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Pädosexualität im alternativen Milieu von Berlin-Kreuzberg sowie „Knabenspiele" in der traditionellen Männergesellschaft am Hindukusch

Veröffentlicht: Aktualisiert:
BERLIN KREUZBERG
Maremagnum via Getty Images
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Volker Beck ist zurück im Bundestag. Seine Drogen-Affäre hat er offenbar schneller überstanden als den Skandal um seine Verharmlosung von Kindesmissbrauch in einem Buch aus den achtziger Jahren.

Weil ihm anscheinend sein anstößiger Beitrag zu dem Buch in der Zwischenzeit selbst peinlich geworden war, hatte er sich bekanntlich zu der Behauptung verstiegen, der Herausgeber hätte beim Redigieren am Text einiges geändert und dadurch den Sinn entstellt. Doch ein Blick in sein Manuskript scheint zu belegen, dass diese Behauptung nicht stimmt.

Je länger Leute wie Volker Beck ihr Fehlverhalten nicht offen und ehrlich zugeben wollen, desto wichtiger ist es, daran zu erinnern, was an sexuellen Übergriffen in den Reihen der Grünen lange Zeit toleriert wurde, aber auch hervorzuheben, dass die Berliner Grünen sich anders als andere dazu durchrangen, ihre Fehler nicht länger zu ignorieren, sondern schonungslos aufzuklären und zu dem Zweck eine Kommission einzusetzen.

Und wenn in den Reihen der afghanischen Sicherheitskräfte immer noch Knaben zum sexuellen Missbrauch rekrutiert werden, muss an das Los solcher Knaben ebenso erinnert werden - und zwar um so mehr, als der Westen einschließlich Bundesrepublik Deutschland jenen Streitkräften bei der Ausbildung und Ausrüstung unter die Arme greift.

Pädosexuelle Netzwerke in Berlin

"Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern bzw. Jugendlichen" war von der Gründung bis in die neunziger Jahre hinein ein viel diskutiertes Thema in der Alternativen Liste für Demokratie und Umweltschutz (AL), aus der in Berlin später der Landesverband der Grünen hervorging.

Wie im Bericht der oben genannten Kommission über die Haltung der Alternativen zur Pädophilie zu lesen ist, gäbe es Hinweise, dass eine Reihe "Männer aus den bestehenden pädosexuellen Netzwerken der Stadt in die junge Partei gegangen ist, um sich für die Straffreiheit von sexuellen Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen einzusetzen." Und diese Forderung fand "ihren Niederschlag im Programm der AL", heißt es in dem Bericht weiter.

"Für mich war neu, wie zielgerichtet und gut organisiert die vorgegangen sind", wundert sich der frühere Justizsenator Wolfgang Wieland ähnlich wie mancher andere Grüne heute über das damalige Wirken seiner pädosexuellen Parteifreunde, das in den achtziger Jahren offenbar nur von einigen Frauen aus der Kreuzberger AL kritisch hinterfragt wurde.

Wolfgang Wieland, Hans-Christian Ströbele und Renate Künast hingegen wussten nach eigener Aussage ebenso wenig wie die meisten anderen Alternativen, was sich hinter den Kulissen abspielte, und wollten es vielleicht auch gar nicht wissen.

Die pädosexuellen Grünen hatten damals ihre politische Plattform im Schwulenbereich der AL und trafen sich zur politischen Agitation im Graefekiez des Bezirks Kreuzberg mit seinem bunten alternativen Milieu, in dem nicht Pädosexuelle als pervers galten, sondern die Situation, in der sie als vermeintliche Opfer der Gesellschaft leben mussten. In diesem Kiez hatten sie sowie andere ihres Schlages auch das Hauptaktionsfeld für ihre privaten Umtriebe, wie Frauke Homann erzählt.

Sie hatte als Sozialarbeiterin lange Zeit in Kreuzberg gearbeitet und herausgefunden, dass es immer wieder zu sexuellen Übergriffen auf Kinder hauptsächlich aus sozial schwachen Familien kam. Das wollte sie nicht widerspruchslos hinnehmen und wurde infolgedessen zur Zielscheibe von Pädosexuellen, die dreist den Spieß umdrehten und sie als "Kinderschänderin" (!) anprangerten.

So stand es auf Steckbriefen, die im Sommer 1992 an einigen Bäumen auf Frauke Homanns Weg zur Arbeit hingen. Und das war noch nicht alles: Vor ihrer Arbeitsstelle war auf den Gehweg gesprüht: "Homann, wir kriegen dich".

