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Die Cloud als Enabler für die digitale Transformation

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DIGITALISATION
Westend61 via Getty Images
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Die Digitalisierung ist heute für Unternehmen keine Option mehr, sondern ein Muss. Denn schon längst gehören neue Technologien, Internet und Social Media ganz selbstverständlich zum beruflichen und privaten Alltag, schaffen rasante Veränderungen und hohe Erwartungen.

Wer damit nicht Schritt halten kann, riskiert vom Markt verdrängt zu werden. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen schneller, flexibler und effizienter agieren. Dabei spielt Cloud-Computing eine zentrale Rolle.

Die Vorteile sind bekannt: schnelle Implementierung, geringe Betriebs- und Investitionskosten, bessere Skalierbarkeit sowie standortunabhängige Zugriffsmöglichkeiten. Welches Potenzial die Cloud bietet und worauf es bei der Einführung ankommt - darüber habe ich mit Mark Borgmann, Cloud Sales Leader Germany bei Oracle gesprochen.

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Alle sprechen von digitaler Transformation. Was bedeutet das eigentlich für Unternehmen?Unternehmen, die schon seit Längerem am Markt sind, haben gewachsene Strukturen und eine Kernkompetenz, auf die sie sich auch weiterhin konzentrieren möchten.

Auf der einen Seite geht es für sie darum, ihr bestehendes Geschäft fortzuführen und so zu ändern, dass es kosteneffizienter wird. Auf der anderen Seite ist es wichtig, auch neue Geschäftsmodelle zu erschließen und an der Spitze zu sein, statt sich rechts und links überholen zu lassen. Dazu gehört natürlich, dass man Dinge ausprobiert, experimentiert und auch einmal Fehler machen darf.

Welche Rolle spielt dabei die Cloud?

Gerade das Experimentieren geht eigentlich nur mit der Cloud, denn On-Premise-Lösungen sind meist mit hohen Investitionskosten verbunden, sodass man sich eigentlich keine Fehler leisten kann. Software in der Cloud ist dagegen ohne großen Aufwand nahezu sofort betriebsbereit; um Updates muss das anwendende Unternehmen sich nicht kümmern.

Innovationen lassen sich dadurch schnell in bestehende Services integrieren und es stehen stets die neuesten Technologien zur Verfügung. Gleichzeitig bietet die Cloud ein höheres Maß an Automatisierung als die Standard-IT, verfügbare Ressourcen werden sinnvoll eingesetzt und Fachkräfte konzentrieren sich mehr auf ihre Kernkompetenzen. Kosten senken, Ressourcen im Sinne der Unternehmensziele bestmöglich nutzen und Innovationen beschleunigen: Das ist das Ziel jeder Cloud-Strategie.

In welchen Bereichen lässt sich mit der Cloud denn besonders viel sparen?

Wenn es um Kosteneffizienz geht, spielt das Thema Test und Entwicklung eine wichtige Rolle. Heute macht es für Unternehmen keinen Sinn mehr, eine klassische Aufteilung aus 60 Prozent Produktivumgebung und 40 Prozent Testumgebung im eigenen Rechenzentrum zu betreiben.

Für beides fallen die gleichen Kosten an, obwohl die Ressourcen für Test und Entwicklung nur punktuell und nicht laufend zu 100 Prozent benötigt werden. Dieser Bereich lässt sich hervorragend in die Cloud auslagern. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man in der Cloud und im eigenen Unternehmen exakt dieselben Services, Plattformen und Anwendungen einsetzt.

Empfehlenswert ist deshalb ein Cloud-Anbieter, der das ermöglicht. Gleiche Produkte und Standards on-premise wie in der Cloud haben noch einen weiteren Vorteil: Sie ermöglichen es dem Unternehmen, die Digitalisierung schrittweise und im eigenen Tempo zu vollziehen.

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Worauf sollten Unternehmen noch bei der Wahl des Cloud-Anbieters achten?

Ganz wichtig ist das Thema Integrierbarkeit. Unternehmen haben ja eine gewachsene IT-Umgebung und werfen nicht plötzlich alles weg, um von null auf hundert in die Cloud zu gehen. Cloud-Lösungen müssen also mit den bestehenden Services und Strukturen zusammenarbeiten und sich nahtlos einfügen.

Das funktioniert am besten, wenn der Provider alle Layer der Cloud anbietet, also Infrastructure as a Service, Platform as a Service und Software as a Service. Entscheidend sind außerdem offene Standards, sodass man auch Produkte von anderen Anbietern einbinden kann.

Wie wichtig eine nahtlose Integration ist, zeigt eine Studie von Dynamic Markets. Demnach geben etwa 50 Prozent der Unternehmen SaaS-Projekte auf, weil sich Cloud-Anwendungen nicht in die vorhandene IT-Umgebung einbinden lassen. Aus demselben Grund hatten 54 Prozent der befragten Unternehmen bereits Probleme, Projektlaufzeiten einzuhalten.

Schlechte Integrierbarkeit ist also ein Stolperstein. Welche anderen Fallstricke bringt die Cloud mit sich?

In der schnellen und einfachen Verfügbarkeit steckt auch eine Gefahr. Es gibt heute unzählige Cloud-Produkte für die verschiedensten Speziallösungen. Das ist eine große Verlockung für die Fachabteilungen. Früher mussten sie zur IT-Abteilung gehen, wenn sie eine neue Software einführen wollten.

Heute kann das Marketing einfach einen Cloud-Service buchen, ohne dass die IT darüber Bescheid weiß. Der Vertrieb besorgt sich vielleicht eine andere Lösung und der Kundenservice wieder eine andere. Spätestens, wenn man Synergien aus den verschiedenen Services nutzen möchte, ist der Ärger groß.

Denn jetzt haben wir 25 verschiedene proprietäre Cloud-Lösungen, die nicht zusammenpassen, und eine noch kompliziertere IT-Umgebung als zuvor. Dabei ist das Ziel von Cloud-Computing ja das Gegenteil, nämlich zu vereinfachen.

Wie lässt sich ein solcher Wildwuchs vermeiden?

Indem sich Fachabteilungen und IT an einen Tisch setzen und gemeinsam eine Cloud-Strategie entwickeln, die optimal auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt ist. Cloud-Services dürfen nicht im Alleingang gebucht werden, weder von der Fachabteilung, die sich über die IT-Abteilung hinwegsetzt, noch von CIOs, die Entscheidungen an den Anforderungen der Fachbereiche vorbei treffen.

Für eine erfolgreiche Strategie ermitteln alle Beteiligten zunächst gemeinsam Ziele und Bedarf und lassen sich gegebenenfalls von einem Dienstleister beraten. Basierend darauf werden dann geeignete und aufeinander abgestimmte Module ausgewählt.

Hier ist ein Cloud-Provider vorteilhaft, der ein breites Portfolio anbietet, sodass möglichst viele Services aus einer Hand abgedeckt werden können. Das garantiert ein gutes Zusammenspiel der Produkte und macht die Orchestrierung einfach.

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