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Was die vier beliebtesten Politiker Deutschlands gemeinsam haben

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MERKEL
dpa
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Der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist aktuellsten Umfragen zufolge Deutschlands beliebtester Politiker. Es folgen Walter Steinmeier, Wolfgang Schäuble und Angela Merkel. Was haben diese vier beliebtesten Politiker - ja, Angela Merkel gehört immer noch dazu - gemeinsam?

Sie strahlen Ruhe aus, sie werden nicht hektisch. Sie pöbeln nicht, sie schreien nicht. Aktionismus ist ihnen fremd. Sie sind keine Populisten. Sie nehmen ihren Auftrag ernst.

Zwei Drittel der CDU-Anhänger stehen nach wie vor hinter Angela Merkel
, aber nur 42 Prozent der Bevölkerung. Nach wie vor wird ihr der Satz "Wir schaffen das" vorgehalten, doch sie hat diesen Satz nie zurück genommen. Richtig so.

Stattdessen hat sie politisch eingelenkt und eine Lösung gefunden, die bis jetzt den Flüchtlingsstrom drastisch reduziert hat. Sie hat keine Grenze geschlossen, das hat sie Österreich und den Ländern überlassen, durch die die "Balkan-Route" führte.

Zahl registrierter Flüchtlinge ist gefallen

Diese Grenzschließungen haben entscheidend geholfen, den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Das umstrittene Abkommen mit der Türkei hat bis heute gehalten. Hier bin ich allerdings für eine Kündigung des Abkommens. Es wird andere Wege geben. Mit Erdogan sollte Deutschland keine Geschäfte mehr machen.

Inzwischen hat sich auch hier einiges getan. Die Zahl registrierter Flüchtlinge ist vom monatlichen Maximalwert (200.000) auf 16.000 gefallen (siehe auch "Spiegel Online"). In Bayern sind wieder alle Turnhallen frei (laut "WELT" sind in anderen Bundesländern noch etwa 300 für ihre Sportvereine gesperrt).

Die Zahl der monatlich bearbeiteten Asylanträge hat sich mehr als verdoppelt. Viele Kommunen können ihre Flüchtlingsunterkünfte nicht mehr auslasten.

Nun hat es mehrere schlimme Anschläge in Deutschland gegeben, die bei vielen Menschen zusätzliche Ressentiments gegen Flüchtlinge ausgelöst haben. Die Angst vor Islamisten ist weit verbreitet, das Bedürfnis nach Sicherheit wächst und deshalb müssen auch wieder Polizisten eingestellt werden. Unsinnig finde ich die neu aufgeflammte Burka-Diskussion.

Wir brauchen eine Politik der ruhigen Hand

Mir ist ehrlich gesagt egal, wie die Leute rumlaufen. Vor hundert Jahren sind unsere Vorfahren auch in einer Art Burkini baden gegangen. In den sechziger Jahren trugen die Filmstars Kopftücher fürs Cabrio. Die Gothic-Fans, Nachfolger der Punker, kostümieren sich schon lange ganz in schwarz.

In meinem Rewe-Laden schmückt sich ein supernetter Kassierer mit zig Piercings und Tätowierungen. Das tut schon beim Hingucken weh. Soll sich doch jeder soviel er will durch die Lippen stechen und tätowieren wie er mag. Solange es nicht zur Pflicht wird, wie mein Vater gerne sagte.

Nun wird am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern gewählt, der Heimat unserer Kanzlerin. Dort will laut Focus Online jeder vierte AfD oder NPD wählen. Dann bekommt die AfD wieder ihre Schlagzeilen.

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Ich habe neulich mit Gruseln den Film "Er ist wieder da" gesehen. Kann ich nur jedem empfehlen, der wissen will, wie schnell eine Demokratie in Gefahr geraten kann, wenn Leute wieder "das Richtige sagen".

Was wir jetzt brauchen ist kein Aktionismus, sondern eine Politik der ruhigen Hand, einen Gegenentwurf zu pöbelnden Populisten, eine Perspektive für die Menschen in diesem Land. Wir brauchen die Ruhe und Gelassenheit der vier beliebtesten Politiker. Lieber etwas Langeweile als große Sprüche. Sie schaffen das, Angela Merkel.

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