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Ich dachte, ich hätte normale Kopfschmerzen - kurz darauf schwebte ich in Lebensgefahr

09/10/2017 12:25 CEST | Aktualisiert 09/10/2017 15:12 CEST

Oben im Video: Beeindruckend und beängstigend - So verbreitet sich eine Gehirnhautentzündung im Körper

Ich war 27 Jahre alt, als ich Meningitis bekam. Das war am 3. Juni 2010. Es begann mit leichten Kopfschmerzen, die im Lauf des Tages immer stärker wurden. Am Abend hämmerte mir der Kopf, und das war mir vorher noch nie passiert.

Ich dachte, ich hätte einfach typische Kopfschmerzen. Ich nahm also ein paar Paracetamol, weil ich am gleichen Abend noch ins Fitnessstudio gehen wollte. Doch es wurde immer schlimmer.

Direkt nach der Arbeit ging ich zum Fitness-Studio aber nach Trainingsende hämmerte mein Kopf. Es tat unglaublich weh. Ich nahm an, es sei eine Migräne - obwohl ich vorher nie eine hatte, so hatte ich doch gehört wie schlimm das sein kann.

Als ich zu Hause ankam, nahm ich ein paar Nurofen in der Hoffnung, die Schmerzen würden besser während ich schlafe. Doch einzuschlafen war ein Kampf.

Als ich morgens aufwachte, waren die Schmerzen so ziemlich die selben - das war der Moment in dem ich wusste, dass etwas ernsthaft nicht stimmte. Ich legte mich daheim aufs Sofa und innerhalb der nächsten Stunde etwa, begann mein Körper langsam zu zittern und ich weinte vor Schmerz.

Untersuchungen bestätigen bakterielle Meningitis

Meine Eltern brachten mich in eine Praxis. Der Arzt untersuchte mich vielleicht eine Minute und rief dann schon den Notarzt zu rufen und gab mir eine Spritze. Der Krankenwagen kam sehr schnell und raste zum Krankenhaus.

Als ich dort ankam, war ich schon zu schwach, um zu sprechen oder ohne Qual zu gehen. Man machte einen Gehirnscan und dann... weiß ich nicht mehr, was passierte. Ab da ist alles verwischt.

Man musste mir nach dem Scan Antibiotika gegeben haben und ich glaube auch Morphine. Ich kann mich auch daran erinnern, dass man mir Rückenmark aus dem unteren Wirbelbereich entnahm, was sehr schmerzhaft war. Die Untersuchungen bestätigten eine bakterielle Meningitis.

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Es war eine traumatische Erfahrung, so traumatisch, dass es mich trifft, wenn ich nur daran denke - während ich das hier schreibe, füllen Tränen meine Augen.

In der Zeit meines Lebens war ich auf dem Höhepunkt meiner körperlichen Fitness. Ich ging ungefähr 5 mal in der Woche ins Studio, ging regelmäßig zum Boxen, kliometerweit laufen und stemmte beim Bankdrücken 60kg-Hanteln.

Aber 24 Stunden nachdem ich Meningitis bekam, konnte ich nicht mehr richtig gehen oder sprechen - ich hatte dazu keine Energie.

Für mich beweist es, dass es egal ist, wie stark oder fit jemand ist - was auch immer geschieht ist Schicksal. Man kann es nicht stoppen, sondern muss sich davon tragen lassen.

Nach dem Gerhirnscan kann ich mich vage daran erinnern zu weinen und zu denken, dass dies das Ende meines Lebens sein würde. Ich bat meine Eltern um einen Stift und ein Stück Papier, um mein Testament zu machen. Doch weil ich so schwach war, war es eine Herausforderung, den Stift überhaupt zu halten. Ich brauchte ewig nur für ein paar Sätze.

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Ich hatte auch eine kurze Unterhaltung mit Gott, als ich nur für einige Minuten allein war. Ich will nicht erzählen, was ich sagte aber, nur so viel: Ich war nicht gerade glücklich, sterben zu müssen.

Ich war fast 2 Wochen im Krankenhaus, was sich viel länger anfühlte, weil ich es nicht gewohnt war, so lange an einem Ort mit Nichtstun zu verbringen.

Ich habe mental und körperlich an dieser Meningitis gelitten und wusste, ich würde immens viel positive Energie brauchen, und meinen Kampfgeist wiedererlangen müssen.

Bewusstsein für Meningitis-Symptome schärfen

Ich will mich bei meinem Hausarzt bedanken, bei der Crew des Rettungswagens, bei dem Personal im Krankenhaus und natürlich bei meiner lieben Familie, die mir alle dabei halfen, wieder gesund zu werden.

Ich bin jetzt viel kreativer, spiritueller und weiß mein Leben nun so viel mehr zu schätzen. Das ist der Grund, warum ich eigentlich dankbar dafür bin, dass ich fast an Meningitis gestorben bin.

Es ist wirklich wichtig, das Bewusstsein für die Anzeichen und Symptome von Meningitis zu schärfen. Ich wusste nicht, was Meningitis überhaupt ist, bis zum Tag, an dem ich fast daran gestorben bin. Wenn ich mir bewusst gewesen wäre noch bevor ich die Symptome bekam, hätte ich sicher nicht bis zum nächsten Tag gewartet, um mich behandeln zu lassen.

Ich habe eine Botschaft für alle, die an Meningitis gelitten haben...

Für alle, die an Meningitis gestorben sind hoffe ich, ihr habt Frieden gefunden.

Für alle, die Meningitis überlebt haben - betrachtet eure Nahtod-Erfahrung als Gabe. Seid dankbar. Euch wurde eine Verlängerung eures Lebens gewährt. Weil ihr den Tod gespürt habt wisst ihr, wie kurz und zerbrechlich das Leben wirklich ist. Ihr wisst auch, dass es nichts bringt, in Angst zu leben.

Benutzt diese Lebensverlängerung um das zu tun, was ihr schon immer tun wolltet und überwindet dafür alle Hindernisse. Benutzt euer verlängertes Leben, um wirklich etwas zu dieser Welt beizutragen und zu helfen, Frieden und Liebe zu verbreiten.

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Mehr über Rajinder erfahrt ihr auf seiner website.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei englischen Ausgabe der HuffPost.

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