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Bier und Versace - Was dran ist an Vorurteilen über Münchner

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BAVARIA BEER
Jan Greune / LOOK-foto via Getty Images
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München gehört neben Hamburg und Berlin zu den attraktivsten Städten Deutschlands. Anders als die beiden anderen Metropolen, die als arm, aber sexy, bzw. als sündiges Tor zur Welt gelten, hängt der Hauptstadt des Freistaats Bayern der Ruf einer ruhigen, aufgeräumten Biederkeit an, die man angeblich auch deren wohlgekleideten, über die Maßen biertrinkenden Bewohnern ansieht. Eine Analyse mit YouGov Profiles zeigt, dass einige der häufigen Vorurteile durchaus zutreffen.

Die Mass als Maß aller Dinge

Augustiner, Hacker Pschorr, Löwenbräu, Paulaner, Hofbräu oder Spaten - nicht zuletzt wegen der weltberühmten Biere, des Oktoberfestes und des Hofbräuhauses gilt München Bierfans aus aller Welt als Mekka. Und nicht nur die Besucher greifen gerne zur Mass: auch die Münchner gehen gerne einen saufen. Und zwar am liebsten außer Hause. Der Aussage „Alkohol trinke ich gerne in Gaststätten" stimmen deutlich mehr Münchener zu als im Bundesdurchschnitt. Ähnliches gilt für die Aussage „Ich trinke Alkohol, um betrunken zu werden".

Gott mit dir, du Land der Bayern

Der Bierkonsum ist dabei durch einen gewissen (Lokal-)Patriotismus geprägt. So gehören Paulaner und Franziskaner zu den Stammbiermarken. Falls im Anschluss das Auto stehen gelassen wird, handelt es sich wahrscheinlich um ein Exemplar aus dem Bayrischen Motoren Werken, denn BMW ist in der Landeshauptstadt um einiges beliebter als im Rest der Republik. Allerdings: Auch der Aussage "Ich entdecke gerne andere Kulturen und neue Ideen" stimmen die Münchener, Großstädter wie sie nun einmal sind, besonders häufig zu.

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Was Lacostet die Welt, Geld spielt keine Rolex

Man muss nicht unbedingt über die Maximilianstraße flanieren, um hochpreisige Produkte in Schaufenstern zu bestaunen. Die Chance, Luxusmarken wie Burberry oder Versace tatsächlich am lebenden Subjekt zu finden, ist in München tatsächlich höher als im Rest der Republik, denn diese Marken werden im Vergleich von Münchner überdurchschnittlich häufig getragen. Zudem beschreiben sie ihren eigenen Stil häufiger als ihre Mitbürger als „teuer" und bevorzugen exklusive Dienstleistungen und hochwertige Produkte, für die sie auch mal was mehr springen lassen.

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Neid will verdient sein

Und auch wenn Fair-Trade-Produkte bei den Münchnern besonderen Anklang finden, so hat deren Lebenswandel auch Schattenseiten. Sie geben um einiges häufiger an, dass sie neidisch auf den Lebensstil ihrer Freunde sind, als der Durchschnittsdeutsche.

Die im Artikel verwendeten Daten stammen aus YouGov Profiles, einem Produkt zur Analyse von Marken und Zielgruppen, welches zahlreiche Informationen zu verschiedenen Themen, die das internationale Marktforschungs- und Beratungsinstitut YouGov erhebt, zusammenführt. Aus diesen Daten wurde eine repräsentative Stichprobe für Deutschland gezogen und mit den Angaben von 1.008 Personen, die in München leben, verglichen. Dadurch kann man gut erkennen, wie diese im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ticken.

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