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Cloud ist nicht gleich Cloud - Welche ist die richtige für mich und meine Daten?

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CLOUD
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Die Cloud ist ein Treiber der Digitalisierung, denn für die wachsenden Datenmassen benötigen Anwender eine flexible, skalierbare und schnelle Technologie. Big-Data-Analysen, die Zusammenarbeit vernetzter Maschinen und virtualisiert bereitgestellte Computerarbeitsplätze sind erst durch Cloud-Technologien möglich.

Doch was den Einsatz im Unternehmen angeht wird schnell klar: Cloud ist nicht gleich Cloud. Über die Eigenschaften der unterschiedlichen Cloud-Computing-Modelle mitsamt ihren Vor- und Nachteilen habe ich mit Michael Hensche, Leiter Consulting beim herstellerunabhängigen IT-Dienstleister Axians IT Solutions, gesprochen.

Dabei wurde klar: Der Trend geht in Richtung Managed Private Cloud, das heißt Anwender stellen sich eine Cloud in ihr Rechenzentrum und lassen diese von einem Dienstleister betreiben.

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Welche Cloud-Modelle gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Die Public Cloud, das in der Breite wahrscheinlich bekannteste Modell, läuft bei externen Anbietern wie zum Beispiel Microsoft oder Amazon. Für den Anwender ist dies sehr flexibel und skalierbar. In Bezug auf die Infrastruktur muss er sich um nichts kümmern. Er konsumiert Rechenleistung, Speicher und Services und bezahlt nur, was er tatsächlich verbraucht. Aber: In der Public Cloud speichert der Cloud Provider die Daten „irgendwo". Wo genau, weiß der Anwender je nach Preismodell nicht oder nur ungefähr.

Daher haben Unternehmen häufig Sicherheits-, Datenschutz- und Compliance-Bedenken und nehmen eher Abstand von Public Cloud Services. Erst recht, wenn es um sensible Daten geht. In dem Fall setzen sie häufig auf eine Private Cloud, die sie selbst im eigenen Rechenzentrum betreiben und so die Hoheit über ihre Daten behalten. Allerdings sind die Ressourcen insoweit beschränkt, wie es das eigene Rechenzentrum hergibt. Zudem erfordert eine Private-Cloud-Lösung die Beschaffung von Equipment, Konfiguration, Absicherung, Wartung, Know-how und einiges mehr.

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Darum muss sich die IT-Abteilung kümmern - und der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Eine Mischform beider Lösungen ist die Hybrid Cloud, bei der der sensible Teil der Daten im eigenen Rechenzentrum betrieben und verwaltet wird, während ein anderer Teil außerhalb des eigenen Unternehmens verarbeitet wird. Im Trend liegt jedoch ein anderes Modell: Die Managed Private Cloud. Sie beinhaltet gleichermaßen Vorteile der Public Cloud wie auch der Private Cloud.

Was bedeutet Managed Private Cloud? Warum ist dies für Unternehmen interessant?

Managed Private Cloud verbindet die Vorteile der Public Cloud mit denen der Private Cloud. Ein externer IT-Dienstleister baut die Cloud-Infrastruktur im Rechenzentrum eines Unternehmens auf. Er konfiguriert sie nach dessen Wünschen und Vorgaben und überlässt sie dem Unternehmen, das so Cloud-Services im Unternehmen anbieten kann. Der Auftraggeber zahlt keine Anschaffungskosten, sondern entrichtet monatlich lediglich einen Betrag nach verbrauchten Ressourcen. Da die Daten jederzeit auf dieser Infrastruktur verbleiben, besitzt das Unternehmen jederzeit die volle Kontrolle und muss sich um den zuverlässigen und performanten Betrieb der Plattform nicht mehr kümmern. Denn den stellt der IT-Dienstleister über Fernwartung sicher. Dieses Modell verschafft dem Unternehmen Flexibilität und bindet weder monetäre noch personelle Ressourcen. Deshalb ist die Managed Private Cloud so beliebt. IT-Leiter, die Managed Private Clouds im Einsatz haben, können sich so intensiver um die Digitalisierung und um strategische Themen kümmern.

Für welche Einsatzszenarien eignet sich Managed Private Cloud besonders?

Die Fachabteilungen fordern eine immer höhere Geschwindigkeit in der Bereitstellung von IT-Services, weil sie selbst immer schneller agieren müssen. Die IT-Abteilung spielt deshalb im Unternehmen wieder eine zentrale Rolle, da sie nicht nur für einen reibungslosen Betrieb verantwortlich ist, sondern gleichzeitig als sogenannter „Business Enabler" die Digitalisierung vorantreiben muss. IT-Leiter stehen also vor dem Dilemma, dass sie eigentlich Cloud-Technologien brauchen, die Anwendungsszenarien und Compliance-Aspekte der Lösungen aber zur unternehmerischen Ausrichtung passen müssen.

Mangelnde Geschwindigkeit führt dazu, dass Mitarbeiter nicht bis zur Klärung warten wollen und Ressourcen kurzerhand selbst aus einer Public Cloud buchen - an der IT vorbei. Eine Managed Private Cloud hilft den IT-Verantwortlichen, diesen Kontrollverlust zu vermeiden und selbst schnellen, agilen Service anbieten zu können. So können IT-Verantwortliche beispielsweise Self-Service-Portale einrichten, über die Entwickler je nach Berechtigung selbst ihre virtuellen Maschinen provisionieren können. Die benötigten Ressourcen stehen in Minuten zur Verfügung und die IT-Verantwortlichen behalten den Überblick, welche virtuellen Maschinen gerade in Betrieb sind und welche Kosten auflaufen. Das macht auch die Abrechnung transparent.

Bei welchen Zukunftsprojekten spielt Managed Private Cloud eine Rolle?

Vorkonfektionierte Managed-Private-Cloud-Systeme können nicht nur im eigenen Rechenzentrum zum Einsatz kommen. Sie eignen sich auch zur Bereitstellung von IT-Services an anderen Standorten, weil sie schnell eingerichtet und sofort einsatzfähig sind. Damit passen sie ideal für Digitalisierungs- und Internet-of-Things-Szenarien - gewissermaßen als kleines Rechenzentrum am Rande der Cloud.

Dieses sogenannte „Edge Computing" spielt beispielsweise für die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens eine große Rolle. Denn damit Fahrzeugsysteme selbstständig steuern, Gas geben oder bremsen, benötigen sie innerhalb kürzester Zeit die Analyseergebnisse aus unzähligen Sensorinformationen. Um etwa einen Zusammenstoß zu vermeiden, sind Antwortzeiten von unter einer Millisekunde bei mehrfacher Hin- und Rückkommunikation erforderlich.

Solche geringen Latenzen lassen sich derzeit nur realisieren, wenn an Straßenrändern in gewissen Abständen Rechenzentren bereitstehen, die die Daten autonomer Fahrsysteme per Mobilfunk aufnehmen, verarbeiten und an das Fahrzeug zurückgeben. Das sind nur einige Beispiele dafür, warum Managed Private Cloud zukünftig in den Rechenzentren der Unternehmen und als Plug-and-Play-Lösung an anderen Standorten immer wichtiger wird.

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