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So verbessern Sie Ihre Soft-Skills

13/10/2015 12:32 CEST | Aktualisiert 13/10/2016 11:12 CEST
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Was sind eigentlich Soft-Skills? Wenn Sie eine Tätigkeit ausüben, dann brauchen Sie dafür gewisse Fähigkeiten. Um zum Beispiel einen Text vom Deutschen ins Englische zu übersetzen brauchen Sie Englischkenntnisse. Um im täglichen Leben zurechtzukommen brauchen wir jedoch auch andere Fähigkeiten, wie zum Beispiel zwischenmenschliche Kommunikationsfähigkeiten oder Durchsetzungsvermögen. Diese Fähigkeiten werden Soft-Skills genannt. Hier erfahren Sie, wie Sie diese Fähigkeiten entwickeln können.

Was ist eigentlich Persönlichkeit? - Seit jeher sind Psychologen auf der Suche nach systematischen Ansätzen für die Beschreibung des Phänomens, das eine Person einzigartig macht. Am besten lässt es sich wohl beschreiben als Summe aller persönlichen Werte, die ein Mensch im Laufe seines Lebens für sich entdeckt, und aller Charaktereigenschaften, die er - orientiert an diesen Werten - ausprägt. Dadurch bekommt er ein unverwechselbares Profil, das ihn Anderen gegenüber einzigartig macht.

Auf diesen Entwicklungsprozess kann man selber Einfluss nehmen. Und das wird sich vorteilhaft auswirken, denn wer sich mit den Fragen seiner Persönlichkeit aktiv auseinandersetzt, wird so Erkenntnisse über sich selbst gewinnen, die er auf anderem Wege erst viel später erhält. Persönlichkeitsbildung lässt sich mit dem Wachstum einer Pflanze vergleichen: Sie wächst schon von allein, aber mit Hilfe von Düngemittel geht es eben schneller.

Grundlage aller gezielten Persönlichkeitsentwicklung ist die Kenntnis des eigenen Ich.

- Wer bin ich?

- Woher komme ich?

- Was will ich?

- Was ist mir wichtig?

- Wo will ich hin?

- Woran glaube ich?

- Was prägt mich?

- Wer ist mir wichtig?

- Wonach entscheide ich?

- Was beeinflusst mich?

- Wer beeinflusst mich?

- Was sind meine Werte?

- An welchen Moralvorstellungen richte ich mein Handeln aus?

- Was ist für mich tabu?

- An welchen Maßstäben messe ich mich?

- Woran messe ich andere Menschen?

- Was bin ich?

- Was habe ich?

- Was kann ich?

Mit steigendem Alter finden sich Antworten auf diese Fragen bei den meisten Menschen automatisch. Wer seine emotionale Intelligenz allerdings frühzeitig trainieren will, sollte sich schon in jungen Jahren Gedanken darüber machen und sich bemühen, aus seinen Einsichten ein persönliches Wertesystem zu errichten. Ein solches Wertesystem ist überaus hilfreich dabei, geradlinig Entscheidungen zu treffen, die einem auch im Nachhinein noch richtig erscheinen werden.

So bringt man eine Leitlinie in sein Leben. Einen roten Faden der Konsequenz, der das eigene Leben markiert und die Konsequenz des eigenen Handels für einen selber, aber auch für andere Menschen sichtbar macht. An diesem roten Faden kann man sich ausrichten - auch mit Visionen, Zielen, und Plänen. André Moritz, Autor des Buches „Soft Skills für Young Professionals" sieht den Nutzen einer solchen Leitlinie auch in einer persönlichen Verpflichtung, die man mit dieser Methode sich selbst gegenüber eingeht:

„Idealerweise sollte jeder Mensch seine eigenen Wertvorstellungen suchen, finden und in seinem täglichen Leben und Handeln manifestieren. Die Entscheidung für eigene Werte schafft ein höheres Commitment und damit eine höhere persönliche Verbindlichkeit.

Eine Persönlichkeit steht, wie man so schön sagt, „mit beiden Beinen im Leben". Sie ist stabil, denn sie hat gelernt, Krisen zu managen und Problemen konstruktiv zu begegnen. Dabei geht es auch um die Entwicklung einer grundsätzlichen Einstellung gegenüber all dem, mit dem sich ein Mensch im Laufe seines Lebens konfrontiert sieht. Es kommt darauf an, dass man sich von Anfechtungen, Ungerechtigkeiten, Enttäuschungen oder Verletzungen nicht mehr so einfach beeinträchtigen lässt.

Grenzen setzen

Eine starke Persönlichkeit zeigt sich vor allem im Umgang mit anderen Menschen. Denn dieser kann, muss aber nicht unbedingt positiv verlaufen. Ebenso wie Zugehörigkeit, Sicherheit, Gemeinsamkeit und Wohlwollen erlebt man auch Negatives: Rivalität, Manipulation, oder emotionale Zwangssituationen. Weil andere wollen, was man selber gerne hätte, bremsen sie uns aus oder setzen uns einen unter Druck. Dem allem kann man sich nicht entziehen. Man muss sich dem stellen und damit umgehen.

