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Stopp das Schubladen denken: Wir müssen Liebe organisieren

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AGAINST RACISM
Fabrizio Bensch / Reuters
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Kübra Gümesay sagte in ihrem Vortrag auf der re:publica 2016:

„Mit diesem Vortrag wollen wir einen Anstoß geben das Positive im Netz zu zelebrieren. Wir müssen Kommentarspalten fluten und: Danke sagen! Wir müssen Liebe organisieren."

Wie sieht organisierte Liebe aus? Egal, wo wir heutzutage hinschauen, wir sehen den organisierten Hass. Seien es rechtsradikale Parteien oder ganz simples Gedankengut einzelner Personen, Hass lebt sich leichter und verbreitet sich schneller als Liebe. Wieso der Versuch sich mit einer komplexen Materie auseinanderzusetzen und sich tiefgründiger zu informieren, wenn auch Basics vollkommen ausreichen. Für die kurzen Gespräche mit dem Nachbar, da reichen auch oberflächliche Fakten aus den Mainstream-Medien kombiniert mit ein paar Stereotypen.

Wo bleibt die Zeit sich mit Dingen auseinanderzusetzen?

Heutzutage haben wir gar keine Zeit, um uns zu informieren, sich auseinanderzusetzen, eine eigene Meinung zu bilden und diese dann anschließend nach außen zu tragen. Einen Blick in die Zeitung, in die Nachrichten-App auf dem Handy oder das Horchen des Gesprächs der Kollegen am Stammtisch, reicht uns völlig für den Alltagsgebrauch aus. Ständig sind wir in Eile, immer alles perfekt durchgeplant und organisiert.

Bei der Flut an Informationen und Nachrichten, die täglich auf uns einströmen, muss also gefiltert werden. Perfekt haben wir uns unsere Schemata ausgebaut. Kategorisch ordnen wir dann die neue Welle an Informationen in diese ein. Wenn was aus dem Schema herausfällt, was dann? Beschäftigen wir uns dann mit dem komplexen Sachverhalt? NEIN! Denn das wäre doch viel zu zeitaufwendig und kompliziert - wieso also die Mühe dazu machen? Das Bild einer kategorisch perfekt strukturierten Welt gefällt uns da viel mehr.

Wir können die Welt nicht mehr in Schwarz und Weiß teilen

Aber so ist diese Welt nicht! Nicht alles kann in Schwarz oder Weiß gegliedert werden. Vielleicht müssen wir in dem Sprint, das sich unser Leben nennt, kurz eine Pause einlegen und uns mit den Problemen dieser Welt auseinandersetzen. Jetzt fragt sich der ein oder andere: Was bringt mir das? Ich habe andere Probleme! Da sollen sich doch die Politiker darum kümmern.

Wir leben in einer Welt voller Schranken und Hass - wieso wollen wir das nicht ändern? Wenn man in die Runde fragt, was wollen die Menschen heutzutage am meisten? Welchen Wunsch äußern sie am häufigsten? Frieden. Wir wollen Frieden.

Anstatt egoistische Wünsche oder individuelle Ziele, zeigen die Menschen vermehrt Interesse an einer friedlichen Welt. Wieso wollen wir dann nicht gemeinsam den Weg des Friedens einschlagen? Wieso wollen wir denn nicht Liebe organisieren?

Der Weg dahin scheint ein unmöglicher zu sein, denn jedes Mal wenn sich eine Stimme für eine bessere Welt erhebt, wird sie von umso mehr Stimmen ruhig gestellt. Nein, eine Welt ohne Hass ist keine Utopie. Ein berühmtes Zitat von Mahatma Gandhi lautet: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt!"

Es wird Zeit unsere Ängste endlich zu überwinden!

Durch eine Selbstreform sollten wir dieses Licht sein, das Liebe ausstrahlt. Wir sollten Menschen begeistern, inspirieren, sie motivieren! Hetzerei wird nie ein Weg sein, der uns als Menschen zusammenbringt. Öffnen wir unsere Herzen für neues und unbekanntes. Überwinden wir unsere Ängste und lernen wir diese wunderschöne Welt mit ihrer Vielfalt kennen. Verdrängen wir negativ Erfahrungen, um doppelt so viele unvergessliche Momente zu erzeugen.

Wir leben nur einmal, wieso sollten wir dann nicht jeden Tag aufs Neue andere mit Liebe begegnen? Jeden Tag aufs neue mit dem Ziel aufwachen, die Welt zu verändern? Nein das sind keine leeren Sätze, nein niemand ist zu klein dafür, um etwas zu bewirken! Erst wenn wir auch dem Hass mit Liebe begegnen, dann werden wir die Herzen der Menschen berühren können. Erst wenn ein kaltes Haus von Wärme umgeben wird, dann wird es eines Tages selbst in der Lage sein, sich warm zu halten.

Seien wir dieser glühende Funken, um in den kalten Herzen, ein Feuer zum entfachen. Begegnen wir einander mit Liebe und Freundlichkeit, helfen wir bedürftigen Menschen, schieben wir auch einmal eigene Wünsche zurück, für den Wohl anderer und spüren dann, wie wir von einem wohligen Gefühl der Wärme gefüllt werden. Liebe für alle, Hass für keinen.

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