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Ich bin ein Muslim und bin kein Terrorist!

24/03/2016 10:05 CET | Aktualisiert 25/03/2017 10:12 CET
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Terror, Krieg und Mord - alles im Namen des Islam. Kurz vor dem Auslösen der Bombe wird „Allahhu Akbar" gerufen, die Männer sprechen arabisch und die Botschaft von ihnen: Sie wollen Ungläubige töten. Radikale Muslime, Islamisten und Dshihadisten diese Begriffe hören wir nach den Anschlägen in Brüssel bei jeder Meldung. Doch ist der Islam der Auslöser für den Terror? Oder bietet der Islam auch nur ansatzweise eine Rechtfertigung für die Taten dieser Terroristen? Ich als Muslim sage Nein!

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Oft wird dem Islam vorgeworfen, dass er für vermeintliche Islamisten ein Fundament schaffen würde. Im Koran würden viele Menschen das Handwerkszeug für die Taten sehen, in Moscheen würde man Hass gegen Ungläubige predigen und man müsse die Islamisierung des Westens stoppen. Gerade nach Anschlägen und Terrorhandlungen entsteht der Hype einen Sündenbock für das Geschehene zu suchen.

Die Angst der Bürger wird ausgenutzt, um gegen den Islam zu hetzen, gegen Flüchtlinge zu hetzen und um letztendlich die eigenen Ziele zu erreichen. Wenn man die Debatte heutzutage mitverfolgt, entsteht leicht der Eindruck man habe das schon mal so ähnlich mitbekommen. Ja zur Zeiten des NS-Regimes! Der einzige Unterschied - damals waren es Juden, jetzt sind es Muslime.

Eine Religion fordert niemals zum Töten oder zu Hass auf.

Es sind die Anhänger, die ihre Ziele daraus ableiten. Doch wenn es um den IS geht, sehe ich keinen einzige Handlung, die auch nur ansatzweise mit dem Islam zu tun hat. Der IS verfolgt politische Ziele und versteckt sie hinter dem Deckmantel des Islam.

Es ist einfach nur traurig, dass eine Religion die zur Nächstenliebe, Frieden und Gerechtigkeit aufruft, ein Angstauslöser für viele Menschen wird. Nein diese Terroristen sind keine radikalen Muslime, keine Islamisten, sie verdienen es nicht, dass der Islam zusammen mit ihnen erwähnt wird. Das sind Mörder, psychisch Kranke und Perverse.

Diese Menschen haben keine Ahnung vom Islam, genauso wenig wie von einer anderen Religion. Das sind und waren Menschen mit Hass in ihrem Herzen. Diesen Hass haben sie jahrelang in ihrem Inneren versteckt. Als sie von anderen angesprochen wurden, ob sie bereit wären zu morden und anschließend selbst ihr Leben zu lassen, da waren sie bereit. Auf diese Möglichkeit haben sie ihr ganzes Leben lang gewartet.

Das sind Menschen, die ihre Familien verloren haben und heimatlos aufgewachsen sind. Sie wollen sich bei diesen Ländern rächen, die ihre Familie bombardiert haben.

Das sind Menschen, die gemobbt wurden und keine Freunde hatten. Sie fanden im IS ihre Identität und die fehlende Liebe.

Das sind Menschen, die in ihrem Leben nicht viel erreicht haben. Sie wollen etwas tun, wodurch sie die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich ziehen.

Das sind Menschen, die den Islam nicht verstanden haben oder auch nie verstehen wollten.

Haben Sie jemals versucht so weit darüber nachzudenken? Haben Sie versucht mehr herauszufinden über den angeblich „radikalen Islam"? Haben Sie versucht den Koran zu lesen oder argumentieren Sie immer noch mit dem Vers: „Tötet die Ungläubigen"? Haben Sie versucht fremde Kulturen zu verstehen? Haben Sie versucht zu recherchieren wieso es Kriege in muslimischen Ländern gibt? Haben Sie überhaupt versucht?

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