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Hälfte der Deutschen würde automatische Ein-Cent-Spende akzeptieren

06/08/2017 23:03 CEST | Aktualisiert 06/08/2017 23:03 CEST
Regis Duvignau / Reuters

Schwierige Zeiten wie diese, mit zahlreichen Unruheherden auf der ganzen Welt und sozialen Brennpunkten auch in Deutschland, erhöhen die Zahl Not leidender Menschen überall. Viele Deutsche treibt deshalb die Frage um, wie sie persönlich helfen können. Eine aktuelle Umfrage der PPRO Group belegt eine grundsätzlich hohe Spendenbereitschaft. Der Payment-Spezialist hat über 1.000 Bundesbürger gefragt, ob sie für jede bargeldlose Transaktion, die sie persönlich tätigen, automatisch einen Cent für einen guten Zweck spenden würden. 60 Prozent wären dazu bereit. Pro Jahr könnte dadurch eine zusätzliche Spendensumme in Höhe von rund 117 Millionen Euro erzielt werden.

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Aktuelle Zahlen belegen: der Umsatzanteil des interaktiven Handels - das sind Online- und Versandhandel - am gesamten Einzelhandel in Deutschland steigt kontinuierlich; 2016 belief er sich auf 12,7 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes (Quelle: Statista). Tendenz weiter steigend (Quelle: Statista). Das Kerngeschäft der PPRO Group ist es, Verbrauchern ein bequemes Bezahlen zu ermöglichen. Das Unternehmen hat sich jedoch auch Gedanken darüber gemacht, daraus ein zusätzliches Spendenpotential zu heben.

Kleinstspende wird in der Masse zum dreistelligen Millionenbetrag

So hat das Unternehmen eine Umfrage zur „Ein-Cent-Spende" durchgeführt und die Bundesbürger befragt, ob sie einer automatischen Spende von 1 Cent pro Transaktion zustimmen würden. 60 Prozent antworteten mit „Ja, ich wäre dabei". Würde also zu jeder Online-Transaktion automatisch ein Cent als Spende hinzuaddiert, bedeutete das für jeden Verbraucher in Deutschland bei durchschnittlich 284 bargeldlosen Transaktionen pro Kopf (Quelle: Statista) im Jahr gerade einmal eine zusätzliche Ausgabe von 2,84 Euro. Bei rund 69 Millionen erwachsenen Einwohnern (über 18 Jahre) in Deutschland (Quelle: Statista), ließe sich dadurch eine Spendensumme von knapp 200 Millionen Euro erzielen, die für gemeinnützige Zwecke eingesetzt werden könnte. Da laut PPROs Erkenntnissen nicht alle Bundesbürger der automatischen Spendenidee zustimmen, würde die Summe geringer ausfallen. Dennoch ergibt sich dann immer noch eine stolze Summe von rund 117,5 Millionen Euro.

Bereitschaft zu spenden deutschlandweit gleich hoch

Selbst in einkommensschwachen Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.000 EUR ist die Spendenbereitschaft mit 54 Prozent ausgesprochen hoch. Geografisch betrachtet unterscheidet sich die Spendenbereitschaft der Deutschen nur unwesentlich: Den Höchstwert mit 74 Prozent Bereitschaft erreicht die Gruppe der getrennt voneinander lebenden Partner. Überraschenderweise sind es zudem die 16- bis 29-Jährigen, die überdurchschnittlich zu 64 Prozent dieser Art von automatischen Spende zustimmen.

Vom Gedankenspiel zur Realität

Auch wenn PPROs Idee nur ein Gedankenspiel ist - andere Länder zeigen bereits, wie sich digitale Prozesse und Bezahlformen für wohltätige Zwecke nutzen lassen: So ist es in Schweden, den USA und in Südafrika bereits möglich, Obdachlosenzeitungen auf der Straße digital zu bezahlen. Und in Amsterdam wird aktuell eine Jacke für Obdachlose mit kontaktloser Bezahlfunktion getestet, über die Passanten ohne Kleingeld einfach einen Euro digital spenden können. Es wäre doch toll, wenn sich die Entwicklung in Richtung e-Payment für die Wirtschaft und für die Gesellschaft gleichermaßen auszahlen würde.

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