Rekrutierung von Knaben in Afghanistan

Wie gut, dass die AL damals nicht die Politik in Kreuzberg dominierte; sonst wäre es Frauke Homann vielleicht so ergangen wie Hafizullah Khaliqyar, einem Staatsanwalt im afghanischen Kundus, der das System der "Batscha Basi" bekämpfen wollte!

Dabei handelt es sich um "Knabenspiele", die in jener Region und in anderen Ländern des Orients seit Jahrhunderten verbreitet sind: Dort hält sich mancher einflussreiche Mann - vom Mudschahedin-Kommandeur bis zum Polizeichef - Knaben im Alter zwischen acht und sechzehn Jahren, die für ihn sowie seine Gäste tanzen und zumeist auch sexuell verfügbar sein müssen.

Mit der Haltung solcher Knaben kann solch ein Knabenhalter seinen Wohlstand zur Schau stellen. Und je hübscher die Knaben aussehen oder tanzen, desto besser ist das für sein Ansehen.

"Die Versuche, diesen Kindesmissbrauch zu bekämpfen, sind so alt wie die Anfänge des modernen afghanischen Staates," war in der FAZ zu lesen. Und sie sollten auf Druck der UNO verstärkt werden. Da aber "die meisten Knabenspieler einflussreiche Männer sind, war das nie sonderlich erfolgreich."

Wenn überhaupt gegen die Knabenspiele vorgegangen worden ist, hat es meistens die Knaben getroffen. "Einem Bericht der afghanischen Menschenrechtskommission zufolge verbüßen zwölf Prozent der männlichen Insassen von Jugendgefängnissen eine Strafe wegen Homosexualität oder Ehebruchs," heißt es in der FAZ weiter. Und von diesen Knaben wäre keiner älter als dreizehn Jahre.

Zu denen gehörte beispielsweise ein Tanzjunge, der von zwei rivalisierenden Milizenchefs so begehrt worden war, dass sie ihre Krieger aufeinander hetzten und dabei zwei von denen getötet wurden. Das brachte dem umstrittenen Jungen eine mehrjährige Haftstrafe ein; denn er wäre ja der Grund für den blutigen Streit gewesen.

Als der oben genannte Staatsanwalt von Kundus vor einigen Jahren Razzien zur Unterbindung des Batscha Basi-Unwesens veranlasste und den Musiker Feruz Kunduzi festnehmen ließ, der oft für Batscha Basi-Parties in höchsten Kreisen der Gesellschaft engagiert worden war, sorgten der afghanische Vizepräsident sowie der Polizeichef von Kundus dafür, dass der Sänger freigelassen wurde.

"Dieser Fall ist der Grund, warum ich noch immer keinen Job habe," meinte der Staatsanwalt, der kurze Zeit nach dem Vorfall entlassen worden war.

Einvernehmlicher Sex mit Kindern?

Dass möglicherweise manches nicht mit rechten Dingen zuging, was einige Pädophile aus den Reihen der AL trieben, war durchaus Stoff für Diskussionen am Rande der Partei. Und diese offenbarten ein beachtliches Maß an Nachsicht und Ahnungslosigkeit mancher Diskussionsteilnehmer.

Das zeigte sich beispielsweise in einem Gespräch zwischen Frauen der Kreuzberger AL mit zwei Vertretern ihrer Partei im Berliner Abgeordnetenhaus. Letztere fanden es ebenso wie andere Parteifreunde "fortschrittlich", für Pädosexuelle einzutreten, obgleich einer von den beiden, Christian Pulz, einräumte, „er wisse gar nicht, welche Auswirkungen der sexuelle Verkehr von Erwachsenen für Jungen hätte."

So steht es in den Gesprächsnotizen der Frauen, die in dem Kommissionsbericht dokumentiert sind. "Damit machte Christian ein Problem deutlich, das die Pädophiliedebatte innerhalb der AL von Anfang an geprägt hat: das Nichtwissen und sich nicht informieren über die Auswirkungen pädophiler Penetration auf die betroffenen männlichen Kinder und Jugendlichen."

