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Das Wesen der Schöpfung und unsere verlorenen Herzen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
MEDITATION
Ascent Xmedia via Getty Images
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Unser wunderschöner Planet Erde. Beheimatet im Sonnensystem. Ein Sonnensystem von einhundert Milliarden! Alle in unserer Galaxie, der Milchstraße. Nur eine Galaxie von wiederum ein- bis zweihundert Milliarden Galaxien. Das ist unser Universum, die Schöpfung. In einer makroskopischen Größe, die unsere menschliche Vorstellungskraft sprengt. Ebenso im mikroskopischen Bereich der Atome und Quanten. Diese sind so klein, dass es die unvorstellbare Zahl von 10 hoch 80 Atomen braucht, um die oben genannten Galaxien zu bilden.

Unser Universum, die Schöpfung, die Natur mit ihrer materiellen, biologischen und geistigen Evolution .... diese sind „ein unendlich geteilter Gott", so drückte es Friedrich Schiller aus! Jedes Atom ist ein Lichtfunke von Gottes Geist, der in uns wohnt. Deswegen, so sagt man, sind wir Gottes Kinder. In allem wohnen die Lichtfunken. Alle Schöpfung besteht aus Gottes Geist.

Das bedeutet nicht, dass aller Ausdruck dieser Schöpfung sie gleich erlebt, das tun ja nicht einmal die Menschen. Ein Stein erlebt sie anders als eine Pflanze, diese anders als ein Tier, dieses anders als ein Mensch. Und Menschen wiederum erleben die Schöpfung in einer Vielseitigkeit, die so riesengroß und komplex ist wie die Menschheit selbst. Und doch bestehen wir alle aus den gleichen Lichtfunken!

Alle Schöpfung, so verschieden in ihrem Ausdruck, ist somit gleich würdig, gleich vor Gott. „Unser Problem" ist nicht, dass diese natur- und gottgegebene Würdigkeit nicht existent ist. Sondern unsere Probleme (politisch, gesellschaftlich, ökonomisch, soziologisch, psychologisch, seelisch) entstehen, wenn wir diese Würdigkeit nicht fühlen, nicht sehen können, sie vergessen haben, keine Beziehung zu ihr aufnehmen.

Vermutlich deshalb sind wir Menschen auch so von unserem Nachwuchs fasziniert. Wir lieben Babys. Diese lassen unsere Herzen weit aufgehen... Wir erkennen die Unschuld in ihnen. Wir fühlen und sehen die Würdigkeit. Wenn wir Glück haben und in einer liebevollen Familie aufwachsen, lässt man uns als Kinder noch ein Stück diese Würdigkeit spüren. Viele Kinder erleben das schon nicht mehr. Vernachlässigung, Verwahrlosung, seelischer und körperlicher Missbrauch, Gewalt sind gesellschaftliche Realität.

Wir zerstören was uns wichtig sein sollte

Das Gefühl von Würdigkeit wird Stück für Stück kaputtgemacht, aberzogen, demontiert .... wir lernen Schulwissen und zu „funktionieren", wir lernen uns anzupassen. Wir werden oft so verbogen, dass wir lernen „selbst zu wollen, was wir sollen", damit wir in gesellschaftlichen Zusammenhängen funktionieren.

Die Gier nach mehr, mehr, mehr - mehr an Geld, an materiellen Dingen, an Macht, an Image und Ruhm ..., ausgelöst durch Verblendung und Entfremdung im Kopf und mangelnder Liebe und Selbstliebe im Herzen, zerstört schließlich unseren Seelenfrieden. Verursacht durch den Verlust für das Gefühl unserer gottgegebenen Würdigkeit.

Und dann versuchen wir zu kompensieren, das in der Tiefe unserer Herzen nagende schlechte Gefühl, die Zweifel, die Ängste und Unsicherheiten, der Mangel an Liebe. Nach außen kaschieren wir das durch unsere Fassade, machen anderen und uns selbst etwas vor, kritisieren, werten, machen schlecht, lenken ab ....

Wir fangen an, im „Außen" zu suchen, was wir nur im „Innen" finden können. Geld, Güter und Macht sind nicht an sich schlecht - aber, wenn die Liebe fehlt, der Seelenfrieden kaputt ist, dann sind sie nur ein ganz billiger Ersatz; keine echte und wirkliche Nahrung für unser Herz und unsere Seele. Ähnlich wie Fastfood für unseren Körper.

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Die gute Nachricht zum Schluss: Heilung ist möglich. Nicht durch „Erfolge im Außen" (aber die dürfen Spaß machen!). Sondern durch die Zuwendung nach „Innen". Wieder Beziehung finden und aufnehmen zu der Tiefe unserer Herzen und Seelen. Damit wir die verlorene Würdigkeit wieder entdecken. Diese Würdigkeit war nie verloren, wir haben sie nur vergessen, sie nicht mehr gesehen... Sie war und ist dennoch immer da.

Diese Aufgabe muss jeder Mensch selbst machen. Kein Politiker, kein Lehrer, Therapeut, Guru, Elternteil, Freund, Beziehungspartner oder sonst was kann uns diese Arbeit abnehmen. Das ist auch der Grund, warum wirkliche Kraft immer nur von innen kommen kann. Im Außen finden wir Freundschaft, Trost, Wissen, Inspiration .... seinen Seelenfrieden muss ein jeder selbst finden und erarbeiten. So unfair und ungerecht uns das Leben manchmal auch erscheint, aber da ist es doch fair. Was nützen Villa mit Swimmingpool und Chauffeur, wenn der Mensch emotional und seelisch verkümmert ist ?

Also - ran an die Arbeit. Ich verspreche nicht, dass es leicht wird, aber ich verspreche, dass es sich lohnt! Viel Glück und Erfolg wünscht Dir Ralf Kellmereit.

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