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Partei der intoleranten Besserwisser

Veröffentlicht: Aktualisiert:
OEZDEMIR ZETSCHE
dpa
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Die Einladung von Zetsche sollte aus Sicht von Cem Özdemir die Offenheit und Diskussionsfreudigkeit der Grünen beweisen. Tatsächlich belegte sie genau das Gegenteil. Parteitagsdelegierte begrüßten den Daimler-Boss mit Protestplakaten. Auf Plakaten war das Wort „Auto" durchgestrichen und als Alternative das „Fahrrad" empfohlen. Auf anderen Plakaten wurde die Stilllegung aller Verbrennungsmotoren gefordert.

Grüne bleiben die Partei der Intoleranz

Alle Deutschen sollen nach Meinung der Grünen mit Elektroautos zwangsbeglückt werden, obwohl die Verkaufsstatistik belegt, dass man die Bundesbürger nicht mal mit üppigen Zuschüssen aus der Steuerkasse dafür begeistern kann. Es gab Anträge, Zetsche wieder auszuladen und die Parteichefin Simone Peter beschimpfte ihn noch vor seiner Rede. Soviel zum Thema grüne Toleranz.

Die Grünen schimpfen lautstark über die Intoleranz in den Reden eines Donald Trump, aber sie selbst sind nicht besser. Sie haben nur eine grenzenlose Toleranz für alle Einwanderer, die nach Deutschland kommen wollen, aber bei „Reichen", Managern und Unternehmern findet die Toleranz sehr rasch eine Grenze.

Dann gründet doch selbst ein Unternehmen!

Auch der andere, vermeintlich „vernünftige" Teil der Grünen, bleibt unverbesserlich besserwisserisch. Leute wie Özemir wollen der Automobilindustrie gerne sagen, wie sie zukunftsfähig wird. Auf dem grünen Parteitag solle über Strategie und Produkte von großen Wirtschaftsunternehmen diskutiert werden, so als ob die die „Expertise" von grünen Besserwissern bräuchten.

Mehr zum Thema: Entschiedener Linksruck: Grüne setzen bei der Bundestagswahl auf Vermögensteuer

Sind die Grünen auf einmal nicht mehr die Partei der Lehrer, Kulturwissenschaftler und Sozialpädagogen, sondern die Partei der verkappten oder verkannten Unternehmer? Wissen sie besser, wie man ein Unternehmen in die Zukunft führt als dessen Lenker?

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Dann würde ich diesen Grünen dringend empfehlen, selbst mal ein Unternehmen zu gründen oder sich als Manager bei einem großen Konzern zu bewerben. Dann könnten sie zeigen, was sie in dieser Beziehung auf dem Kasten haben. Ich fürchte, nicht viel. Mit der „richtigen" Gesinnung allein lässt sich ein Unternehmen nun einmal nicht erfolgreich machen.

Man kann einwenden: Auch unter den Konzernlenkern in Deutschland gibt es Leute - wie Martin Winterkorn -, die bitter enttäuscht haben. Ich will Winterkorn nicht entschuldigen und habe ihn in meinen Kolumnen scharf kritisiert, nachdem der Abgasskandal bekannt wurde.

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Aber ist einer der Gründe für diesen Skandal nicht auch, dass die Grünen und ihre Freunde in Amerika immer ambitioniertere Richtwerte festlegen, die leider mit ehrlichen Methoden nicht erreicht werden können? Das soll das Verhalten von VW nicht entschuldigen, aber auch das gehört zu den Hintergründen des Skandals, über die freilich niemand spricht.

Zetsche biedert sich bei Grünen an

Und Zetsche? Wie bei deutschen Managern leider üblich, biederte er sich auf dem Parteitag bei den Grünen an. Sogar in der Kleiderordnung wollte er „grün" erscheinen, ohne Krawatte, in Jeans und Sneaker. Und natürlich betonte er, so wie wir es von deutschen Managern kennen, anbiedernd, er teile ja die Ziele der Grünen...

Haben Sie das auch schon einmal verfolgt? In jeder Talkshow das gleiche Spiel: Wenn schon einmal ein Unternehmer oder Manager eingeladen wird (was selten genug passiert) biedert der sich bei allen anwesenden Linken und Grünen an und beteuert beflissen, „dass wir gar nicht so weit auseinander sind". Umgekehrt wird man das nicht erleben.

Der Beitrag erschien zuerst auf The European.

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