Doch der andere, Albert Eckert, "kannte die Auswirkungen, und er sah auch den Zusammenhang zu der sozialen Lage dieser Kinder. Es wunderte ihn nicht, dass gerade ein Bezirk wie Kreuzberg zum Spielfeld der Pädophilen wird." Und er sah durchaus die Machtstrukturen, die "sich auch in diesen Zusammenhängen ausdrücken", berichteten die Kreuzberger Frauen ferner: "Dennoch wollte er sich nicht von der prinzipiellen Möglichkeit, dass irgendwann, irgendwie, so eine Einvernehmlichkeit herstellbar wäre, trennen..."

Wie solche "Einvernehmlichkeit herstellbar" war, weiß Frauke Homann aus Kreuzberg zu berichten: Dort gab es die Eisdiele eines freundlichen Türken, der Kinder mit kostenlosem Eis lockte. Im Prinzenbad luden nette Männer Jungen zu Tischtennisspielen ein und dann in ihre Wohnung zu Computerspielen, bei denen es nicht blieb.

Auf einem Fußballplatz waren engagierte Betreuer am Werk, die Kinder in Sommerlager einluden und sich dort über jene hermachten. Und es gab Pädosexuelle, die aus ihren Neigungen keinen Hehl machten und sich nicht einmal genierten, alleinerziehenden Müttern ihre Dienste als Babysitter anzubieten oder für ihr "Kinder-Info-Telefon" zu werben, das bei "Lust und Laune, Ärger und Liebesfrust" angerufen werden konnte.

"Einvernehmlichkeit" wurde wohl auch in einem Keller des Graefekiezes hergestellt, an dessen Tür ein Kind passenderweise das Wort "Kinderpuff" geschrieben hatte; denn er diente als Sexclub, in dem vor allem Jungen sexuell missbraucht wurden. Und dort gab es sogar eine "Tauschbörse für Knaben"

Knaben als Ersatz für Frauen

"Irgendwie" ging es in diesem Kiez also nicht viel anders, wenn auch nicht ganz so offen und ungeniert zu wie mancherorts in Afghanistan, wo auch heute noch Lustknaben vorgeführt und verschachert werden.

"Vergewaltigung ist niemals Teil irgendeiner Kultur", meinte Dee Brillenburg Wurth, die bei der UN-Mission in Afghanistan für den Schutz von Kindern zuständig war. Der Krieg verstärkte allerdings "die Übel, die es überall gibt." Vor den kriegerischen Auseinandersetzungen mit der Sowjetunion war es üblich gewesen, dass der Vater eines Tanzjungen um sein Einverständnis gebeten wurde.

Während der andauernden Kriege jedoch wurden viele Jungen von Mudschahedin- Kämpfern mit Gewalt entführt und der Knabentanz entwickelte sich zu einem sehr beliebten Zeitvertreib für Kämpfer, die ihre Familien viele Monate lang nicht zu Gesicht bekamen.

Bacha Bazi gehört zu den Traditionen der Landeskultur, steht allerdings im Widerspruch zu islamischen Geboten und bringt daher manchen der Beteiligten in Gewissensnöte. Aber als ein Milizchef darauf angesprochen wurde, hätte der entgegnet, dass er die Kämpfer bei Laune halten müsste, "damit sie das Dorf beschützen," wie die FAZ schrieb. Und wenn er keinen Tanzjungen zur Belustigung der Männer hätte, würden weniger Kämpfer bei ihm anheuern.

"Ich bin verheiratet, aber ich bevorzuge Jungen", sagte ein Mudschahedin-Kommandeur dem STERN. "Hier kann man keine Frauen mit zu Parties nehmen und sie tanzen lassen. Mit Jungs geht das. Damit kann man angeben. Ich hatte mal einen, der tanzte so schön wie eine fliegende Taube! Keiner kam ihm nach, der so war. Ich habe ihn drei Jahre lang bei mir behalten und gehen lassen, als sein Bart spross."

Wie Eingeweihte beteuerten, wäre keiner von den Mudschahedin, die an den Jungen nicht nur beim Tanzen, sondern auch auf der Liege ihren Spaß hatten, homosexuell; denn es ginge ja nur um Ersatz für Frauen.

Die Mudschahedin von damals sind heute afghanische Polizisten, halten aber vielfach an ihren lieb gewonnenen Gewohnheiten fest. Einer von ihnen war Polizeichef nördlich von Kabul, der damit prahlte, dass er fünf Jungen hätte, die wie Ehefrauen für ihn wären. Zu der Bacha Bazi- Party, von der die FAZ berichtete, brachte er einen seiner Jungen mit, einen Sechzehnjährigen. "Setz dich," befahl er ihm. Und der Junge gehorchte, nahm aber nicht auf dem Sofa Platz, sondern kauerte sich zu Füßen seines Herrn - wie ein Hund.

