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Die EZB ist trotz aller Kritik erfolgreich

Ver├Âffentlicht: Aktualisiert:
DRAGHI
Francois Lenoir / Reuters
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Selten haben Deutschlands ├ľkonomen so ratlos gewirkt wie jetzt. Ihr Weltbild stimmt nicht mehr, ihr Einfluss tendiert gegen Null. Und damit auch Deutschlands Einfluss auf die Europ├Ąische Zentralbank.

Mit dem Brexit verst├Ąrkt sich dieser Effekt. Die Briten waren der st├Ąrkste Verb├╝ndete im Kampf gegen Staatsverschuldung und Steuerverschwendung, gegen B├╝rokratie und Industriepolitik.

Prof. Joachim Starbatty sieht die EZB als "Erf├╝llungsgehilfe einer falsch konstruierten W├Ąhrungsunion". Prof. Richard Reichel sieht eine "Politik gegen die Sparer". Prof.Thomas Mayer sieht in der Politik der EZB "Gefahren f├╝r die Europ├Ąische Union". Und Oswald Metzger, stellvertretender Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung meint: "Die Notenbanken haben ihr Pulver verschossen".

Kaum ein ├ľkonom, der nicht an der EZB herumm├Ąkelt, doch die l├Ąsst sich nicht beirren, zur├╝ck bleibt allgemeine Rat- und ein Gef├╝hl der Einflusslosigkeit.

Deutschland steht gerade wegen Draghis Politik gl├Ąnzend da

Draghis Politik folgt, anders als die seiner Vorg├Ąnger, den Interessen der S├╝dl├Ąnder einschlie├člich Frankreichs. Dort konzentrieren sich seit der Finanzkrise 2008 die faulen Kredite der Banken, die Staatsverschuldung, die Arbeitslosigkeit und schwaches Wachstum.

Steigende Zinsen w├╝rden diese L├Ąnder in neue Finanzkrisen st├╝rzen, also werden die Zinsen niedrig gehalten, ihre Staatsanleihen gekauft und damit ihre Defizite durch die EZB finanziert.

Professoren wie Hans-Werner Sinn reisen durch die Republik und prangern diese Politik der EZB lautstark an. Das wirtschaftlich gebildete Publikum spendet Beifall, aber niemand h├Ârt auf die Professoren.

Tatsache ist: In einem schw├Ąchelnden, europ├Ąischen Binnenmarkt steht Deutschland gerade wegen Draghis Politik gl├Ąnzend da - gewollt oder ungewollt. Die Zinskosten f├╝r Staatsanleihen sind drastisch gesunken. Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Niveau seit 20 Jahren.

Die Wirtschaft w├Ąchst und die Inflation liegt bei Null. Das Geldverm├Âgen deutscher Privathaushalte ist auf 5.180 Milliarden Euro angewachsen, 1999 waren es 3.315 Milliarden. Die ersten deutschen Kommunen haben jetzt Bankkredite mit negativen Zinsen aufgenommen, sie bekommen also Zinsen f├╝r Ihre aufgenommenen Schulden, statt welche zu zahlen.

Gro├čunternehmen brauchen keine Bankkredite mehr

Monetaristischen Konzepten folgend h├Ątte eigentlich die Geldmengenvermehrung der EZB zu einer Inflation f├╝hren m├╝ssen. Stattdessen bewegt sich die Inflationsrate seit Jahren an der Null-Linie. Die Politik der niedrigen, teils schon negativen Zinsen, h├Ątte eigentlich zu mehr Investitionen in der Wirtschaft f├╝hren m├╝ssen.

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Stattdessen werden die Kredite haupts├Ąchlich f├╝r Immobilien vergeben, und weil sie so g├╝nstig sind, kosten die Immobilien mehr. Selbst das hat die Inflation nicht angetrieben.

Gro├čunternehmen brauchen keine Bankkredite mehr, sie k├Ânnen sich problemlos an den Kapitalm├Ąrkten finanzieren. Also parken die Banken das Geld bei der EZB statt Kredite zu vergeben, trotz Strafzinsen von 0,4 Prozent. So what?

Nun sollten sich Deutschlands Professoren einmal fragen, ob sie mit ihrem herk├Âmmlichen Weltbild falsch liegen. Alle warten auf das "bittere Ende", was aber wenn das nie kommt? Die EZB kann diese Politik beliebig lange fortsetzen. Wenn die S├╝dl├Ąnder schlau sind, nutzen sie die Zeit zum Schuldenabbau und zu Investitionsprogrammen.

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