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Mutter Teresa war eine Egoistin!

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MUTTER TERESA
Getty
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Egoist! -- das ist ein verteufeltes Wort. Es wird mit Selbstsucht in Verbindung gebracht. Und ja, das ist sicherlich eine Definition von Egoismus: „das Streben nach Vorteilen für die eigene Person".

Meine Definition von Egoismus ist aber anders und ganz einfach: Der Mensch, genauer gesagt: sein Ego, hat ein Ziel und will es erreichen. Punkt. Jede Bewertung als gut oder schlecht ist lediglich eine Interpretation, reine Definitionssache. Für den einen kann eine egoistische Handlung positiv sein, für den anderen negativ. Egoismus von vornherein als negativ zu definieren, ist eine Unterstellung, dass Menschen prinzipiell Schlechtes tun, wenn sie das tun, was sie wollen.

Mutter Teresas eigentlicher Beweggrund
Aber nehmen Sie einmal dieses Beispiel: Mutter Teresa kümmerte sich aufopfernd um die Straßenkinder in Kalkutta, denn ihnen zu helfen, war ihr Ziel. Und das verfolgte sie ungeachtet der Hilfsgesuche aus anderen Ländern. Das heißt: Sie half nur den Kindern in Kalkutta, keinen anderen Kindern auf der Welt.

War sie also eine Egoistin? Na, klar! Denn sie setzte sich ein Ziel und verfolgte es konsequent, ohne Rücksicht auf die Ziele von anderen Menschen. Und trotzdem würde wohl niemand auf die Idee kommen, Mutter Teresa als einen schlechten Menschen zu bezeichnen!

Egoismus - keine schlechte Eigenschaft
Egoismus zu verteufeln, kann sogar gefährlich sein. Denn wer Egoismus schlecht findet, dem wird es schwer fallen, sich Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. Weil er nämlich meint, dass es ihn zu einem schlechten Menschen macht, wenn er dem nachgeht, was er will.

Ziele zu haben ist aber wichtig. Nur wer Ziele erreicht, kann Erfolg empfinden, daraus Kraft schöpfen und Selbstbewusstsein erlangen. Ohne solche Ziele würde er in die Motivations- und Gefühllosigkeit abrutschen. Das kann doch nun wirklich niemand wollen.

Der Mehrwert für alle
Und jetzt gehe ich sogar noch einen Schritt weiter: Egoismus ist nicht nur wichtig für den einzelnen Menschen, sondern sogar ein gesellschaftliches Gut! Denn wer seine Ziele verfolgt und erreicht, also egoistisch handelt, dem geht es gut. Und nur wem es gut geht, der kann anderen Gutes tun. Sie können nicht für andere da sein und ihnen helfen, wenn es Ihnen selbst schlecht geht.

Machen Sie also ruhig mal wieder, was Sie wollen! Und wenn Ihnen jemand einen Vorwurf daraus macht und meint: „Du bist so egoistisch!", dann antworten Sie ganz einfach: „Oh ja, ich weiß ... was ein Glück!"

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