicht gegen ein Verbot von Moscheen. Gegen integrierte Muslime habe er nichts auszusetzen.

Zum einen werden Minderheiten, in Form von salafistischen und extremistischen Gruppierungen, innerhalb des Islams, hervorgehoben und diese werden abgelehnt. Gleichzeitig wird erwähnt, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Aber die friedliebenden Muslime schon. Meuthen reflektiert innerhalb des Gesprächs, die Unklarheiten der Afd.

Wie es auch Extremisten bei der Afd gibt, so seien doch auch die Strömungen im Islam. Eine Minderheit. Einige Wenige!

Nein, erwidert Meuthen, die Mitglieder der Afd würden als komplette Partei, nie ihre Meinungsverschiedenheiten auf einer gewalttätigen Ebene austragen.

Wie bitte, Herr Meuthen?

Und wenn es rechtsextreme Ausprägungen gäbe, dann grenze sich die Afd strikt von diesen ab.

Tun das die islamischen Gemeinden, die in der Islamkonferenz vertreten sind, nicht auch?

Kann man sich nicht darauf einigen, dass Extremismus, nicht zu Deutschland gehört?

Deutlich wird aus diesem Gespräch, dass es viele Widersprüche in den Aussagen und Vorhaben der Afd gibt. Es herrscht noch viel Unverständnis über den Islam und seinen Lehren. Außerdem gibt es keine einheitliche Parteipolitik innerhalb der Afd. Auch werden einige Fakten unter den Tisch gekehrt, was Extremismus im Christentum und Rechtsextremismus anbelangt.

Doch wir sind glücklich darüber, dass die Afd für ein Dialog bereit war und es für die Zukunft auch nicht ausschließt. Der Afd-Poltiker, der zum ersten Mal eine Moschee betrat, zeigte sich doch offener als erwartet.

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