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Weshalb man das Leben nicht auf später verschieben sollte

23/03/2016 14:59 CET | Aktualisiert 24/03/2017 10:12 CET
Mike Kemp via Getty Images

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Eine weit verbreitete Angewohnheit ist es, das Leben aufzuschieben. Viele denken immer nur an später. Als Kind freut man sich noch über jeden einzelnen Tag, weil er so viel Neues bringt. Es scheint, als würde das Leben jeden Tag neu beginnen.

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Kinder entdecken und erleben diese Zeit voller Begeisterung, Aufmerksamkeit und Neugierde. Die Gedanken sind im Hier und Jetzt. Was später einmal sein wird, spielt keine Rolle.

Durch dieses bewusste Leben in der Gegenwart verstreicht die Zeit langsam und fühlt sich intensiv an. Später wird man eingespannt in Schule, Ausbildung, Familie und Beruf.

Das Leben im Hamsterrad

Zuerst denkt man, dass mit dem Schulabschluss das Leben anfängt. Dann verschiebt sich die Hoffnung auf das „richtige Leben" auf die Zeit nach der Ausbildung bzw. dem Studium. Später ist es die Beziehung oder Heirat, die noch für das perfekte Glück fehlt.

Dann glaubt man, dass man sich endlich mal wieder um sich selbst kümmern kann, wenn die Kinder aus dem Haus sind oder das Haus abbezahlt ist. Aber wenn die Rente kommt, dann könne man wirklich nur noch das tun, was man schon immer machen wollte.

Am Ende kommt man zu der bitteren Erkenntnis, dass man es nie verstanden hat, zu leben. Das Gefühl, im Alter auf ein erfülltes Leben zurückzublicken, macht es uns möglich, irgendwann Abschied von dieser Welt zu nehmen, ohne verbittert oder enttäuscht zu sein.

Durch die permanente gedankliche Verankerung in der Vergangenheit oder Zukunft, verlernen Sie das Leben in der Gegenwart. Sie leben nicht im Hier und Jetzt. Dadurch und durch immer wiederkehrende, sich gleichende Tage, verlieren Sie das Gefühl für die Zeit und es kommt Ihnen vor, als würde jedes Jahr ein bisschen schneller vergehen.

Wenn Sie wieder spüren möchten, dass die Zeit langsamer vergeht, dann steigen Sie um! Bringen Sie Abwechslung, Veränderung und Unsicherheit in Ihr Leben. Trauen Sie sich, in die Unsicherheit zu gehen. Brechen Sie aus dem Gefängnis Ihrer Sicherheitsbedürfnisse und Ihrer festgefahrenen Strukturen aus. Doch vor allem:

Lassen Sie los und stürzen Sie sich in Ihr Leben in der Gegenwart.

Stellen Sie sich vor, dass jeder Tag wie ein neues Leben ist. Sie können jeden Tag neu erleben und immer wieder etwas Neues anfangen. Lassen Sie Altes hinter sich und machen Sie Platz für Neues!

Verabschieden Sie sich von früheren Problemen, Enttäuschungen oder anderen frustrierenden Dingen. Sie spielen für den neuen Tag nämlich keine Rolle mehr. Sie passierten in Ihrem alten Leben. Heute hat ein neues angefangen. Warum sollten Sie die alten Sorgen und belastenden Erlebnisse immer weiter mit sich herumtragen?

Vergeben Sie den Menschen, die Ihnen Schaden zugefügt haben

Lassen Sie sie auf den neuen Tag keinen Einfluss nehmen. Vergeben Sie sich auch Ihre eigenen Fehler oder Dummheiten. Sie konnten und können nicht immer alles richtig machen. Sie sind bestimmt auch schon manchmal ungerecht zu jemandem gewesen.

Vielleicht bereuen Sie es heute, aber es gab mit Sicherheit einen Grund für Ihr Verhalten, und sei es nur, dass Sie einfach die Nerven verloren hatten. Stellen Sie sich vor, dass Sie das in einem Ihrer alten Leben gemacht haben und dass Sie heute in Ihrem neuen Leben ein ganz anderer Mensch sind.

