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Hier sind 7 Vorschläge, die den Bundesliga-Fußball wieder spannend machen

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FC BAYERN
Hannibal Hanschke / Reuters
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Der Blick auf die Fußball-Bundesliga verheißt nichts Gutes. Auf Platz 1 und 2: Die üblichen Verdächtigen Borussia Dortmund und Bayern München. Die beiden mit dem dicksten Bankkonto. Wie der Hamburger SV auf Platz 3 kam: Keine Ahnung. Am Ende wird's wie immer sein: Die reichen Klubs ganz oben, die armen ganz unten, und der HSV irgendwo dazwischen.

Spannend war der Titelkampf jahrelang nicht mehr. Einsam schoss sich der FC Bayern zu fünf Meisterschaften in Folge. Langeweile macht sich breit. In einer neuen Saison, die ihre Attraktivität allein aus dem Abstiegskampf und dem Gerangel um die Tabellenränge hinter Bayern ableitet, kann etwas nicht stimmen. Die guten Zuschauerzahlen zum Start täuschen nicht darüber hinweg.

Hier sieben Vorschläge, die den Bundesliga-Fußball wieder spannend machen. Sieben Reformen, die vermutlich niemand umsetzen will. Sieben Anregungen, die man vielleicht nicht umsetzen darf, weil die Gesetzeslage das verbietet. Aber sieben Ideen, die nur den einen Zweck haben: Eine Diskussion loszutreten, wie der Fußball wieder ein Spiel wird.

Wer nennt die Bundesliga-Idee Nummer 8 bis 10?

1. Gehaltsobergrenze für alle!
Klubs dürfen nur so viel für die Gehälter von Spielern und Trainerstab ausgeben, wie sie durch die Zuschauer-Einnahmen im Stadion, Sponsorengeld und Merchandising (Fanartikel) verbuchen. Verstöße führen sofort zum Punktabzug. Wenn Mäzene und Sponsoren außerhalb des Klubs die Spielergehälter mit Werbeverträge aufpumpen, ist das deren Sache; sie tragen auch das Risiko.

2. Kein Wechsel vor Vertragsende!
Ablösesummen werden abgeschafft: Jeder Spieler muss seinen Arbeitsvertrag bis zum letzten Tag erfüllen und kann danach ablösefrei wechseln. Der Vorteil: Er wird sich dreimal überlegen, ob er zum Schein für fünf Jahre unterschreibt und damit im Verein zum Gegenstand von Spekulationen wird. Lieber zwei Jahre fix als vier Jahre vage: Danach kann er machen, was er will.

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3. Zuteilung von Talenten!
Anders bei den Talenten, die aus der Jugend kommen. Wer ein Talent ausgebildet hat, sollte mit dem jungen Mann bis zum 23. Lebensjahr unbehelligt planen dürfen -- zu einem Einheitsgehalt. Erst dann ist ein Wechsel möglich. Wenn für das Talent kein Platz im Kader ist, greift das nordamerikanische Draft-System: Der Tabellenletzte der Vorsaison hat das erste Zugriffsrecht.

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4. Alle Verträge offenlegen!
Wie Speigel und Football Leaks aufgedeckt haben, wuchern die Nebenabsprachen und Sonderklauseln in den Spielerverträgen und führen sogar zu Interessenkonflikten. Alles aufdecken! Nur dann wissen Fans und Zuschauer, wofür der Spieler bezahlt wird und was sie erwarten dürfen. Wenn sich die Klubs an Vorgaben halten, sinken mit der Transparenz die Gehälter.

5. Begrenzung Spielerkader!
27 Feldspieler und drei Torhüter -- mehr braucht keine Mannschaft. Wer einen neuen Spieler will, muss einen wegschicken. Und muss den Kostenblock nicht mit einem aufgeblähten Kader unnötig ausdehnen. Die Gehaltsobergrenze ließe sich besser überblicken: Entweder verdient einer viel und jeder andere weniger -- oder jeder fast gleich. Sogar in den USA läuft das bestens.

6. Keine Relegation mehr!
Ein Sechstel der Liga steigt ab -- ein Strohhalm namens Relegation ist gar nicht nötig. Dadurch können jedes Jahr drei andere Teams zeigen, dass sie's besser können. Strafe muss sein: Wer absteigt, bekommt eine Care-Paket zum Übverleben und muss zusehen, wie er das Desaster übersteht.

7. Gleiches TV-Geld für alle!
Wenn die Bayern Meister werden, bekommen sie das größte Stück vom TV-Kuchen. Und kommen in die Champions League, wo sie abermals mehr Millionen als der Rest der Liga bekommen. Der Abstand zu den anderen wird dadurch größer und größer. Warum nicht alle das gleiche TV-Geld? Bayern hat eh durch das größere Stadion größere Einnahmen.

Zugegeben, alle sieben Vorschläge zeugen bestenfalls von Fußball-Romantik, schlimmstenfalls von eine gewissen Naivität. Die Bundesliga kann keinen Sonderweg gehen. Sonst wären die deutschen Klubs auf Jahre chancenlos im Europapokal oder dem Treiben von Investoren aus Mittel- und Fernasien schutzlos ausgeliefert.

Gefordert ist die Politik allemal. Zum Beispiel bei den Investoren. 15 bis 20 Milliarden Umsatz macht der europäische Fußball jährlich. Aber es gibt keine allgemeingültige Wirtschaftsordnung, die den Geldzufluss regeln und den Einfluss von Geldgebern beschränken. Dadurch sind wahnsinnige Transfers wie Neymar für 222 und Dembélé für fast 150 Millionen Euro möglich.

Wahnsinnige Transfers, die ein Financial Fairplay konterkarieren, verzerren den Wettbewerb. Und das will kein Fan. Dann lieber über die sieben Ideen debattieren.

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