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Fotografin kämpft mit einer beeindruckenden Fotoserie gegen das Stigma des Albinismus

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Die Fotografin Patricia Willocq ist in der Demokratischen Republik Kongo aufgewachsen, wo Menschen mit Albinismus oft die Zielscheibe von Diskriminierung sind. Schlimmstenfalls wird sogar ihr Leben bedroht.

Sie erinnert sich daran, dass Menschen mit Albinismus schon von frühester Kindheit an einer großen Ungerechtigkeit ausgesetzt waren und beschloss, etwas dagegen zu tun.

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Menschen mit diesem Leiden sind sehr lichtempfindlich

Albinismus ist ein angeborenes Leiden, das Menschen aller ethnischen Gruppen und Geschlechter betreffen kann. Ein Mensch mit Albinismus ist nicht in der Lage, die typische Pigmentierung der Haut, der Haare und der Augen zu produzieren und hat aufgrund dessen ein sehr helles Aussehen und ist sehr lichtempfindlich.

In manchen Teilen Afrikas, die Demokratische Republik Kongo eingeschlossen, werden Menschen mit Albinismus wegen eines Aberglaubens ohne jegliche faktische Grundlage oft Opfer von Vorurteilen und Gewalt.

Frauen, die Kinder mit Albinismus gebären, werden verstoßen

"In der Geschichte des Albinismus wird oft der Ausdruck "mami wata" verwendet, ein Ausdruck, der von dem englischen Ausdruck 'mammy water' herrührt", so Willocq gegenüber der Huffington Post.

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"Legenden besagen, dass eine sehr hellhäutige Meerjungfrau, die in Flüssen und Ozeanen lebte, voller Wut, Rache an Männern nahm, die sich ihrem Zauber widersetzten, und Kinder gebar, die ihrem reinweißen Bild aufs Haar glichen."

Frauen, die Kinder mit Albinismus auf die Welt bringen, werden oft von ihren Familien und Partnern verstoßen. Aufgrund ihrer Haut- und Haarfarbe werden die Kinder ungerechterweise oft mit Geringschätzung und Verachtung gestraft.

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Betroffene wachsen in Armut auf

"Sie werden abgelehnt, stigmatisiert und aus der Schule genommen - so bekommen sie keine Chance, in die Gesellschaft integriert zu werden", erklärt Willocq. Daher wachsen viele Menschen mit Albinismus in Armut auf und haben keinen Zugang zu Bildung und anderen Informationsquellen, wie Gleichaltrige.

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Einige Heiler und "Hexen-Doktoren" in Afrika haben den Irrglauben verewigt, Menschen mit Albinismus würden über Superkräfte verfügen. Das resultierte in einer beängstigenden Jagd nach Körperteilen von Menschen mit Albinismus, um sie zu Amuletten oder "Zaubertränken" zu verarbeiten.

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"Das führte zu Angriffen, Entführungen und Tötungen von Menschen mit Albinismus und sogar zur Plünderung von Gräbern", so UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon Anfang des Monats.

Willocq vermittelt mit ihren Fotos eine Botschaft


Im Jahr 2013 kehrte Willocq
mit einer Kamera im Gepäck in die Demokratische Republik Kongo zurück - entschlossen, die gefährlichen Fehlinformationen rund um den Albinismus zu zerschlagen.

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Sie erstellte eine Fotoserie mit dem Titel "White Ebony" (Weißes Ebenholz) und fing die überwältigende Schönheit der Babys, Kinder und Erwachsenen ein, die mit Albinismus auf die Welt kamen.

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Die Fotografien kommunizieren das, wozu Worte nicht in der Lage sind: der Segen der Unterschiede und die Menschlichkeit, die uns alle verbindet.

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"Diese Fotoreportage ist ein Zeugnis der Hoffnung, Liebe und des Erfolges und gibt den Menschen die Würde, die sie verdienen", so die Worte der Fotografin. "Hoffentlich können die Bilder Verständnis und Toleranz gegenüber Menschen mit Albinismus im Kongo und im restlichen Afrika erzeugen."

Zukunft für Menschen mit Albinismus sieht vielversprechend aus

Der 13. Juni ist der Internationale Tag des Albinismus, ein Tag, der dem Ziel gewidmet ist, die Seuche der Gewalt und Ignoranz, die so viele Menschen mit Albinismus weltweit betrifft, auszurotten.

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"Ich rufe alle Länder und Interessengruppen dazu auf, anzuerkennen, dass Menschenrechte für alle Menschen überall gelten. Auch für die mit Albinismus", so Ban Ki-moon anlässlich dieses Tages.

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Willocq ist voller Hoffnung, dass ihr Heimatland, die Demokratische Republik Kongo, einer strahlenden, inklusiven Zukunft entgegenblickt.

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"Selbst wenn die Lage für Menschen mit Albinismus in einigen Ländern katastrophal ist, so sieht ihre Zukunft in der Demokratischen Republik Kongo doch sehr vielversprechend aus. Die Menschen hier gehen langsam den Weg der Integration."

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“ möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

(lm)