Wenn Menschen ihren eigenen Weg gehen, kommt es vor, dass Entscheidungen getroffen werden müssen, die andere verletzen. Das ist unumgänglich und auch Sie müssen in Kauf nehmen, dass Sie anderen Menschen wehtun, wenn Sie sich für Ihren eigenen Weg entscheiden.

Nicht jeder wird damit einverstanden sein, wenn Sie sich für sich entscheiden. Dafür gibt es viele Gründe.

Wenn Sie sich jedoch klar machen, dass jeder Mensch, genau wie Sie selbst, seine ureigenen Bedürfnisse, Interessen und Wünsche hat, kommen Sie nicht umhin zu begreifen, dass jeder Einzelne das Recht hat, seine eigenen Entscheidungen zu treffen und sich gemäß seiner Neigungen und Auffassungen zu verhalten.

Das heißt nicht, dass Sie alles gut finden müssen, was andere machen oder denken.

Es heißt nur, dass Sie verstehen oder zumindest akzeptieren, dass es immer Gründe gibt, warum die anderen so sind wie sie nun einmal sind. Plötzlich haben Sie Verständnis für das Verhalten der anderen. Sie können ihnen erlauben, sich ihren Leben zu widmen und fühlen sich nicht verletzt, wenn Sie dabei einmal zu kurz kommen oder sogar einen Nachteil erleiden.

Gestehen Sie den anderen die eigene Sicht auf die Dinge zu. Lassen Sie sie ihre eigenen Entscheidungen treffen und auch eigene Fehler machen.

Auch wenn Sie es ja nur gut meinen, entmündigen Sie nicht einen anderen, der nun einmal anders denkt und fühlt als Sie. Wenn Sie das können, haben Sie auch das Recht, von den anderen das Gleiche zu erwarten.

So werden weder Sie sich verletzt fühlen, wenn andere Entscheidungen treffen, mit denen Sie nicht einverstanden sind, noch müssen andere Schmerz verspüren, wenn Sie etwas tun, das ihnen nicht passt.

Menschen, die es lieber sehen, wenn Sie nicht Ihren eigenen Weg gehen, sondern das machen, was sie von Ihnen erwarten, sind Störfaktoren für das Verbinden-Senden-Empfangen-Prinzip. Sie bringen Sie von Ihrem Weg ab.

Verabschieden Sie sich von ihnen und leben Sie jetzt.

Nicht gestern, nicht morgen, nicht erst nächste Woche, nächstes Jahr, oder wenn Sie in Rente gehen können. Fangen Sie gleich jetzt an, sich vorzustellen, dass Sie viele Leben haben.

Nicht nur eins, sondern so viele, wie Ihnen noch Tage geschenkt sind. Und alle diese Leben sind unabhängig von den negativen Ereignissen der vorangegangenen und frei von Sorgen und Ängsten, die die Zukunft betreffen.

Sie sind sogar frei von Dummheiten oder Ungerechtigkeiten, die Sie selbst zu verantworten hatten. Jeden Morgen können Sie aufstehen und zu sich sagen, dass nun gerade wieder ein neues kleines Leben begonnen hat, das Sie mit Sinn und Leben füllen möchten.

Und dieses eine kleine Leben, das genau vierundzwanzig Stunden dauert, können Sie nicht aufheben, bis Sie in Rente gehen. Es will sofort gelebt werden. Verschenken Sie es nicht.

Was morgen ist, ist unwichtig, denn morgen fängt wieder ein neues Leben an.

Unbelastet von Erlebnissen aus der Vergangenheit und losgelöst von den Erwartungen und Befürchtungen in der Zukunft.

Und das Schöne daran ist, dass Sie alles, was Sie an Freude und positiven Erfahrungen gemacht haben, einfach immer in den neuen Tag, also in Ihr neues Leben mitnehmen können.

Verbinden Sie sich mit Ihrer höheren Macht, lassen Sie sich von ihr und Ihrer inneren Stimme in den Tag begleiten. Seien Sie nicht nachtragend, denn auch anderen bietet sich an jedem Tag ein neues Leben und die Chance, sich selbst und anderen zu vergeben und noch mal neu anzufangen.

Der Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch "Spirituell auf deine Weise" von Ralf Hillmann.

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Ralf Hillmann schreibt außerdem auf seinem Blog über Bewusstheit, Achtsamkeit und Lebensfreude.

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