Eine wichtige Voraussetzung, um in solchen negativen Situationen bestehen zu können, ist eine innere Unabhängigkeit von anderen. Diese erlangt man, indem man ihnen Grenzen setzt. Ein stückweit geht es dabei natürlich auch darum, die eigenen Bedürfnisse und Interessen nicht denen anderer unterzuordnen. Um diese Interessen, wenn es notwendig wird, auch zu vertreten, ist innere Stärke erforderlich. Denn man sitzt schließlich nicht immer am längeren Hebel.

Konflikt und Konfrontation sind ungeachtet der jeweiligen Machtverhältnisse grundsätzlich unangenehm, wenn auch im Laufe des Lebens bisweilen unvermeidbar. Es ist also von Vorteil, sich darauf einzustellen. Dabei geht es vor allem darum, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, sie auszudrücken und sie, soweit es machbar ist, auch durchzusetzen. Dazu gehört es auch „Nein" sagen zu lernen. Sich den Interessen anderer zu verweigern ist immer dann sinnvoll, wenn es für einen selber besser erscheint.

Der Schritt zur Selbsterkenntnis

Überhaupt ist die Selbsterkenntnis - ein lebenslang andauernder Prozess - eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Denn eine weitgehend realistische Einschätzung der eigenen Person ist dem Erfolg im Umgang mit anderen Menschen meist überaus zuträglich. Wer sich selbst einschätzt, muss aber dazu bereit sein, ehrlich zu sich selbst zu sein. Auch wenn man mit dem Ergebnis der Bestandsaufnahme nicht unbedingt zufrieden sein sollte.

Der Mensch, den man in sich selber erkennen kann, wird nie perfekt sein. Noboby`s perfect. Das darf als sicher gelten. Auch andere haben ihre Fehler und Schwächen, auch wenn sie diese nicht zeigen. Als jüngerer Mensch lässt man sich gerne darüber hinwegtäuschen.

Der schöne Schein, den manche Menschen überaus gekonnt erzeugen, ist künstlich. Sie wecken dadurch bei anderen Vorstellungen, die jene über die „wahre" Person und deren Qualitäten hinwegtäuschen. Ein falscher Eindruck entsteht besonders häufig bei zwei Dingen, die im Leben zentral sind: bei Besitz und Wissen. Bei näherem Hinsehen stellt man fest, dass das dicke Auto der Bank gehört. Und fühlt man einem „Besserwisser" mal richtig auf den Zahn, mag man verwundert darüber sein, wie wenig er tatsächlich drauf hat.

Es gibt also verschiedene Perspektiven, die den Blick auf einen Menschen eröffnen: die Innensicht und die Außensicht. Die Innensicht ist wichtig, um sich selber richtig einschätzen zu können. Die Außensicht lässt sich gezielt beeinflussen - und damit auch das Bild, das sich andere von einem selber machen. Die Außensicht ist niemals ganzheitlich. Der Betrachter erfasst zwangsläufig nicht die gesamte Persönlichkeit, sondern nur einzelne Merkmale, die ihm ins Auge fallen. Das schafft dem Betrachteten Gestaltungsspielräume.

Tipps zur Selbstvermarktung

Dieter Herbst, Autor von "Zehn Thesen zum Mensch als Marke", verfolgt mit Blick auf diese Charakteristika einen sehr interessanten Ansatz. Er vergleicht die Persönlichkeit eines Menschen mit der Persönlichkeit von Produktmarken und stellt fest, dass Persönlichkeit eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung - auch von Menschen - ist. „Im Mittelpunkt der Vermarktung der Leistung von Menschen steht die starke Persönlichkeit „Viele Persönlichkeiten sind gerade deshalb so schwach, weil das Umfeld keinerlei Unterschiede zu anderen Menschen wahrnimmt".

Den sichtbaren Unterschied machen also einzelne charakterliche Merkmale beziehungsweise die Kombination solcher Merkmale. Sie kennzeichnen einen Menschen und seine Leistung und geben ihm ein unverwechselbares Profil. Durch sie entsteht ein Wiedererkennungswert gegenüber anderen Menschen. Dessen sollte man sich gewahr sein. Andere Menschen neigen dazu, einen auf einige wenige Eigenschaften zu reduzieren, die sie zu erkennen glauben. Das bedeutet, dass man das Bild, das andere sich machen, gezielt beeinflussen und daraus sehr wohl Vorteile ziehen kann.

Man nennt das landläufig: „Sich gut verkaufen". Spätestens dann, wenn man sich um eine Stelle bewirbt, ist es soweit: Andere machen sich ein Bild von unserer Persönlichkeit. Um dieses Bild leichter widerzuspiegeln, setzen sie Hilfsmittel ein: so genannte Persönlichkeitstests, die im modernen Personalwesen, aber auch in anderen Lebensbereichen, wo es um die Einschätzung von Menschen geht, Standard sind. Experten gehen davon aus, dass jedes zweite europäische Großunternehmen solche Konzepte verwendet, um Bewerber zu bewerten und Unterschiede zwischen ihnen sichtbar zu machen.

Wenn Sie gerne wissen möchten, wie Sie Ihre Selbst-PR am besten gestalten und sich gut verkaufen, dann empfehlen wir Ihnen das eBook „Mit Soft Skills zum Erfolg" von Professor Dr. Ralf Trautwein. Downloaden Sie das eBook hier!

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