Traum von einer Welt ohne Verbote

Ich hätte gerne gewußt, was dieser Knabe ebenso wie andere Jungen davon hielten, als Sexobjekt zu dienen. Und das ist eine Frage, die der oben zitierte AL-Abgeordnete Albert Eckert sich anscheinend nicht gestellt hatte, als es darauf angekommen war; er räumt aber heute ein, dass er "die Voraussetzungen für einvernehmliche Sexualität" damals nicht aus Sicht der Kinder betrachtet hätte.

Dass er nicht schon früher auf die Idee gekommen war, lag möglicherweise auch daran, dass die Alternative Liste den "Pädo-Protagonisten" des Schwulenbereichs in den achtziger sowie neunziger Jahren viel Raum gegeben hatte, um ihre "Täterideologie" zu verbreiten und "sämtliche Schutzvorschriften des Strafrechtes" anzuprangern, wie im Kommissionsbericht kritisiert wird: „GegnerInnen der Straffreistellung wurden verunglimpft, eine völlig überkommene Sexualmoral schützen zu wollen", heißt es dort weiter: "Dem Schwulenbereich gelang es so offenbar, den Schutz vor allem von Jungen vor sexuellen Übergriffen Erwachsener aus dem politischen Fokus zu nehmen."

Selbst als 1986 öffentlich bekannt wurde, dass einer der Betreuer seine Autorität in einer Jugendgruppe jahrelang systematisch zu sexuellen Übergriffen ausgenutzt hatte, und jemand sich in einem Artikel für den Kreuzberger Stachel - eine parteieigene Stadtteilzeitung - für eine Strafverfolgung derartiger Übergriffe aussprach, wurde darauf in der nächsten Zeitungsausgabe mit heftiger Kritik an der repressiven "Sexualmoral" des Autors reagiert und nur vereinzelt sexuelle Gewalt problematisiert.

"Wir wollten keine verklemmten Kleinbürger sein", sagen heute Akteure, die damals "lieber schwiegen, anstatt den provozierend offen auftretenden Pädophilen zu widersprechen", wie der Tagesspiegel kritisiert. "Man träumte von einer Welt ohne Verbote, ohne Tabus und lebte die sexuelle Revolution." Zu dieser revolutionären Traumwelt gehörten auch "Kinderfreunde, die Jungen ihre sexuellen Wünsche erfüllten."

Unter solchen Jungen waren nahezu alle Schüler einer Grundschulklasse, von denen einer eines Tages mit einer Schnittwunde an der Stirn zur Schule kam. "Ich wollte seinen Pimmel nicht mehr lecken, da hat er ein Messer nach mir geworfen", erzählte dieser zehnjährige Junge, als er im Laufe eines Gerichtsprozesses gegen einen der "Kinderfreunde" befragt wurde.

Es dauerte lange, bis solchen Kreuzberger "Kinderfreunden" ein Riegel vorgeschoben wurde und sich auch bei den Grünen "GegnerInnen" mit ihren Einwänden gegen die Agitation der "Pädo-Protagonisten" besser Gehör verschaffen konnten. "GegnerInnen" waren vor allem Frauen aus der oben erwähnten Kreuzberger AL, die schon früh moniert hatten, dass der Begriff „einvernehmlicher Sex" im Programm der AL zu schwammig wäre.

Es gäbe die Gefahr, dass er "aus der Position der Erwachsenen bestimmt wird", heißt es im Kommissionsbericht über deren Einwände: "Auch die Befürworterinnen der Streichung der Altersgrenze versichern, dass sie auf jeden Fall gegen gewalttätige und hierarchische sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern sind - aber wie kann man feststellen, ob eine sexuelle Beziehung auf einem Gewaltverhältnis beruht?

Untersuchungen haben ergeben, dass ein enger Zusammenhang besteht zwischen der allgemeinen Unterdrückung und Abhängigkeit, in der ein Kind gehalten wird, und der Gefahr, dass es sexuell unterdrückt und missbraucht wird. Wie aber können wir Widerstand oder gar Gegenwehr gerade von einem so erzogenen Kind erwarten"

Tanzjungen als Mädchen verkleidet und geschminkt

Diese Fragen stellen sich auch, wenn es um das Verhältnis zwischen Mudschahedin-Kommandeuren und ihren "Tanzjungen" geht. Vage Antworten auf die Frage nach "Einvernehmlichkeit" fand ich nicht nur in der FAZ, sondern auch in der Berliner Zeitung, die ebenfalls davon berichtete, dass in Afganistan weiter Jungen entführt oder ihren Eltern abgekauft würden.

