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Acht Jahre move&do - Lernen, das mich geprägt hat

02/09/2015 15:42 CEST | Aktualisiert 02/09/2016 11:12 CEST
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Acht Jahre ist es nun her, dass ich Marcus von move&do das erste Mal gesehen habe. Er kam in unsere katastrophale Klasse und sagte, er möchte, dass wir als Gruppe funktionieren und uns nicht immer gegenseitig angehen.

Damals war ich noch an einer Förderschule, meine Mitschüler schrecklich und ich? Hatte kaum Selbstbewusstsein und nannte mich ein „kleines verficktes Arschloch". Heute habe ich nach meinem Hauptschulabschluss meinen Anlagenmechaniker Industrie gemacht und beginne im Herbst eine Ausbildung als Garten- und Landschaftsbauer.

Der Garten ist mein Hobby - ich bin eben gerne draußen! Nebenbei gesagt, arbeite ich oft ehrenamtlich für move&do. move&do ist ein Teil von mir - move&do macht einfach Spaß.

Was ist passiert in den acht Jahren? Naja, unsere Klasse hat sich schon gesteigert so gut es ging. Marcus hat uns öfters mal den Kopf gewaschen, um uns dann wieder zu zeigen, worauf es ankommt, wenn man eben etwas erreichen will. Wir sind in dieser Zeit viel geklettert und das hat mir vor allem Selbstvertrauen gegeben.

Ich konnte irgendwann aufrecht stehen und wollte den anderen Kindern zeigen, wie dass geht mit dem Selbstvertrauen. Also fing ich an, Marcus zu helfen. Erst in der Kletter-AG in der Schule und dann nahm mich Marcus mit zu Veranstaltungen. Auf einmal bekam ich einen besseren Umgang mit Kindern und da war er wieder, der Spaß.

Es macht einfach Spaß, miteinander etwas zu schaffen. Den Kindern zu zeigen, dass ihnen nichts passieren wird und sie sich über ihre Erfolge freuen können. Nun mache ich das schon seit über fünf Jahren im Ehrenamt. Ich sage immer zu Marcus, ich mache das nicht wegen des Geldes, sondern weil ich das gut finde.

Seitdem bin ich viel ruhiger, viel ausgeglichener. Ich wünsche mir, dass die Kameradschaft bei move&do so bleibt, denn move&do, besser gesagt Marcus, hat mich geprägt. Ich verkrieche mich nicht mehr in meinem Schneckenhaus, sondern weiß was ich kann und was ich nicht kann. Und wenn ich etwas nicht kann, frage ich.

Denn für jedes Problem gibt es eine Lösung und das ist es was mich so geprägt hat, das habe ich gelernt. Damit kamen die Zuversicht und das Selbstvertrauen, auch für meine neue Ausbildung. Für die Pflanzen brauche ich Lateinkenntnisse und das ist für einen ehemaligen Förderschüler gar nicht so einfach. Aber ich traue mir das jetzt zu, im Garten sein macht mir Spaß und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann frag ich nach.

So wird es gehen, mit ein bisschen Geduld und einem langen Atem werde ich es schaffen. Und mit move&do? Da möchte ich nächstes Jahr als Betreuer mit auf den Hochrhein. Das Projekt heißt „Selbstbewusst" und endet mit einer Floßfahrt. Ich will dabei sein als Helfer, aber vielleicht auch um von mir zu erzählen, denn mit Selbstbewusstsein kenne ich mich aus.

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