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Der Islam ist keine Religion, die zum Töten aufruft

29/03/2016 15:45 CEST | Aktualisiert 30/03/2017 11:12 CEST
PHILIPPE HUGUEN via Getty Images

Zuerst der Anschlag in Brüssel mit so vielen Toten und Verletzten. Dann wurde in der schottischen Stadt Glasgow ein Muslim umgebracht, da er seinen christlichen Mitbürgern schöne Ostern gewünscht hat.

Und jetzt der Selbstmordanschlag in Lahore in einem Park, in dem christliche Familien zusammen Ostern gefeiert haben. Und wer steckte dahinter? Mal vermeintliche Muslime mit arabischer Abstammung und mal pakistanischstämmige Muslime.

Doch sind das wirklich Menschen, die den Islam befolgen? Sind das überhaupt Menschen irgendeiner Konfession?

Oft kommt es zur Verwechslung zwischen der Lehre einer Religion und ihren Anhängern.

Wegen irgendwelchen schwarzen Schafen oder Leuten die bewusst eine Religion instrumentalisieren und sie missbrauchen, wird eine komplette Religion in den Schmutz gezogen.

Wieso muss der Islam überhaupt einen grausamen Terrorakt rechtfertigen? Müssen wir, weil wir zum Spezies Mensch gehören jemanden rechtfertigen, wenn dieser ein Mord begeht?

Nein wieso, dass ist ein Mensch der keine Moral verfügt, mit angenommen psychischen Schwierigkeiten und Defiziten.

Die einzige Gemeinsamkeit, die wir mit diesem Menschen haben ist die Tatsache, dass er auch genauso wie wir zwei Augen, zwei Hände und zwei Füße verfügt.

Wieso muss ich dann einen Muslimen rechtfertigen, der nicht die Lehre meiner friedlichen Religion verfolgt? Nur weil dieser Mensch sich selbst als einen Muslimen nennt und womöglich einen Bart trägt? Nur weil er vor dem Begehen eines blutigen Anschlags „Allah ist groß" schreit?

Dabei vergisst er die anderen Attribute von diesem großen Gott: die Barmherzigkeit , die Gnade.

Dieser Gott hat in seiner Heiligen Schrift, dem Koran, gesagt: «Wer einen Menschen tötet, tötet die gesamte Menschheit, wer einen Menschen rettet, rettet die gesamte Menschheit.» (Vers 32, Sure 5).

Der Prophet dieser Religion hat Leid und Schmerz ertragen, aber nie jemanden Schaden zugefügt. Dieser Mensch der beschimpft wurde, gesteinigt wurde und blutig geschlagen wurde, doch sich nie wehrte.

Er hatte so viel Respekt für andere Religionen. Er weinte nächtelang für das Wohl der Menschheit. Erst als Gott ihm erlaubt hat sich zu wehren, da fing er an sich selbst zu verteidigen, um seine Religion zu sichern.

Und genau auf diese Situation ist auch dieser berühmte Koranvers: „Tötet die Ungläubigen...", bezogen. Nur für eine Verteidigungssituation wurde dieser Vers herabgesandt.

Nicht ein einziger Vers im Koran fordert seine Anhänger auf Hass zu verbreiten. Im Gegenteil, der Islam ist ein Mittel, um den Frieden in der Welt herzustellen.

Nicht ein einziger Vers im Koran fordert seine Anhänger auf Hass zu verbreiten. Im Gegenteil, der Islam ist ein Mittel, um den Frieden in der Welt herzustellen.

Der Islamische Staat tötet Unschuldige mit der Begründung sie wären Ungläubige. Sie tun das, weil sie krank sind, brutal und perverse Absichten verfolgen. Aber sie tun das nicht, weil sie Muslime sind.

Im Koran steht es an einer Stelle: „Euer Glauben für Euch, mein Glaube für mich" (109:6; 18:29; 10:41; 2:256). Es darf kein Zwang im Glauben sein, denn die Glaubenssache ist eine Angelegenheit zwischen einem Menschen und seinem Gott.

