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„Under the sun we are one" - Unser Lied für Stockholm?

23/02/2016 11:35 CET | Aktualisiert 23/02/2017 11:12 CET
Marc Pfitzenreuter via Getty Images

Nachdem man in Deutschland Xavier Naidoo kollektiv aus der eurovisionären Verantwortung gemobbt hat, gibt es am Donnerstag, den 25. Februar 2016, nun wieder einen ganz normalen deutschen Vorentscheid mit zehn mehr oder weniger bekannten Teilnehmern.

Mave O'Rick stellt sie uns vor und hat mit seiner Lieblingsbewerberin sogar ein Video-Interview geführt.

Mit von der Partie, nach elf Jahren deutscher Vorentscheidungsabstinenz: Ralph Siegel und Bernd Meinunger. Ihr Lied heißt „Under the sun we are one", das die Nachwuchshoffnung Laura Pinski singen wird.

Die Sängerin konnte man 2012 schon beim „Supertalent" bei RTL sehen. Es wäre Ralph Siegels 24. Eurovision-Beitrag, den er selbst komponiert hat, und der 15. Song für Deutschland.

Grund genug für mich, ein Outtaview mit eben genannter Laura Pinski zu führen, um zu sehen, was sie so zu sagen hat; singen kann sie wohl sehr gut:

Ob es ihr Song nun tatsächlich bis nach Stockholm schafft, liegt nicht nur an ihr selbst, sondern natürlich auch an der Konkurrenz, die ihr am Donnerstagabend in Köln den Sieg streitig machen möchte.

Zu ihren stärksten Kontrahenten dürfte wohl Alex Diehl mit seinem Titel „Nur ein Lied" zählen, der mit dieser Nummer nach den Anschlägen von Paris zu einer wahren YouTube-Sensation wurde und wohl irgendwie den Nerv der Deutschen zu treffen scheint.

In der hiesigen Eurovision-Szene wird die Rock-Musical-Nummer „Mystery of a blood red rose" der Band Avantasia hoch gehandelt. Aufgrund immenser, weltweiter Promotion für dieses Produkt sehen viele hier schon große Chancen für den ESC in Stockholm.

Die deutsche Vorentscheidung hatte aber schon immer ihre eigenen Gesetze, und so gebe ich diesem stark nach Meat Loaf klingenden Beitrag nur wenige Chancen auf den Sieg am Donnerstag - aber ich mag mich auch irren.

Wollte man mit "Adrenalin" ein zweites "Atemlos" für das schwule Publikum produzieren?

Viel interessanter klingt da für mich schon das klassische Midtempo-Popliedchen „Ghost" von Jamie-Lee Kriewitz, der 2015 „The Voice of Germany" gewonnen hat und mit „Ghost" bis auf Platz elf der deutschen Charts vorstoßen konnte.

Um damit den ganz großen Wurf landen zu können, fehlt dem Song leider der letzte Kick, aber immerhin klingt er modern, radiotauglich und nicht wie ein simples Spartenprodukt.

Viele Schwule werden in Anlehnung an Helene Fischer sicher Gefallen an „Adrenalin" von Ella Endlich finden. Hier haben die Macher anscheinend versucht, ein zweites „Atemlos" zu konstruieren; herausgekommen ist ein sehr flaches Schlager-Popliedchen mit einer wesentlich blasseren Interpretin. Nein, das wird nix.

Aber lassen wir uns überraschen. Stockholm wird kommen, fragt sich nur mit wem und womit.

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