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Es gibt nur einen Weg, solche Anschläge zu verhindern - und es sind keine Mauern

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ANSCHLAG BERLIN
dpa
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Wir sind in Gedanken alle in Berlin. Wir sind erschüttert und tieftraurig über die Ereignisse am Montagabend. Nicht nur die abscheuliche Tat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt prägten diesen Tag, sondern auch der Anschlag auf die Moschee in Zürich, sowie das Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara. Diese Taten haben uns in Angst und Schrecken versetzt.

Während der Großteil der Menschen versucht, diesen Schock zu verarbeiten, gibt es andere, die solche mörderischen Anschläge feiern. Wie so oft nach jedem blutigen Anschlag, fragen sich die meisten Menschen: Wie kann es sein, dass jemand so herzlos ist? Wie kann ein Mensch zu einem barbarischen Mord fähig sein?

Mehr zum Thema: Der Anschlag ist eine Falle, auf die wir nicht reinfallen dürfen

Leider wird in den meisten Fällen ein komplexer Sachverhalt nicht abstrahiert und man beschränkt sich auf einzelne Indikatoren. Meist wird der Grund in der sozialen Herkunft, Religion und in kulturellen Aspekten gesucht. Nur selten wird nachvollzogen, wie kam es denn zu einer Radikalisierung? Sind wirklich der Islam und die Lehren im Koran Schuld, dass jemand einen solchen Anschlag auf Unschuldige verübt?

Im Koran heißt es: (...) Wenn jemand einen Menschen tötet (...), so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. (Sure 5, Vers 32) Eine eindeutige Aussage, finde ich.

Viele Muslime haben keine Ahnung von Religion

Ob die Tat in Berlin ideologisch angehaucht war, ist noch nicht ersichtlich. Jedoch ist es viel wichtiger, wie man gegen eine solche Denkweise vorgehen kann. Ich sehe emotionsgeladene Argumente, man solle nicht nutzlos herumsitzen. Man solle für seine Brüder und Schwestern im Islam aufstehen und kämpfen.

Das sind junge Menschen, die sich tagtäglich Bilder anschauen: Von Kindern die sterben, von Frauen, die blutüberströmt auf den Straßen liegen und von Männern, die vor ihren kaputten Häusern stehen. Diese Jugendlichen beschimpfen westliche Regierungen als Ungläubige und wollen sich für die Interventionen in diesen Ländern rächen.

Diese sogenannten Muslime haben meist keine Ahnung von ihrer Religion, auch sind sie unwissend über die Gebote Gottes. Sie kennen sich nicht mit der Biografie des Propheten Muhammed (Frieden und Segen seien auf Ihn) aus. Das ist für sie aber auch eher zweitrangig. Sie berufen sich darauf, den wahren Dschihad im Namen Gottes zu erbringen.

Was ist der Dschihad im Islam? Zuerst einmal gibt es keinen „heiligen" Krieg im Islam. Dschihad bedeutet: Eine Anstrengung auf dem Wege Gottes. Diese Muslime berufen sich auf den Propheten (Frieden und Segen seien auf ihn), da sie davon ausgehen, dass er Krieg geführt hätte, um den Islam zu etablieren, vernachlässigen aber gleichzeitig den Aspekt: Das war ein Verteidigungskrieg.

Es ist Zeit für den Dschihad mit der Feder

Auch vernachlässigen diese Muslime den zeitgenössischen Kontext. Der Islam wurde nicht durch das Schwert etabliert, sondern durch Gottes Hand. Zur heutigen Zeit ist es nicht mehr erforderlich mit dem Schwert zu kämpfen und sich vor den Angriffen anderer zu verteidigen. Es ist an der Zeit, die wahren und friedlichen Lehren des Islam zu verkünden. Es ist die Zeit für den Dschihad mit der Feder.

Der Verheißene Messias, der Begründer der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, sagte, dass es Muslimen, die verfolgt und unterdrückt werden, die Möglichkeit offen zusteht, auszuwandern und ein Gebiet zu finden, in dem sie in Frieden leben können. Der bewaffnete Dschihad wurde durch den Dschihad des Argumentes abgelöst.

Zusammenhalt statt Spaltung in der Gesellschaft Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen und eine strengere Flüchtlingspolitik sind zwar erste Ansätze, jedoch müssen wir den Terror an seinen Wurzeln packen und beseitigen. Wir müssen junge Muslime aufklären. Sie wissen viel zu wenig über ihre eigene Religion. Das ist die Aufgabe der muslimischen Gemeinden in Deutschland.

Wir müssen verhindern, dass junge Menschen in radikale Netzwerke gelangen. Jetzt ist die Zeit, um zusammenzuhalten und dem Terror Hand in Hand gegenüberzustehen. Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Mörder, Attentäter und psychisch Kranke unsere Gesellschaft in Deutschland spalten.

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Bildung muss unsere stärkste Waffe sein

Parteien dürfen nicht solche Ereignisse als Vorwand für Hetzereien nehmen. Eine Mobilisierung der Bürger sollte nicht durch Hassparolen und Ressentiments erfolgen. Das ist nicht Deutschland! Wenn die Bildung unsere stärkste Waffe wird und Gerechtigkeit das Fundament unserer Handlung, dann werden wir mit Gottes Hilfe den Terror erfolgreich auslöschen können.

Zu dieser schwierigen Zeit ist es am schädlichsten, sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben und mit dem Finger auf den jeweils anderen zu zeigen. Angst zu verbreiten, dass ist das Ziel des Feindes, wir müssen die Gesellschaft zusammenhalten. Der Zeitpunkt ist reif, den Hass mit Liebe zu beenden. Liebe für Alle, Hass für Keinen.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf derFreitag.

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