Auch wenn dieser an keinen Gott glaubt, spricht Gott selbst: Ihr sollt diejenigen, die andere außer Gott rufen, nicht beschimpfen, sonst beschimpfen sie Gott, ohne Wissen, aus Feindseligkeit (6:108).

An dieser Stelle spricht Allah von Beschimpfung und diese „Muslime" gehen sogar so weit, dass sie töten.

Ich werde oft gefragt, wieso manche Muslime Alkohol trinken oder wieso Frauen Kopftuch tragen und gleichzeitig rauchen. Es gibt Muslime, die ihre Frauen schlecht behandeln und dann gibt es andere Männer, die ihre Frau nicht aus dem Haus heraus lassen.

Es gibt Frauen, die nicht mal mit anderen Männern reden und muslimische Männer, die andere Frauen in der U-Bahn sexuell belästigen. Diese Menschen leben nicht nach dem Islam! Das ist meine erste Antwort.

Der Islam lehrt nicht die Unterdrückung von Frauen und genauso wenig das Töten von Menschen!

In der pakistanischen Stadt Lahore in einem Park wurden über 50 Menschen durch eine Bombenexplosion mit in den Tod gerissen. Das Ziel dieser Terroristengruppe „Taliban" nennt sich: Wir sehen die Christen als Ziel.

Der größte Teil der Gestorbenen Menschen waren Muslime. Es waren 29 Kinder unter ihnen. Bereits in der pakistanischen Stadt Peshawar gab es einen Anschlag auf eine Schule. Diese Terroristen töteten kleine Kinder.

Kinder, die gerade mit vier Jahren in die Schule gekommen sind. Das waren nicht überwiegend Christen, keine Juden und nicht Schüler einer anderen Nationalität. Das waren pakistanische Muslime. Mit was können sie nun ihre Tat rechtfertigen?

Fordert der Koran auch dazu auf, kleine Kinder zu töten?

Nein! Sehen Sie was diese Menschen ausnutzen? Sie verbreiten Terror egal wo und wie. Es ist ihnen egal, wer stirbt und welche Konfession diese Menschen verfügen. Ihr einzigstes Ziel: Terror verbreiten. Eigentlich ist es gar nicht wichtig, was der Koran sagt oder nicht, denn diese Menschen sind keine Muslime.

Sie sind eine Schande im Namen des Islam! Sie sind kaltherzige Mörder und wollen die Menschheit spalten. Jeder Hass, jede Feindseligkeit bringt sie ein Stück näher an ihr Ziel. Diese Menschen sind stolz, wenn sie jemanden töten. Sie sind stolz wenn sie eine weitere Stimme unterdrücken, die für die Gleichberechtigung und Freiheit kämpft.

Zu behaupten man sei Muslim und im Namen des Islam Menschen zu töten ist barbarisch. Jeder gläubige Muslim fühlt Schmerzen bei dem Gedanken an Paris, an Belgien und jetzt Pakistan.

Das was diese Menschen repräsentieren ist nicht unsere Religion und wird es auch nie sein!

In den muslimischen Ländern wird jeder Widerstand gegen dieses brutale Vorgehen niedergemetzelt, jeder Schrei wird unterdrückt und jeder der den wahren Islam ausleben möchte, wird unterdrückt und getötet.

Nicht nur die westliche Gesellschaft ist Opfer dieses Terrors, wir Muslime sind es auch. Wir leiden zusammen und das was uns verbindet ist keine Religion oder Nationalität. Uns verbindet Menschlichkeit, Liebe und Loyalität.

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Wieso wollen wir diese Terroristen unterstützen, in dem wir uns selbst spalten? Lasst uns zusammen gegen diesen Terror vorgehen! Wir Muslime stehen mit euch in Leid sowie Schmerz und werden gegen diesen Terror genauso bis zum letzten Atemzug kämpfen.

Wir werden solange den Frieden verbreiten, bis es den Hass übertrumpft hat. Liebe für alle, Hass für keinen.

#StopptdenTerror

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