Möglicherweise wissen diese Eltern nicht oder wollen es nicht wissen, dass die Söhne ihrem Herrn fortan als "Lustknaben" sexuell zur Verfügung stehen und diesem ebenso wie dessen Gästen als "Tanzjungen" - in Mädchenkleider gehüllt und geschminkt - zur Unterhaltung dienen müssen.

Da solche geschändeten Knaben häufig nicht zu ihren Familien zurückkehren können, wenn sie von ihrem Herrn verstoßen werden, reißt mancher sich die ersten Barthaare aus; denn er bleibt nur begehrt und damit auch versorgt, solange er bartlos und daher kein Mann ist.

Sonst bleibt ihm eventuell nur der Weg auf den Strich, auf dem tatsächlich viele von ihnen landen und ein kümmerliches Dasein fristen.

Doch solange er begehrt ist, kommt es - wie gesagt - vor, dass sich sein Herr mit einem Gast um ihn streitet und der Streit mit Waffengewalt ausgetragen wird. Der Gewinner behält oder bekommt je nach Ausgangslage den Jungen. Daran beteiligt sind häufig auch Talibanführer.

Diese nehmen es zwar im allgemeinen recht genau mit der Auslegung des Koran, der sexuelle Beziehungen zwischen Männern und außereheliche Kontakte verbietet; aber wenn es im Schritt eines Taliban juckt und zuckt, gönnt sich wohl mancher von diesen gottesfürchtigen Glaubenskriegern ein Missverständnis und denkt sich vielleicht, ein geschminkter Knabe in Mädchenkleidern gehöre einem "dritten Geschlecht" an, für das der Koran keine Regel vorsieht.

Die Berichte über das Leid der afghanischen "Tanzjungen" waren übrigens von Frauen geschrieben, ein Interview mit Frauke Homann hingegen von einem Mann geführt, der seine Stelle als Redakteur der alternativen taz verlor, weil er die Verstrickung der Grünen in den Kindesmissbrauch angeprangert und behauptet hatte, dass diese Missetaten "in der grünen Ideologie angelegt" wären - und dass viele Grüne "Gläubige" wären, "die glaubten, nur sie stünden für eine bessere Welt", wie Harald Martenstein in einer Kolumne für den Tagesspiegel berichtet.

Doch "ideologische Verblendung" gäbe es nicht bloß bei den Grünen, wendet Martenstein ein: "Überall dort, wo Leute glauben, nur sie besäßen ein Rezept zur Heilung der Welt von allen Übeln, geht man über Leichen" oder - im alternativen Milieu von Berlin-Kreuzberg, in Afghanistan oder auch im Iran - zumindest über Kinderpopos und -beine, wie ich hinzufügen möchte.

Während im Iran einerseits Männer ausgepeitscht werden, wenn sie zu zweit ohne Bekleidung unter einer Decke erwischt wurden, scheint es auf der anderen Seite zulässig zu sein, wenn ein Mann sich ein kleines Mädchen zur Befriedigung seiner sexuellen Lust nimmt. So wird etwa Ajatollah Chomeini, der Gründer des dortigen Mullah-Regimes, mit den Worten zitiert:

"Es ist nicht erlaubt, Geschlechtsverkehr mit der Ehefrau vor Vollendung ihres neunten Lebensjahres zu haben, sei es in einer dauerhaften Ehe oder einer befristeten," heißt es. Doch "was die anderen Freuden angeht, wie das Berühren mit Lust, das Umarmen und der Schenkelverkehr, so ist dies kein Problem, selbst wenn sie noch ein Säugling ist."

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Zum Autor: Herwig Schafberg wohnt in Berlin und ist Historiker, war im Laufe seines beruflichen Werdegangs sowohl in der Balkanforschung als auch im Archiv- und Museumswesen des Landes Berlin tätig, arbeitet seit dem Eintritt in den Ruhestand als freier Autor und ist als solcher besonders an historischen sowie politischen Themen interessiert.

Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit gaystream.info.

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